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Wie sich der Zoo Neunkirchen auf die Zeit nach Corona vorbereitet

Fleißige Hände im Tiergarten Neunkirchen : Zoo macht sich schön für die Zeit "danach"

Die besucherfreie Zeit nutzt man in Neunkirchen für jede Menge Arbeiten. Der neue Eingangsbereich ist im Zeitplan. Am kommenden Montag könnte wieder geöffnet sein.

Es ist mächtig was los im Neunkircher Zoo in diesen Tagen. So soll das ja eigentlich auch sein. Allerdings: Die Hauptsaison hat man sich hier anders vorgestellt. „Das Wetter ist im Gegensatz zu den Jahren zuvor fantastisch“, seufzt Zoodirektor Norbert Fritsch vom anderen Ende der Bank gegenüber. Normalerweise ist in den Osterferien und vor allem über Ostern Saisonstart. Doch Corona hat auch das verändert. Statt Kinderlachen hört man Motorsägen, Hämmern, sich Kommandos zurufende Arbeiter. Der Zoo ist bereits seit Mitte März geschlossen. „Diese Maßnahme ist auch ganz wichtig“, hat Fritsch vollstes Verständnis. Trotzdem: Bei Temperaturen über der 20-Grad-Marke darf ein bisschen Wehmut schon mal sein.

„Da blutet einem schon das Herz, wenn man dran denkt, dass wir mit Sicherheit super Besucherzahlen hätten. Das ist schon bitter.“ Zumal überall auch alles blüht, der Nachwuchs auf die Welt kommt. Denn es ist viel zu tun. „Wir nutzen die Zeit jetzt, um einige Arbeiten zu machen, die, während Besucher hier rumspazieren, schwierig sind.“ Baumfällarbeiten zum Beispiel. Auf dem zukünftigen Drachen-Gehege, vor der Pater-David-Voliere, schwebt ein Mann in der Luft. Mitten aus der Gruppe werden hier riesige Bäume gefällt. Die sind krank und müssen weg, bevor sie von selbst zusammenfallen, stellen eine Gefahr dar. Ein Kran trägt den fliegenden Mann und nimmt die großen Baumteile Stück für Stück entgegen.

Ein Riesenkran steht nur einige Meter weiter. Dort, am neuen Eingang, ist schon richtig was zu sehen. Künftig wird man hier schon beim Reingehen über zwei runde Öffnungen gegenüber der Kasse einen ersten Blick in den Zoo werfen können. Man ist ruck, zuck im Freien. Anders wird das künftig beim Rausgehen sein. Denn die Drehtür in der Nähe des Seehund-Geheges war ein langes Provisorium, der Ausgang wird künftig neben dem Eingang sein. Durch die Glasfront kommt man in einen großen Raum, in dem dann der Shop sein wird. „Kasse, Lager, Shop, alles unter einem Dach“, erklärt Fritsch. Die Idee zur Neugestaltung stammt vom Zoodirektor selbst. Umgesetzt hat sie dann natürlich das Bauamt der Stadt. Noch in dieser Woche soll mit den Arbeiten an der neuen Terrasse begonnen werden, die gegenüber der Grillstation ihren Platz haben wird. Die Arbeiten sollten einige Wochen dauern. Fast fertig ist das neue Zuhause für die Pandaschildkröten. „Da sind nur noch ein paar Erdbauarbeiten zu machen.“ Danach wird dann die Anlage für die Fanalokas fertig gemacht. Beides übrigens Maßnahmen, die der Zooverein kräftig unterstützt. Gerne würde Fritsch die Zeit auch nutzen, um die Wege neu zu machen. Die Zeit wäre günstig, doch die Mittel fehlen.

Der neue Eingangsbereich des Zoos nimmt langsam Gestalt an. Foto: Elke Jacobi

Stattdessen gibt es schon mal neue Schilder. Denn die Firma, die die macht, die hat gerade nicht so viel zu tun. Die Zoopädagogen bringen sich da ein. Die arbeiten alle im Homeoffice und kümmern sich ansonsten um den Auftritt im Netz, sorgen dafür, dass der Zoo nicht aus dem Gedächtnis der Menschen verschwindet. „Es sind hier alle voll beschäftigt“, sagt Fritsch. „Wir rüsten uns und bereiten vor, nützen die Zeit gut, damit wir viel gepackt haben, wenn der Zoo nochmal öffnet.“ Die ersten neuen Schilder stehen bereits. Übrigens: Neu gestaltet werden sie alle, bekommen zu den Grundinfos Ergänzungen dazu. Die großen, gänzlich neuen Schilder wird es nur an bestimmten Stellen geben. „Wir wollen ja keinen Schilderwald hier.“ Gleich fünf an der Zahl sind es bei den Pavianen.