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Weihnachtskonzert mit Walzertanz und Marschmusik

Weihnachtskonzert mit Walzertanz und Marschmusik

Das Musikprogramm beim traditionellen Weihnachtskonzert in Wittersheim war reichhaltig: Von Walzer über Rocksongs bis hin zu James-Bond-Musik war alles dabei. Nach der Marschmusik gab es sogar „Bravo!“-Rufe.

Hätte Reinhold Ernst im Vorfeld gewettet, wäre das Ganze womöglich schief gegangen. Beim traditionellen Weihnachtskonzert des Musikvereins Wittersheim-Bebelsheim am Donnerstagabend hatte der Dirigent beim Johann-Strauß-Walzer "Rosen aus dem Süden" das Publikum zu Tanzen aufgefordert. Er würde dann dem ersten und dem letzten Paar einen Sekt spendieren. Diesen Einsatz musste Ernst dann in der Pause auch einlösen. Denn in der Wittersheimer Festhalle herrschte nämlich Silvesterball-Stimmung: Nachdem im Bereich vor der Bühne ein Paar eine Sohle aufs Parkett legte, folgten im hinteren Teil der Halle kurz danach vier weitere. Dabei ist dieses Stück aus der Operette "Das Spitzentuch der Königin" nicht das populärste aus dem Hause Strauß. Und dann gab es am zweiten Weihnachtsfeiertag auch einen weiteren Grund zum Feiern: Das Konzert fand bereits zum 40. Mal statt. 1974 vom heutigen Ehrendirigenten Emanuel Zierhut initiiert, zählt es heute zum Höhepunkt im Schaffen des Orchesters. Richard Wagner hatte es dem musikalischen Leiter des Großen Orchesters gleich zweimal an diesem Abend angetan, wie dieser in seiner Moderation erkennen ließ. "Einzug der Gäste" aus der Oper Thannhäuser und "Rienzi, der letzte der Tribunen" fanden sich deshalb auf der musikalischen Agenda des Konzerts. Zuvor war man in Wittersheim mit "A Christmas Ouvertüre" von Roland Kernen weihnachtlich in den Abend gestartet. Den musikalischen Kontrapunkt setzte das Orchester mit einem Medley von Brian Adams. Der Mann mit dem geradlinigen Gitarrenrock und der rauen Balladenstimme kam auch Dank der Titel wie "Summer of 69" oder Everything I do, I do it for you" in Wittersheim gut an. Auch Guiseppe Verdi machte man mit dem Triumphmarsch aus Aida die Aufwartung. Bei der Selection "James Bond 007" kam Reinhold Ernst mit seiner Moderation regelrecht ins Schwärmen. 60 Jahre gibt es die Filmfigur James Bond schon. Etwas ironisch verwies der Dirigent darauf, dass Bond früher nur die Welt retten wollte. Heute müsse der Schauspieler sogar die Frauen verstehen. Erneut bewies sich beim Wittersheimer Konzert die außerordentliche Beliebtheit von Marschmusik. Beim Graf Zeppelin-Marsch von Carl Teike gab es "Bravo!"-Rufe und Zugabeforderungen. Im Ausland stellt dieser Marsch den Inbegriff der deutschen Marschkunst dar. Die Zu-gabenwünsche wurden prompt erfüllt. Neben der schweizerischen Polka "Ein halbes Jahrhundert" gab es einen weiteren Marsch. Das Besondere: Dieser wurde vom Ehrendirigenten Emanuel Zierhut dirigiert. Im Rahmen der Veranstaltungen wurden umfangreiche Ehrungen durchgeführt (Bericht folgt).