Weihnachtsmarkt in St. Wendel : Zwischen Lichterglanz, Pyramide und winterlichem Rodelspaß

Der St. Wendeler Weihnachtsmarkt startet am 7. Dezember mit viel Programm.

Die zwölf Meter hohe Pyramide aus dem Erzgebirge erhebt sich auf dem Schlossplatz. Ist einmal mehr ein Erkennungsmerkmal des St. Wendeler Weihnachtsmarktes. Der öffnet am Samstag, 7. Dezember, wieder seine Pforten und feiert, wie St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU) im SZ-Gespräch verrät, seinen 20. Geburtstag. Bis zum 15. Dezember erwartet der Verwaltungschef mehr als 200 000 Besucher in der Kreisstadt. Allein 350 Busse sind bereits angemeldet. Nicht nur aus Deutschland reisen die Gäste an, sondern auch aus Luxemburg und Frankreich. Bekannt sei der Markt auch in Ramstein, sagt Klär. Aus dieser Richtung ziehe es viele US-Amerikaner in der Vorweihnachtszeit nach St. Wendel.

170 geschmückte Holzbuden laden zum Flanieren. Sie haben sowohl Schmuck, Dekoartikel, Weihnachtliches und kreatives Handwerk im Angebot als auch so manche kulinarische Leckerei. Dabei soll auch an die Umwelt gedacht werden. Klär macht darauf aufmerksam, dass St. Wendel auf Mehrweggeschirr setze, um möglichst Plastik- und Papiermüll zu vermeiden. Außerdem soll die Schlemmermeile nicht überhandnehmen. „Ich achte darauf, dass die Essensstände nicht mehr als ein Drittel der Budenstadt ausmachen“, erläutert Marktchefin Leonie Paqué. Gerade aus dem Bereich Imbiss erhalte sie viele Anfragen. Es gibt eine Warteliste, auf der 100 Anbieter vermerkt sind. Was die Händler betrifft, so bemüht sich Paqué, immer auch neue Angebote auf dem Markt zu präsentieren.

Das gilt auch für das begleitende Programm. So ist erstmals die Gruppe Eventpuppets aus Berlin zu Gast. Täglich stehen drei Auftritte an. Es gibt eine Tagesshow, die aus Artistik, Tanz, Spiel und Jonglage besteht. Sie startet jeweils um 14 Uhr. Wenn die Dunkelheit über den Markt hereingebrochen ist, gibt es zwei Vorführungen. „Die Gruppe hat eigens für St. Wendel eine Show entwickelt“, sagt Paqué. Diese ist angelehnt an Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte „A christmas carol“. Unter Einsatz von Feuer, Nebel und Licht erzählen, vertanzen und spielen sechs Künstler eine weihnachtliche Geschichte. (Montag bis Donnerstag, je 17 und 19 Uhr auf der Mott, Freitag bis Sonntag, je 17 und 19.30 Uhr). Die Truppe aus Berlin wird außerdem ein Drachen-Duo mit Namen Argon und Nea mit nach St. Wendel bringen. Dieses mischt sich unter die Besucher.

Ebenfalls täglich auf der Mott zu sehen: das Tavernenspiel (Montag bis Donnerstag je 19.30 Uhr, Freitag bis Sonntag, je 20 Uhr). Außerdem hat das Trio Grande seine Auftritte und die Gruppe Rebule, die Musik aus dem Mittelalter präsentiert. Mit Gaukelei und Feuershow ist die Gruppe Lux Aeterna auf dem Markt vertreten, ebenso wie Zauberer Kalibo. Tägliche Programmpunkte sind auch der Rundgang mit dem Nachtwächter, der jeweils um 19 Uhr startet, und der Auftritt der Turmbläser (immer 19.30 Uhr), die von der Balustrade der Basilika aus spielen.

Eine Vielzahl der Künstler ist die gesamte Marktdauer in St. Wendel zu Gast. Andere nur an ausgewählten Tagen. So wollen die Spielleute Sadefryd die Besucher am ersten Marktwochenende mit historischen Musikstücken unterhalten. Schnee-Elfe Sorgenfrei schaut zusammen mit dem Weihnachtstroll Trolly vom 7. bis 12. Dezember vorbei. Zusammen präsentieren sie laut Stadtverwaltung eine Mischung aus Puppenspiel und Seifenblasenperformance. Vom 13. bis 15. Dezember gibt’s Musik und Tanz von den Spielleit Ranunculus.

Sollte es keinen echten Schnee geben, kann in St. Wendel trotzdem auf Reifen einen Hang auf weißer Pracht hinuntergerutscht werden. Eine Schneemaschine, so verrät Paqué, macht’s möglich. Die Rodelbahn ist auf dem Parkplatz hinter dem Neuen Rathaus aufgebaut.

Seit 2012 gibt es in Kombination mit dem klassischen Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone einen Mittelaltermarkt auf der Mott. Dort bieten Krämer und Marktleute ihre Waren feil, Handwerksleut’ geben einen Einblick in das damalige Schaffen.

In die Welt der Wichtel können Besucher im Zwergenwald an der Stadtmauer eintauchen. 18 Häuschen zeigen mehr als 300 zipfelbemützte Kerlchen in verschiedenen Szenen. Viel zu sehen gibt es auch in der Luisenstraße, die während des Weihnachtsmarktes zur „Himmlischen Meile“ wird. Dort stehen mannshohe Nussknacker und ein Weihnachtsmann aus den Werkstätten des Erzgebirges. Außerdem sind hier einige Krippen des 2016 verstorbenen St. Wendeler Künstlers Karl Heindl zu sehen.

Eine Rodelbahn soll Winterspaß bringen, selbst wenn echter Schnee während des Weihnachtsmarktes fehlen sollte. Foto: Bonenberger/Stadt St. Wendel
Lichterketten sind zur Vorweihnachtszeit an den städtischen Gebäuden angebracht. So auch am Alten Rathaus. Im Hintergrund ragt die angestrahlte Basilika gen Himmel. Foto: Bonenberger/Stadt St. Wendel

Wem das nicht reicht, der kann sich in eine eigene Ausstellung mit Krippen von Heindl anschauen. Diese hat täglich von 10 bis 18 Uhr in den Räumen unterhalb der Missionshausbuchhandlung geöffnet. An den Samstagen, 7. und 14. Dezember, und den Sonntagen, 8. und 15. Dezember, jeweils von 14 bis 17.30 Uhr bringt ein Weihnachts-Shuttle Besucher im Halb-Stunden-Takt vom Weihnachtsmarkt, Haltestelle evangelische Kirche, zum Missionshaus.