Weihnachtsmarkt in und an der Rohrbachhalle in Rohrbach

Adventsstimmung in Rohrbach : Caruso(s) zu Gast beim Weihnachtsmarkt

Im Reigen der St. Ingberter Weihnachtsmärkte ist der Rohrbacher am ersten Adventswochenende der Vorreiter. Dort trinkt man seinen ersten Glühwein und besorgt sich den Adventskranz, den man bisher zu kaufen vergaß.

Weihnachten naht mit großen Schritten und manche Geschenke sind noch nicht gekauft. Dazu gab es am Wochenende vor und in der Rohrbachhalle reichlich Gelegenheit. Und während beim Shoppen im Kaufhaus „Last Christmas“ und andere weihnachtliche Gassenhauer nur aus der Konserve vor sich hin dudeln, war die Musik in Rohrbach noch hausgemacht. Mit dem Männerchor Rohrbach wurde in die zwei Markttage gestartet, abgelöst von den Jüngsten aus der Kita Detzelstraße, die schon (wie die Rentiere) mit den Hufen scharrten.

Auch die Eltern fieberten, beinahe mehr als ihre Kinder, dem Auftritt auf der Open-Air-Bühne entgegen. Zahlreiche Handys waren auf das dortige Geschehen gerichtet. Immer wieder mit Kunstschnee aus der Schaumkanone „versorgt“, kam vor allem bei den kleinen Gästen vor der Bühne Winterstimmung auf, während der Kita-Chor passend dazu ein Weihnachts-Medley anstimmte. Die kleinen Sängerinnen und Sänger hatten sich nicht nur den Applaus redlich verdient, sondern wegen ihrer Leistung auch eine besondere Auszeichnung. Denn wo hätte es einen besseren Rahmen für die Caruso-Verleihung geben können, als vor so viel Publikum. Christa Gillmann vom Saarländischen Chorverband überreichte die Plakette, die die Kita schmücken wird.

Wie sie sagte, habe sich die Einrichtung den „Caruso“ redlich verdient, denn die Hürden für diesen Gesangspreis seien hoch. Doch die größte Herausforderung auf dem Weg zum Titel sei das kindgerechte Singen in der richtigen Tonlage. All das hätten die jungen Rohrbacher erfüllt und so konnten sie sich von den Gästen nicht nur für ihren tollen Auftritt feiern lassen sondern auch für diesen Titel. Einer, der sich über solche Leistungen besonders freut, ist Ortsvorsteher Roland Weber, der am Rohrbacher Weihnachtsmarkt das Gemeinschaftliche schätzt. Viele Vereine und Bürger ziehen an einem Strang, um solch ein „Event“ zum Erfolg werden zu lassen.

Nicht nur die Besucher lieben das Angebot an Weihnachtlichem, das kaum einen Wunsch offen lässt, auch die Standbetreiber schwärmen regelrecht von der familiären Atmosphäre. Carmen Ferrang war im vierten Jahr dabei, diesmal mit Kreativem aus Papier. „Das Ambiente stimmt hier und die Leute sind nett“, sagt die Oberwürzbacherin, „außerdem wissen sie die Arbeiten aus hochwertigem Papier und die kleinen Geschenkideen zu schätzen.“ Sie warb an ihrem Stand auch für Workshops. Dafür sei der Markt eine ideale Plattform.

Jutta Belloni strickte „live“ an ihrem Stand und fertigte noch letzte Woll-Waren für ihr Sortiment: „Hier mit den Leuten zu reden ist für mich neben dem Geschäft das A und O.“ Das weiß auch Susanne Schmitt, die seit 21 Jahren mit Selbstgenähtem zum festen Bestand der Veranstaltung gehört. Sie fing mit einer Freundin dort an, als „Herr Wachall noch Chef war“. Seit 15 Jahren kommt sie nun allein, aber immer noch gern. Für sie als ehemalige Rohrbacherin war die Teilnahme in der Heimat naheliegend, zumal sie über die Jahre nicht nur auf eine erworbene „Stammkundschaft“, sondern vor allem eine Fangemeinde verweisen kann. Wer ihre Arbeiten sieht, weiß warum.

Der „singenden Kita“ Detzelstraße wurde bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes von Christa Gillmann vom Saarländischen Chorverband (rechts) der „Caruso“ verliehen. Foto: Cornelia Jung

„Ich kommen gern nach Rohrbach, weil ich mit der Betreuung sehr zufrieden bin. Hier wird man noch persönlich und nett begrüßt“, so die Hasselerin. Und dann kann sie gar nicht anders, als ihre ganzen schönen Patchwork-Arbeiten, einschließlich der selbst genähten Kinderkleidung, unters „Weihnachts-Volk“ zu bringen. Wie auf Bestellung kommen Besucher vorbei und erzählen von bei ihr vor Jahren gekauften Weihnachtsgeschenken, die so gut ankamen, dass man bei Susanne Schmitt sogar maßanfertigen ließ. „Ich bin eben stoffsüchtig und hänge an der Nadel“, sagt sie lachend und wandte sich bereits einem weiteren Interessenten zu. Petra Pültz ist mit ihren Patchwork-Taschen und -decken erstmals in Rohrbach. Sie nutzt den Heimvorteil, lobt die Atmosphäre und das Platzangebot. Sie betrachtete ihre Premiere bereits am Samstag als gelungen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung