Was wird aus dem Trampelpfad?

Grundsätzlich findet das mit Hochlandrindern geplante Beweidungsprojekt im Rohrbachtal im Ortsrat St. Ingbert-Mitte breite Zustimmung. Bodo Marschall (Grüne) hält aber die vorgesehene Einzäunung und den Wegfall eines Trampelpfades noch für unausgegoren.

 Das Beweidungsprojekt soll bei der Pflege des idyllischen Wiesengeländes im Rohrbachtal helfen. Foto: Kerstin Keller
Das Beweidungsprojekt soll bei der Pflege des idyllischen Wiesengeländes im Rohrbachtal helfen. Foto: Kerstin Keller Foto: Kerstin Keller

. Der Ortsrat St. Ingbert-Mitte hat sich zuletzt bereits zum wiederholten Mal mit dem Thema "Beweidungsprojekt im Rohrbachtal" beschäftigt. Inzwischen könnte man meinen, dass zur Aufwertung des Naturschutzgebietes "Im Glashüttental/Rohrbachtal" durch die extensive Beweidung mit Hochlandrindern nur noch die künftigen tierischen Bewohner fehlen. Nachdem umfangreiche Vorleistungen durch die Ortsgruppe St. Ingbert des Nabu, die eine Projektstudie in Auftrag gab, die Stadt St. Ingbert , die die Grundstückseigentümer ermittelte, und durch die Naturlandstiftung Saar , die die Genehmigung zur Durchführung des Beweidungsprojektes beim Umweltministeriums erwirkte, getätigt wurden, wäre es nun an Pächter Edgar Sander, mit der Ersteinrichtung des Geländes zu beginnen.

Mit den von der Stadt zur Verfügung gestellten 30 000 Euro als einmaliger Anschubfinanzierung sollen Bäume gerodet, ein Zaun gezogen und Informationstafeln aufgestellt werden. Der Ortsvorsteher begrüßte dieses "tolle Projekt, das quasi das Gegenstück zur Beweidung im Elstersteinpark bildet". Nicht nur Ulli Meyer ist der Meinung, dass es diesen Bereich aufwertet und einem Biosphärenreservat gut zu Gesicht stehe. Ortsratsmitglied Bodo Marschall (Grüne) sieht das ebenso, äußerte allerdings bei zwei Details der Projektbeschreibung und der Kooperationsvereinbarung Bedenken.

Diese hingen mit den Lagepläne des künftige Projektes zusammen, die dem Ortsrat zur Kenntnis vorlagen. So sei vorgesehen, den Zaun im nördlichen Bereich in der Nähe der Fischerhütte einige Meter vom Waldrand entfernt aufzustellen. So soll es Spaziergängern und Radfahrern ermöglicht werden, einen neuen Trampelpfad zu etablieren. "Der Kontrollaufwand für so einen Zaun wäre riesig, wenn die Grenzziehung so bleibt", gibt Marschall zu bedenken. Denn er glaube nicht, dass sich die Gewohnheiten der Spaziergänger ändern und vermutet eine mutwillige Beschädigung des geplanten Zaunes zur Durchsetzung des Gewohnheitsrechts. "Ich bin ein gebranntes Kind und habe meine Erfahrungen bei dem Projekt im Elstersteinpark gemacht", so Marschall.

Der Grüne plädierte für die Erhaltung des derzeitigen Trampelpfades, der diagonal über die Wiese verläuft und bat um Überarbeitung der Pläne. Bei einem von ihm empfohlenen Vor-Ort-Termin stehe er gern für Gespräche zur Verfügung. Das mache aber nur Sinn, wenn die Vertragsunterlagen noch nicht unterschrieben sind. Verwirrung herrschte bei einigen Ortsratsmitgliedern angesichts der Eigentumsverhältnisse, denn ein Teil des Geländes wird von der Naturlandstiftung, ein anderer Teil von der Stadt an den Besitzer der Rinder verpachtet. Während dies in der Sitzung geklärt werden konnte, stellte sich Bodo Marschall die Frage, warum die Bewilligung der Ausnahmegenehmigung zur Nutzung des Geländes nur bis 1. Oktober 2018 gilt. "Das hieße ja, da wären 30 000 Euro nur für zwei Jahre investiert", sagte er. In der Ortsratssitzung wurde beschlossen, eine Verlängerung dieser Frist zu erwirken.