Mobilität: Wie sich St Ingberts Bürger bewegen

Mobilität : Wie sich St Ingberts Bürger bewegen

4000 St. Ingberter Haushalte bekommen besondere Post. Denn in diesem Monat startet eine stadtweite und repräsentative Umfrage zum Mobilitätsverhalten.

Sie ist ein Baustein, der zum großen Klimaschutzkonzept Zukunftsmobilität gehört. Eine Überarbeitung des Verkehrsnutzungsplans von 1994 gehört dabei genauso dazu wie der Flächennutzungsplan von 1979 und vieles mehr. Ziel der Umfrage ist es, die Stärken und Schwächen der Verkehrssituation zu ermitteln, etwa durch den Vergleich mit anderen vergleichbaren Kommunen. Außerdem werden die Grundlagendaten für die Verkehrsplanung ermittelt sowie zielgerichtete Empfehlungen erarbeitet. Der Fokus liegt in diesem Fall auf dem Nahverkehr, den öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad- und Fußgängerwegen. Die ausgewählten Teilnehmer wurden per Zufallsstichprobe aus dem Einwohnermelderegister ermittelt. Dabei achtete man auf eine repräsentative Menge der unterschiedlichen Altersklassen und Haushaltssorten. Im Umschlag stecken insgesamt vier Bögen. Leben mehr Personen im Haushalt, können weitere Bögen online ausgedruckt werden. Teilnehmen dürfen Kinder ab 6 Jahren, natürlich mit Unterstützung der Eltern. „Das Ausfüllen der 50 Fragen dauert zehn bis zwölf Minuten. „Die Teilnahme ist schriftlich, online oder per Telefon möglich“, erklärte Philipp Hölderich von der Planersocietät Dortmund bei der Pressekonferenz zur Mobilitätsuntersuchung am Dienstag, an der auch Oberbürgermeister Hans Wagner, Klimaschutzmanager Hans-Henning Krämer und der Geschäftsleiter Stadtentwicklung und Umwelt Martin Ruck teilnahmen. Das Anschreiben erfolgt im Namen von Oberbürgermeister Hans Wagner mit der Bitte um Unterstützung. Denn je mehr Bürger sich an der Umfrage beteiligen, desto genauer lassen sich die Daten auswerten. Die Teilnahme ist auf allen drei Wegen anonym.

Das Vorgehen und sämtliche Unterlagen wurden vorher mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt. Insgesamt teilt sich der Fragebogen in drei Abschnitte. Den ersten Teil müssen die Haushalte nur einmal ausfüllen. Hier geht es um die Anzahl der Personen, ihr Geschlecht und ihr Alter, in welchem Stadtteil gewohnt wird, wer berufstätig ist und so weiter. Der Personenfragebogen geht dann ins Detail. Die Details der eigenen Mobilität werden abgefragt und man hat die Chance, die Verkehrssystem zu bewerten und Vorschläge für einzelne Verkehrsmittel und zukunftsfähige Mobilität zu machen. Anregung und Kritik sind gefragt. Den letzten Teil bildet das Wegeprotokoll. An einem festgelegten Stichtag dokumentiert der Befragte seine Nutzung des öffentlichen Verkehrs.

Auf diese Weise werden Eckdaten zur alltäglichen Mobilität, etwa die Verkehrsmittelwahl, Dauer und Uhrzeiten der Wege, ihre Ziele und Zwecke gesammelt. Wann wird wie oft warum gefahren? Nutzen die Bürger eher den eigenen PKW, den Bus oder doch das Fahrrad? Welche Gruppen nutzen warum welche Verkehrsmittel bevorzugt? Wer besitzt ein E-Bike und wer Zeitkarten für Bus und Bahn, besonders abseits des Schülerverkehrs? „Die Frage ist, wie die Mobilität in St. Ingbert aussieht und was sich in den kommenden Jahren ändern könnte“, sagte Hölderich. „Dazu gehört auch, die Bürger zu fragen, was hilfreich ist.“ Er selbst war bereits mit dem Rad in St. Ingbert unterwegs, ein Kollege schaute sich die Parksituation an. Der fachliche Blick von außen kommt von der Planersocietät, der Blick von innen von den Bürgern. „Die Einwohner sind die Vor-Ort-Experten.“ Die eingereichten Umfragen werden bis im November eingegeben, aufbereitet und hochgerechnet.

Am Ende des Jahres soll die Auswertung dann bereitstehen und kann in den Prozess Klimaschutzteilkonzept Zukunftsmobilität eingebunden werden. Im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans wird das Ergebnis dann auch im politischem Gremium präsentiert.

Wer sich über die Umfrage genauer informieren möchte, kann unter www.mobil-sanktingbert.de tun. Dort befindet sich auch der Zugang zur Onlinebefragung.

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