Wahlkampfgetöse um den Steinbruch

Neuverschuldung Man kann nur den Kopf schütteln Zu „Mandelbachtaler Rat verabschiedet Haushaltsplan für 2014“ vom 29/30. März: Die Neuverschuldung für 2014 beträgt 3 Millionen Euro, die Gesamtverschuldung beträgt 41 Millionen Euro.

 Enge Verhältnisse herrschen auf der Landstraße zwischen Erfweiler und Rubenheim beim Lkw-Kalktransport. Foto: Erich Schwarz

Enge Verhältnisse herrschen auf der Landstraße zwischen Erfweiler und Rubenheim beim Lkw-Kalktransport. Foto: Erich Schwarz

Foto: Erich Schwarz

Als Bürger, der seinen eigenen Haushalt in Ordnung halten muss, obwohl, auch vonseiten der Gemeinde und von anderen Anbietern der Daseinsfürsorge, immer höhere Belastungen aufkommen, kann man nur den Kopf schütteln. Die Schuld an dem Dilemma nur den Machern der Gemeinde zuzuschieben, greift natürlich zu kurz. Da aber die allermeisten Politiker in ihren Parteien auch in Bund und Land ihre Vertretungen haben, drängt sich die Frage auf: Wann soll denn Schluss sein mit diesem Irrsinn? Seit 40 Jahren greift die Gebietsreform. Seit diesem Zeitpunkt wird gepredigt, wie sinnvoll und heilsam diese Maßnahme war, seit diesem Zeitpunkt wird Jahr für Jahr das Defizit größer. Wäre es nicht sinnvoll, darüber nachzudenken, ob dieses "Jahrhundertwerk" eine Fehlkonstruktion war? Nein, man denkt darüber nach, den gleichen Fehler wieder zu machen und noch größere Verwaltungseinheiten anzustreben, wie in Beiträgen zum Haushalt zu entnehmen ist. Den Bürgern gegenüber nimmt man die Haltung an: Wir müssen sparen, also werden alle Zuwendungen für die Bürger gestrichen. Nachdem in den vergangenen Jahren schon alle "freiwilligen" Leistungen, wie zum Beispiel die Heckenplätze, gestrichen wurden, denkt man jetzt an weitergehende Maßnahmen wie Schließung der Dorfgemeinschaftshäuser, Zusammenlegung der Friedhöfe und ähnliches. Warum denkt man nicht darüber nach, ob die Personalbemessung in den einzelnen Gliederungsebenen noch zeitgemäß ist. Braucht man wirklich die Landkreise? Haben wir ein neues Rathaus gebraucht, nachdem die alten Verwaltungsstrukturen mit ihren Immobilien jahrhundertelang ausreichend waren? Denkt man mal darüber nach, ob bei der Gesetzgebung unnötiger Bürokratismus vermieden werden kann? Wir leiden nicht an Mangel an Geld, sondern an Mangel an Können!

Hansi Stolz, Mandelbachtal

Abstimmung

Ist es mehr als nur Neid?

Zum Thema Kalkabbau in Rubenheim und "Traumergebnis für Abbaugegner" vom 19. März:

Ich glaube nicht an das Ergebnis der Abstimmung in Wolfersheim. Ich bin überzeugt "Konrad-Kujaus-Freunde" waren am Werk. Wieso sollten auch 98,5% gegen die Kalkgewinnung in Rubenheim sein? In Wolfersheim gibt es durch den Steinbruch keinen Lärm und keinen Schmutz. Außerdem ist die Ortsdurchfahrt für Lkw ab 7,5 Tonnen gesperrt. Es gibt also auch keinen Lkw-Verkehr. Darüber hinaus ist der gesamte Ort komplett mit Kalkstein bebaut. Der Baustoff wird also auch nicht abgelehnt. Was steckt hinter der Hetzkampagne aus Wolfersheim? Ist es mehr als nur Neid?

Konstantin Weber, Rubenheim

Wahlkampfgetöse um den Steinbruch

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Ich bin Anwohner der Rubenheimer Straße in Erfweiler-Ehlingen. Mehr als der Verkehr stört mich das Wahlkampfgetöse um den Steinbruch. Bei der übertriebenen Reaktion einiger könnte man meinen, der Untergang des Abendlandes stehe bevor. Was passiert denn? Es werden Steine aus einem Acker gebaggert, die entstehende Grube direkt mit Erde gefüllt und danach das Ganze vom Bauer wieder genutzt. Die zerkleinerten Steine werden, weil ein langer Transport sich für simple Steine nicht lohnt, in der Region verkauft. Es werden damit Wald, Acker oder Ställe gekalkt, Feldwege hergestellt, Straßenunterbaue gemacht, Gärten oder Fassaden gebaut. Außerdem haben Leute vor Ort Arbeit, und die Umwelt wird dabei sogar geschont. Es passiert etwas in der Region. Dem demografischen Wandel und wirtschaftlichem Rückgang im Bliesgau wird entgegengetreten. Scheinbar hat dies nicht jeder kapiert.

John Kanny, Erfweiler-Ehlingen

Kulturlandschaft wird vernichtet

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Es geht nicht um das genehmigte Vorhaben, sondern um die Erweiterung. Von einem minimalen Eingriff in die Natur zu sprechen, ist mehr als verwegen. H. Wannemacher sollte sich die Situation vor Ort einmal ansehen. Der riesige Krater, in dem der Kalksteinschotter abgebaut wird, wird ihn erschrecken. Der durch den Abbau entstehende Kalkstaub bedeckt den Wald, den Magerrasen, Orchideen und die Streuobstwiesen, mithin die ganze Umwelt. Die einzigartige Kulturlandschaft, die der Mensch hier erschaffen hat, wird vernichtet. Ausgedehnte Streuobstwiesen, wertvolle Buchenbestände und die sanft-hügeligen Gegenden werden, durch den Abbau des Kalksteinschotters, auf einer geplanten Fläche von 37 ha in einem Abbauzeitraum von bis zu 30 Jahren, stark geschädigt und werden so niemals wieder entstehen (trotz eventueller Auffüllung). Würde Herr Wannemacher in der Rubenheimer Straße in Erfweiler-Ehlingen wohnen, würde er die so angeprangerte Verkehrslast verstehen. Es geht in Erfweiler-Ehlingen nicht um die B 423 oder den Hüttenweg in Ommersheim. Hier geht es um die L 231. Da kann man ein mehr an Schwerlastverkehr von bis zu 124 Lkw pro Tag schon anprangern.

Wenn man jedoch wie H. Wannemacher in einem Teil von Ommersheim wohnt, wo kein starkes Verkehrsaufkommen herrscht, hat man gut reden. Ein bisschen mehr krankmachenden Lärm, Staub und Feinstaub im Hüttenweg und in der Saarbrücker Straße in Ommersheim sowie in der Rubenheimer Straße in Erfweiler-Ehlingen braucht einen da nicht zu interessieren. Getreu dem Motto "Darf es ein bisschen mehr sein". Ich finde jedes mehr ist zuviel. Es ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb H. Wannemacher in seinem Leserbrief von ortsnahen Lieferungen und kurzen Wegen schreibt, der Kalksteinschotter wird bis Frankreich geliefert. Alois Ziehl, Erfweiler-Ehlingen