Wehr startet mit Zentimeterarbeit in den Einsatz

Wehr startet mit Zentimeterarbeit in den Einsatz

St. Ingbert. Die Fahrzeughalle im St. Ingberter Feuerwehrgerätehaus bleibt ein Sorgenkind der Stadt. Das wurde am Mittwochabend nochmals deutlich, als sich dort der Ortsrat St. Ingbert-Mitte im Vorfeld seiner Haushaltsberatung erneut zu einem Ortstermin traf

St. Ingbert. Die Fahrzeughalle im St. Ingberter Feuerwehrgerätehaus bleibt ein Sorgenkind der Stadt. Das wurde am Mittwochabend nochmals deutlich, als sich dort der Ortsrat St. Ingbert-Mitte im Vorfeld seiner Haushaltsberatung erneut zu einem Ortstermin traf. Wie Löschbezirksführer Wolfram Zintel gegenüber den Kommunalpolitikern betonte, habe sich in den vergangenen Wochen zwar einiges gebessert. So seien die zuvor hochstehenden Gitterroste in der Halle, an der sich ein Feuerwehrmann schwer verletzt hatte, inzwischen neu verschweißt und auch der teilweise schadhafte Bodenbelag ausgebessert worden. Doch das laut Zintel gravierendste Problem besteht weiterhin: "Die Tore des Gerätehauses sind nicht nur in die Jahre gekommen, sondern vor allem zu niedrig."Das trifft nach Angaben des Löschbezirksführers gerade die beiden Feuerwehrautos, die meist als erste ausrücken. Das Löschgruppenfahrzeug (HLF) und die Drehleiter der St. Ingberter Wehr seien zwar krachneu, aber auch höher als ihre Vorgänger. "Derzeit ist beim Ausfahren Zentimeterarbeit und sogar beim HLF einer Tieferlegung erforderlich, um nicht an den Sturz des Hallentores zu stoßen." Da ist es klar, dass sich die Wehr neue, einsatztaugliche Tore wünscht. Doch selbst bei aller Kompromissbereitschaft - die Zahl der Hallentore reduzieren und nur wenige erhöhen - bleibt eine Lösung schwierig.

Und das liegt an der Konstruktion und Statik des Gerätehauses, wie Alex Beck, der Leiter der städtischen Abteilung Gebäude und Liegenschaften, dem Ortsrat erläuterte. Wegen dessen Stahlbeton-Konstruktion und der direkt über den Toren liegenden Träger und Leitungen ließen sich durch angedachte neue Rolltore "maximal fünf bis acht Zentimeter Höhe gewinnen", so Beck. Ein Absenken des Hallenbodens sei ausgeschlossen, weil das Gerätehaus auf einer Pfahlgründung steht. Praktikabler Rat ist obendrein teuer. Auch wenn die Stadtverwaltung die Kosten für neue Selektionstore auf beiden Seiten der Fahrzeughalle noch nicht genau beziffern konnte, rechnet der Abteilungseiter mit über 200 000 Euro.

Dem Ortsrat Mitte wäre die Sicherheit der Bürger und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr das aber allemal wert. In seine Wunschliste für den Doppelhaushalt 2013/14 nahm der Ortsrat die Verbesserung am Feuerwehrgerätehaus einstimmig auf. Gleichzeitig wurde die Verwaltung zu prüfen gebeten, ob nicht der An- oder Neubau einer Halle für zwei bis drei Löschfahrzeuge eine Alternative für die Hallentor-Probleme darstelle.

Darüber hinaus sammelte der Ortsrat einvernehmlich weitere Haushaltswünsche aus allen Fraktionen, ohne dabei nach Prioritäten zu entscheiden. Auf der langen Liste landeten so unter anderem die Forderung nach mehr Geld für die Pflege von Grünanlagen, Urnenwänden auf den beiden St. Ingberter Friedhöfen, einem Radwegekonzept und einem weiteren Kreisverkehr in der Dudweilerstraße. Erneuert wurden zudem frühere Forderungen wie die nach Spielgeräten in der Fußgängerzone oder der Sanierung des Pflasters auf dem Marktplatz. Ortsvorsteher Ulli Meyer ordnete den Forderungskatalog so ein: "Pflicht geht weiter vor Kür: Wir sollten bestehende Strukturen erhalten, ehe neue geschaffen werden." Und wenn feststehe, was für den neuen Doppelhaushalt vorgeschlagen werde, sei noch Gelegenheit, dass der Ortsrat seine Vorschläge durch Änderungswünsche präzisiert.

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