Vorlestag in der Kita St. Franziskus in St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: „Politik trifft Kita“ in St. Ingbert : Wenn die Story ein kräftiges „Bäh“ erntet

Beim Vorlesetag in der Kita St. Franziskus unterhielten Politiker mehrerer Parteien die Kinder mit ihren Lesekünsten.

„Wir bekommen das Lächeln heute gar nicht mehr weg“, sagte Ursula Hornig strahlend. Die Leiterin der Kita St. Franziskus in St. Ingbert freute sich darüber, dass die Kita am vergangenen Freitag, 15. November, das KTK-Gütesiegel erhielt. Der Verband Katholischer Tageseinrichtungen (KTK) zeichnet damit bundesweit Einrichtungen mit einem hochwertigen Angebot an Bildung, Erziehung und Betreuung aus. „Wir sind so was von stolz“, sagte sie der illustren Schar an Besuchern strahlend. Ein Baustein des ausgezeichneten Angebotes ist die Förderung der Lesekompetenz. Und die vermittelt die Kita schon seit Jahren unter anderem mit der Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag.

Jedes Jahr stellt die Leiterin den Tag unter ein bestimmtes Motto. Dieses Mal hatte sie sich für „Politik trifft Kita“ entschieden. So trug Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) aus „Das große Buch der Heinzelmännchen“ vor. Dies habe er in Schweden kennengelernt, wo er ein Jahr seines Studiums verbrachte. Der dreifache Vater zeigte sich als kompetenter Vorleser, der den Kita-Kindern alle Zeichnungen erläuterte und die jungen Lesefans mit in die Geschichte einband. Als er die Gruppe fragte, ob es denn ihre Mütter mögen würden, wenn sie – wie die Heinzelmännchen – Mäuse als Haustiere hätten, schüttelten einige vehement den Kopf.

Charlotte Mast (Die Grünen) hatte sich den beliebten Klassiker „Die kleine Raupe Nimmersatt“ ausgesucht. „Das ist ein 69-er Jahrgang – genau wie ich“, lachte sie. Als sie die ganzen Gemüsesorten aufzählte, die die kleine Raupe mit dem großen Hunger verschlang, sagte ein Kind: „Gurken gibt es bei uns im Garten.“ Die Vorleserin erläuterte auch, dass es einen Unterschied zu den sauren Gurken gebe, was bei manchem Kita-Kind sauer aufstieß: „Bääääh!“, hieß es da. Ein anderes Kind meinte trocken: „Sauer macht lustig.“

Verstärkung aus den eigenen Reihen hatte sich Erich Körner (Familien-Partei) mitgebracht: Enkelin Hanna unterstützte ihn. Gemeinsam trugen sie eine Geschichte voller Rülpser, Snacks und einer waghalsigen Flucht vor. „Das Flugzeug hat auch Räder zum Landen“, brachte ein Kind ein. Gemeinsam schaute man nach – der Junge hatte Recht. Erich Körner, Vater und Großvater in Personalunion, klärte auch über die Vorteile des Opa-Daseins auf. Er erzählte davon, wie er die Weihnachtsbeleuchtung aufhängen wollte und Hilfe bekam: „Fünf Enkel – alle waren Helfer.“

Johannes Jung (Junge Union) bewies indes schauspielerisches Talent. Er hatte den Klassiker „Struwwelpeter“ im Gepäck. „Eine Uralt-Fassung mit tollen Bildern“, wie er erklärte. Mit klarer, akzentuierter Stimme und vielen untermalenden Gesten ließ er die Storys mit den teils drastischen Folgen aufleben. Die Kinder machten ordentlich mit und steckten sich bei der Geschichte vom Daumenlutscher den Daumen in den Mund. Beim Suppen-Kaspar fragte Jung, ob denn zu Hause alle brav aufessen würden. „Ich lasse nichts liegen!“ und „Ich bin ein Allesfresser“, waren die Antworten.

Frank Luxenburger (CDU), selbst Vater eines Kindes der Kita, habe sich anfangs nicht entscheiden können, aus welchem Buch er vorliest. Seine Wahl fiel letztlich auf „... das verspreche ich dir“. Die poetische Bilderbuchgeschichte erzählt von Murmeltier Bruno und dessen Freundschaft zu einem Löwenzahn. Die Wahl von Maximilian Raber (SPD) war auf „Frederick“ von Leo Lionni gefallen. Er fasste als Fazit des Tages zusammen: „Das ist eine schöne und wichtige Veranstaltung. Ich denke, es ist wichtig, dass man das Lesen vorlebt und so zeigt, dass es zur Normalität gehört.“