Wertvoller Rohstoff und Kunstobjekt

Früher wurden sogar Wasserleitungen aus Holz hergestellt, aber auch im Bergbau oder in der Brauereiindustrie kam dieser vielseitige Werkstoff in der Region zum Einsatz. Eine neue Ausstellung widmet sich dem Holz.

. Noch bis Freitag können sich Besucher im Kuppelsaal des St. Ingberter Rathauses auf den "Holzweg" begeben und sind doch genau richtig, wenn sie sich für nachhaltiges Wirtschaften mit einem der vielfältigsten Werkstoffe interessieren, den unsere Erde zu bieten hat. Denn dort läuft derzeit die Ausstellung "Inwertsetzung heimischer Hölzer im Biosphärenreservat Bliesgau", die am Montag eröffnet wurde. Oberbürgermeister Hans Wagner verwies auf den vielfältigen Gebrauch von Holz, sei es für den Haus- oder Möbelbau, für Fässer, die Energiegewinnung und noch vieles mehr. Früher habe man sogar Wasserleitungen aus dem nachwachsenden Rohstoff gefertigt.

Dass Holz auch ein dekoratives und nützliches Element im Alltag sein kann, zeigen die von Schreinern oder Drechslern gefertigten Schüsseln, Schalen, Gewürzmühlen, Honiglöffel, Skulpturen, ein Weinregal, ein Bett, diverse Sitzgelegenheiten oder Garderoben, die im Kuppelsaal bewundert werden können. Alle Objekte verführen zum Anfassen. Eine bunte Palette einheimischer Hölzer wird gezeigt, bei deren Betrachtung mit den unterschiedlichen Farben, Maserungen, Strukturen und Härten klar wird, was die "Holzschaffenden" an ihrem Arbeitselement so sehr fasziniert.

Lara Ruppel kam als PEFC-Regionalassistentin Rheinland-Pfalz und Saarland nach St. Ingbert und brachte eine Wanderausstellung zum Thema Holz gleich mit. PEFC ist die Abkürzung für Endorsement of Forest Certification Schemes und ist ein internationales Waldzertifizierungssystem. "Es ist in Deutschland das Bedeutendste und so etwas wie der Wald-Tüv", sagte sie zur Erläuterung. Jeder Waldbesitzer müsse bestimmte ökologische, ökonomische und soziale Anforderungen erfüllen, um das Zertifikat zu bekommen. So dürfe er nur soviel fällen, wie wieder nachwächst und keine Pestizide verwenden. Das vorrangige Ziel der Zertifizierung sei die Dokumentation der Nachhaltigkeit. Zwei Drittel der deutschen Wälder haben dieses Zertifizierungsverfahren bereits durchlaufen. So sorge man dafür, dass der Wald auch künftigen Generationen erhalten bleibe und begegne aktiv der weltweiten Waldvernichtung. Es sei den Menschen immer wichtiger, zu wissen, woher das von ihnen in der vielfältigsten Form genutzte Holz komme.

"Um so schöner, wenn es aus heimischen Wäldern stammt, also in Wert gesetzt wird", so Ruppel. Auch Förster Helmut Wolf, der die Ausstellung organisiert hat, zeigte auf, dass die Entwicklung St. Ingberts ohne den Rohstoff Holz so gar nicht möglich gewesen wäre. Als ehemaliger Standort für Brauerei, Bergbau, Glas- und Stahlindustrie habe man Holz in großen Mengen benötigt. Ein kleiner Querschnitt von Holzprodukten aus ehemaliger Zeit ist unter anderem mit historischen Bierkästen der Becker-Brauerei oder einem Nachbau eines deutschen Türstocks, wie er unter Tage verwendet wurde, zu sehen. "Wir wollen, dass unsere Hölzer wieder geschätzt werden, denn sie sind Teil unserer Identität", so Wolf.