1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Wenn das Herz auf einmal aus dem Takt gerät

Wenn das Herz auf einmal aus dem Takt gerät

(red) "Herz aus dem Takt - Vorhofflimmern" lautet das Thema eines Vortrages am morgigen Mittwoch um 18 Uhr im Rahmen der Reihe "Medizin aktuell" im Kasino des Kreiskrankenhauses St. Ingbert. Referent ist der Chefarzt der Inneren Medizin, Privatdozent Oliver Adam.

Der Vortrag befasst sich mit der Diagnose und Therapie von Vorhofflimmern. Dies ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und eine der häufigsten Ursachen für ambulante Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte. Fast 1,8 Millionen Menschen (2,2 Prozent der Bevölkerung) leiden an Vorhofflimmern. Aufgrund der sich ändernden Altersstruktur in den westlichen Ländern rechnen Experten mit einer Verdoppelung in den nächsten 50 Jahren. Vorhofflimmern ist als Rhythmusstörung selbst nicht lebensbedrohlich, kann aber zu gravierenden Folgeschäden führen, insbesondere zum Schlaganfall. Das Schlaganfallrisiko hängt vom Alter und den Begleiterkrankungen ab und beträgt bis zu acht Prozent pro Jahr. Schlaganfälle sind neben dem Herzinfarkt die häufigste herz- und kreislaufbedingte Todesursache in Deutschland.

15 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen, das sind fast 40 000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland. Daher sind in vielen Fällen Medikamente zur Blutverdünnung erforderlich, um die Gerinnselbildung bei Vorhofflimmern zu verhindern und somit das Embolie-Risiko weitgehend zu reduzieren. Die Behandlung von Vorhofflimmern umfasst mehrere Komponenten, in erster Linie kommt jedoch eine medikamentöse Therapie mittels Antiarrhythmika, Betablockern und anderen Medikamenten zum Einsatz. Wenn rhythmusstabilisierende Medikamente nicht helfen oder schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, sind andere Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel die Katheterablation, angeraten. Mit Hilfe eines Spezialkatheters werden im Rahmen einer elektrophysiologischen Untersuchung (kurz EPU) verschiedene Orte auf der Herzinnenseite, welche für die Rhythmusstörungen verantwortlich sind, aufgesucht.

Durch Hochfrequenzstrom oder Kälte werden diese Stellen im Herzgewebe, die für das Vorhofflimmern verantwortlich sind, verödet. Ziel der Behandlung ist es, Vorhofflimmern zu verhindern, und zwar ohne Zugabe von antiarrhythmischen Medikamenten. Nach dem Vortrag beantwortet Adam die Fragen der Besucher.