Gehnbach: Warum schwoll der Gehnbach so an?

Gehnbach : Warum schwoll der Gehnbach so an?

Wer derzeit zwischen St. Ingbert und Neuweiler den Gehnbach abläuft, findet dort eine Schneise der Verwüstung. Das Unwetter vom 31. Mai auf den 1. Juni hat den kleinen Bach offenbar zu einem reißenden Strom verwandelt und zahlreiche Bäume mitgerissen und Wege überspült.

Markant sind besonders die von den Wassermassen freigelegten Rohre auf Höhe der neu gestalteten Bank „Greth und Matz“. Der Gehnbach ist ab Höhe des Schlackenbergs kanalisiert und fließt im Bereich der Alten Schmelz in den Großbach. Im Mündungsbereich an der Saarbrücker Straße kam es vor einer Woche zu Anwohnerschäden.

Die Bürgerfraktion „Wir für St. Ingbert“ will nun prüfen lassen, inwiefern das Gewerbegebiet Bruchwald im Sulzbacher Stadtteil Neuweiler zu einer Verschärfung der Unwetterfolgen beigetragen hat. Fraktionsvorsitzender Dominik Schmoll: „Seit 2008 wurde unter großen St. Ingberter Protesten die Industriefläche um 8000 Quadratmeter bis unmittelbar an die Banngrenzen unserer Stadt erweitert, wodurch es zu großflächigen Rodungen, Aufschüttungen und Flächenversiegelungen kam.“ Knapp eine halbe Millionen Euro Zuschüsse erhielt die Stadt Sulzbach damals aus Landesmitteln für die Erschließung, die bedeutete, dass das Gewerbegebiet bis auf wenige hundert Meter an das St. Ingberter Wohngebiet Nassauer Graben heranwuchs.

„Wir für St. Ingbert“ will nun klären lassen, ob bei Starkregen das Wasser der versiegelten Flächen auf Sulzbacher Gebiet in den Gehnbach geleitet wird. Ganz offenbar verläuft nämlich ein Graben am Industriegebiet entlang und passiert ab dem abgrenzenden Zaun gleichzeitig auch die Stadtgrenze und geht von dort Weiter in Richtung Gehnbach.

Fraktionsvorsitzender Schmoll: „Während wir in St. Ingbert bei der Schaffung von Gewerbeflächen stets zum Hochwasserschutz Regenrückhaltebecken einrichten, muss der Verdacht ausgeräumt werden, am Gewerbegebiet Bruchwald sei schlecht geplant worden.“ Die Bürgerfraktion „Wir für St. Ingbert“ hofft hierbei auf eine Klärung im nächsten zuständigen Stadtratsausschuss.

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