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Weihnachtsoratorium in der Herz-Jesu-Kirche in Oberwürzbach

Konzert in Oberwürzbach : Stehende Ovationen in der Herz-Jesu-Kirche

Das Oberwürzbacher Gotteshaus war am Sonntagabend Konzertsaal für das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

„Zwischen den Jahren“ - so sagt man für gewöhnlich zu der Zeit nach den Weihnachtsfeiertagen und vor dem Jahreswechsel. Oft hat man da frei und so etwas Zeit und Muße für Dinge, die sonst oft zu kurz kommen. Die ideale Gelegenheit, um sich ein Werk der Klassik zu Gemüte zu führen, welches sonst recht schnell drohen könnte  in der Vorweihnachtshektik unterzugehen: Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Dabei handelt es sich um das populärste aller geistlichen Werke Bachs. Freunde dieses Komponisten kamen am Sonntagabend in der Oberwürzbacher Pfarrkirche Herz Jesu auf ihre Kosten. Dort wurden unter der Gesamtleitung von Jürgen Meyer die Kantaten 1 bis 3 (BWV 248) des Oratoriums aufgeführt. Der Einladung des „Vereins zur Förderung der Kirchenmusik Pfarrei Heiliger Martin“ waren der Kirchenchor Herz Jesu Oberwürzbach, ein Projektchor aus Sängern der beiden anderen Chöre der Pfarrei Heiliger Martin, weitere Gastsänger und Musiker des Staatstheaters Saarbrücken gefolgt.

Das Werk besteht aus sechs Teilen, die erstmals vor knapp 300 Jahren in Leipzig vom Thomanerchor aufgeführt wurden. Markant ist die Vertonung der Weihnachtsgeschichte des neuen Testaments in der Rezitative. Eine Aufgabe die in Oberwürzbach den vier Solisten oblag: Bernadette Meyer (Sopran), Tanja Stuppy (Alt), Andreas von Rüden (Tenor) und Vinzenz Haab (Bass). Der Teil 1 trägt den Namen „Jauchzet, frohlocket! Auf, preiset die Tage“. Hier setzte vor allem Christian Deubel Akzente. Der Trompeter hatte nämlich bei der Arie, die Vinzenz Haab sang, seinen Solo-Auftritt. Eine weitere Arie, dieses Mal gesungen vom Tenor Andreas von Rüden, erfreute sich ebenfalls eines Musiker-Solos: Die Querflötistin Claudia Tiller überzeugte im zweiten Teil, der unter dem Namen „Und es waren Hirten in derselben Gegend“ stand. Wolfgang Mertes, Konzertmeister des Staatsorchesters Saarbrücken, war mit seiner Violine der Mann mit dem dritten Solo, welches die von Tanja Stuppy gesungene Arie umrahmte. Dieser Auftritt kam im dritten Teil mit dem Titel „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“ des Werkes zum Tragen.

Dazwischen gab es immer wieder Weihnachtschoräle und Sinfonia-Auftritte. „Das sind Sängerinnen und Sänger aus dem gesamten östlichen Saarland“, freute sich nach Ende des Konzerts Fritz Hauck. Der Vorsitzende des „Vereins zur Förderung der Kirchenmusik Pfarrei Heiliger Martin“ musste mit seiner Dankesrede dann auch eine Weile warten. Die stehenden Ovationen der Konzertbesucher forderten ihren Tribut. Hauck dankte vor allem Konzertmeister Mertes für die Zusammenstellung der Musiker. „Wir haben in den verschiedenen Chören nachgefragt. Man kennt sich ja gegenseitig“, erklärte Jürgen Meyer im Gespräch mit unserer Zeitung bei Konzertende das Zustandekommen des Projektchores. Wie der Mann, der seit 21 Jahren den Oberwürzbacher Kirchenchor leitet, berichtete, helfe man sich innerhalb der Chorszene mit Sängern aus. „Die kennen das Stück. Im Januar haben wir bereits mit den Proben begonnen“, lässt er wissen. „Um diese Zeit ist ja bis Neujahr nichts und dann ein solch tolles Werk: Ich bin begeistert“, freute sich auch Konzertbesucher Anton Junkes aus St. Ingbert beim Verlassen der Oberwürzbacher Kirche.