Warten auf wirtschaftliche Dynamik

In St. Ingbert ist die Zahl der Erwerbslosen im Vormonat leicht angestiegen, im Bliestal hingegen etwas gesunken. Angesichts der konjunkturellen Lage halten sich Unternehmen laut Arbeitsagentur bei Neueinstellungen zurück.

. Unterschiedlich hat sich im April die Zahl der Arbeitslosen in unserer Region entwickelt. Das geht aus dem Arbeitsmarktbericht hervor, den die Agentur für Arbeit am vergangenen Dienstag vorgelegt hat. So waren in St. Ingbert zum Monatsende 23 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet als im März. Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur in Blieskastel hingegen, die für die Stadt Blieskastel sowie die Gemeinden Mandelbachtal und Gersheim zuständig ist, ist die Zahl der Erwerbslosen gegenüber dem Vormonat um 18 gesunken. Im gesamten Saarpfalz-Kreis waren 4619 Personen arbeitslos gemeldet - 66 weniger als im März, aber 571 mehr als vor einem Jahr.

"Der Frühling hat den Arbeitsmarkt auch im April noch nicht belebt. Die wirtschaftliche Dynamik ist weiterhin schwach und bleibt deutlich hinter der des vergangenen Jahres zurück", schätzt die Arbeitsmarktsituation Gundula Sutter, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Saarland, ein. Die Unternehmen zeigten sich angesichts fortdauernder Konjunkturrisiken bei zusätzlichen Neueinstellungen zurückhaltend. "Die Kräftenachfrage liegt in fast allen Wirtschaftsbereichen zum Teil recht deutlich unter der des Vorjahres", so Sutter.

395 Personen haben sich nach Angaben der Arbeitsagentur im April kreisweit nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, während 350 die Arbeitslosigkeit durch einen neuen Job wieder beenden konnten. Arbeitslosmeldungen erfolgten laut dem jüngsten Bericht überwiegend aus der Zeitarbeit, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen.

Stellen in Zeitarbeit

Der Arbeitsagentur wurden im April 324 neue Stellen gemeldet, 30 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn gingen insgesamt 1150 Stellen ein, 11 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2012. Am Monatsende waren kreisweit noch 925 offene Stellen gemeldet. Die meisten Arbeitskräfte wurden dabei in der Zeitarbeit, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe sowie im Baugewerbe gesucht.

Besonders hat sich die Arbeitsagentur in ihrem aktuellen Arbeitsmarkbericht mit dem Ausbildungsmarkt befasst. Die Zahl der Jugendlichen, die eine duale Ausbildung absolvieren wollen, ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. In den vergangenen sieben Monaten haben sich 590 junge Frauen und Männer im Saarpfalz-Kreis bei der Suche nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle eingeschaltet, 150 oder 20,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Angebot an Ausbildungsstellen ist gegenüber dem Vorjahr aber leicht gestiegen. Am Zähltag im April waren 360 Ausbildungsstellen unbesetzt und 340 Bewerberinnen und Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle.