Hochwasser: Wassermassen fließen über Grundstücke

Hochwasser : Wassermassen fließen über Grundstücke

Die Folgen des jüngsten Extremwetters besorgt Bürger in Oberwürzbach. Der Ortsrat verweist Anwohner jetzt direkt an den Stadtrat.

Immer wieder schauen einige Oberwürzbacher sorgenvoll zum Himmel, wenn es regnet. Denn seit einigen Jahren haben Anwohner von Ommersheimer Straße, Fuhrweg und Dörrenbachstraße das Wasser nach Starkregenereignissen, wie sie in letzter Zeit häufiger vorkommen, hinterher auch auf Grundstück und in den Häusern stehen. Bereits in den vergangenen Sitzungen des Ortsrates baten dessen Mitglieder die Verwaltung darum, mit den Mandelbachtaler Kollegen Kontakt aufzunehmen, da die Wassermassen auch von deren Gemarkung ins Tal schießen. Das Gremium wünscht sich hier eine gemeinsame Lösung zum Wohle der Oberwürzbacher.

Ein anderer Beschluss aus der Vergangenheit wurde mit einer Ortsbegehung mit Mitarbeitern des Umweltministeriums bereits umgesetzt. Diese schauten sich die Situation in der Dörrenbachstraße an und signalisierten, dass die Stadt St. Ingbert einen Antrag auf Förderung einer Studie stellen könne, um die Problematik des wild abfließenden Hangwassers untersuchen zu lassen. Welche Fördermittel vorhanden sind und ob einzelne Bürger für Baumaßnahmen gegen das Hochwasser daran partizipieren können, werde noch geklärt. Außerdem seien Begehungen mit den für die Straßenunterhaltung verantwortlichen Personen durchgeführt worden, in deren Folge Optimierungen erfolgt seien beziehungsweise in den nächsten Wochen realisiert werden.

In der Ommersheimer Straße wurde am Einlaufbauwerk der Einlaufrost durch einen geschlossenen Deckel getauscht, womit das Oberflächenwasser nicht mehr zur sogenannten „Konfliktstelle“ laufe. So sei der Zustand, wie er vor der Sanierung dieser Straße gewesen sei, wieder hergestellt worden. Doch dass dies nicht der einzige Problembereich in Oberwürzbach ist, zeigte sich anhand des Bürgerinteresses zu diesem Thema in der jüngsten Ortsratssitzung. Diese fand nur einige Tage nach den jüngsten Unwettern nach Fronleichnam statt, bei denen auch Gebäude in der Tal-, Friedhof- und der Hauptstraße sowie im Steckental und in Reichenbrunn „nasse Füße“ bekamen. „Seit 30 bis 40 Jahren wird dieses Thema in der Verwaltung schleifen gelassen“, fand Ortsvorsteherin Lydia Schaar deutliche Worte. Erbost war ein Anwohner der Talstraße darüber, dass die lange angemahnte Reinigung des Baches bisher nicht erfolgt sei, was das Hochwasserproblem noch verstärkt habe.

Der Lauf des Gewässers sei versandet und teilweise stark verschlammt, was auch andere Anwohner bestätigten. Außerdem wuchere der Randbereich des Fließgewässers immer mehr zu, was den zügigen Abfluss ebenfalls behindere. „Die ganze Situation wäre entschärft worden, wenn die Stadt ihrer Pflicht nachgekommen wäre. Ich habe die Faxen dicke“, so der vom Hochwasser gebeutelte Oberwürzbacher. Wie Ortsratsmitglied Alois Ohsiek (CDU) sagte, habe der Oberbürgermeister in der Vergangenheit seine Zusage zur Reinigung des Bachlaufs gegeben. „Und was ist seitdem passiert? Nix.“, gab sich der ebenfalls vom Hochwasser Betroffene selbst die Antwort. Hinter seinem Haus sei der Durchlauf durch die Brücke immer wieder zugesetzt. Dieses Dauerbrenner-Thema versande regelmäßig im Stadtrat, so war von allen Fraktionen zu hören.

„Wir haben genügend Appelle an den Rat gerichtet, wir sind nicht gehört worden“, so Dunja Sauer (SPD), „in der letzten Woche waren nicht mal die versprochenen Sandsäcke für die Feuerwehr da. Ich befürworte ja die Förderung einer Studie, aber es müssen auch Sofortmaßnahmen ergriffen werden.“ Den anwesenden Bürgern legte man nahe, sich bei der Bürgersprechstunde vor der Stadtratssitzung zu Wort zu melden, um sich Gehör zu verschaffen. Der Ortsrat forderte die Verwaltung mit einem Beschluss auf, für die Reinigung des Bachlaufs zu sorgen, unverzüglich Gespräche mit der Verwaltung von Mandelbachtal bezüglich des von dort zulaufenden Wassers aufzunehmen sowie die Entwässerungsmöglichkeiten an der Ommersheimer Straße zu prüfen. Außerdem sprach er sich für die finanzielle Entschädigung der Hochwassergeschädigten durch einen Sonderfond aus.

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