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Wenn niedrige Energiekosten nur vorgetäuscht sind

Wenn niedrige Energiekosten nur vorgetäuscht sind

Unter dem Schlagwort „Energiewende“ werden nicht selten unseriöse Angebote für neue Heizanlagen, oft in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen, vorgelegt, weiß die Verbraucherzentrale. Ein Besuch bei deren Energieberatern kann schnell Klarheit schaffen.

Vermehrt erhalten Gebäudeeigentümer unseriöse Angebote für eine neue Heizung. Unter dem Schlagwort "Energiewende" werden ineffiziente Luft-Wasser-Wärmepumpen angeboten, teilweise in Kombination mit einer Photovoltaikanlage, berichtet Helmut Pertz, Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Einem Interessenten wurde vorgerechnet, dass sich der Austausch seines vorhandenen Gas-Brennwertkessels innerhalb weniger Jahre rechnet. Dabei wurde für die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 3,5 bis 4,0 genannt. "So hohe Arbeitszahlen lassen sich mit einem solchen System nicht erreichen", so Helmut Pertz, "zumal, wenn die Heizungsanlage des Gebäudes hohe Vorlauftemperaturen erfordert." Wird gleichzeitig auch das Brauchwasser von der Heizung erwärmt, lässt sich höchstens eine Arbeitszahl zwischen 2,0 und 2,5 erwarten. Mit abnehmender Arbeitszahl nimmt der Stromverbrauch einer Wärmepumpe zu. Im konkreten Fall liegen die Energiekosten damit rund 60 Prozent höher als im Angebot vorgerechnet. Hinzu kommt, dass die Effizienz der vorhandenen Anlage in den Vergleichsrechnungen viel zu niedrig angesetzt wird, um den vermeintlichen Einspareffekt künstlich noch weiter zu erhöhen.

"In einigen Fällen wird die Anlage dann noch um eine Photovoltaikanlage ergänzt und dem Interessenten vorgerechnet, dass er quasi kostenlos heizen kann", so der Energieberater. Tatsächlich ist die angebotene Anlage jedoch unwirtschaftlich - der Kunde zahlt drauf.

Unterstützung bei Fragen zur Energie- und Kosten sparenden Beheizung und Warmwasserbereitung erhalten Interessierte im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs bei der Verbraucherzentrale. Die unabhängige Energieberatung wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Für eine persönliche Beratung in einer der 14 Beratungsstellen ist eine Anmeldung erforderlich.

In St. Ingbert finden Energieberatungen jeden ersten und dritten Montag im Monat im Rathaus, Am Markt 12, Zimmer 203 statt. Anmeldung unter Tel. (0 68 94) 130.

In Blieskastel finden die Energieberatungen in der Volkshochschule, am Schloss 11 (ehemaliges Internat) statt. Anmeldung unter Tel. (0 68 42) 92 43 10 oder (0681) 5 00 89 15.