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Vorlesen im Zeichen des Dinos und gegen die Stoppuhr

Vorlesen im Zeichen des Dinos und gegen die Stoppuhr

Zum 14. Mal fand der Regionalentscheid des Lesedino-Vorlesewettbewerbs statt. In der St. Ingberter Stadtbücherei traten zehn Viertklässler gegeneinander an und ermittelten den Sieger. Gewonnen hat eine St. Ingberterin.

. In der St. Ingberter Stadtbücherei wurden am Freitag nicht nur Bücher ausgeliehen und zurückgebracht, sondern man konnte sich auch vorlesen lassen. Denn an diesem Tag traten die besten Vorleser der vierten Klassen aus zehn Homburger, Bexbacher und St. Ingberter Grundschulen beim Lesedino-Wettbewerb gegeneinander an, um ihren Besten oder die Beste zu küren. Zum 14. Mal fand dieser Wettbewerb statt, zu dem die Grundschüler mehr oder weniger aufgeregt antraten, meist begleitet von Eltern, Geschwistern und Lehrern, die ihnen die Daumen drückten. Einige hatten auch einen Talisman dabei, der zwar nicht beim Lesen half, aber sicher mentale Stütze war.

Karin Mostahiri von der Bibliothek nahm den Druck, denn sie beruhigte die kleinen Leseratten : "Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn ihr euch mal verlest. Außerdem seid ihr ja schon Sieger. Denn ihr seid die besten Leser eurer Schulen." In aller Kürze wurden die Regeln erklärt, die Jury vorgestellt und schon ging es los. Mit den ersten Sätzen tauchten auch die Besucher in die Phantasiewelt der jeweiligen Bücher ein, die sich die Kandidaten für den ersten Wettbewerbsteil, die "Kür", ausgesucht hatten. Leider wurden die Zuhörer nach jeweils drei Minuten wieder zurück in die Realität des Wettbewerbs geholt, genau wie die vorlesenden Kinder, die sich dem Diktat der Stoppuhr fügen mussten. Manchmal geschah das mitten im Satz, meist dann, wenn es richtig spannend wurde. In der ersten halben Stunde ging es so thematisch um die Obduktion einer hohlen Barbie-Puppe, um begehrte Bücher, eine wilde Clique, um eine beste Freundin, die gesucht wird, fünf Freunde, eine Apfelbaumhexe, einen Pferdeflüsterer und noch vieles mehr. Schon hier zeigten sich bei den vorlesenden Bücherwürmern kleine Unterschiede. "Die Mädchen lesen emotionaler", fand die Mama eines vorlesenden Jungen, obwohl auch dieser sehr gut las.

Die Kinder gaben verbal alles, flüsterten, senkten und hoben die Stimme und hauchten so ihrem Text Leben ein. "Jetzt bin ich wie jedes Jahr froh, dass ich nicht in der Jury bin", sagte Karin Mostashiri, die "Herrin über die Stoppuhr". Während die Geschichten in der ersten Vorleserunde geübt wurden, musste bei der "Pflicht" nach der Pause in jeweils zwei Minuten ein unbekannter Text gelesen werden. Die Wahl fiel auf das erst frisch in der Bücherei eingetroffene Buch "Max und die wilde 7 - die Geisteroma", in dem es einem Grundschüler gelingt, einen Juwelendieb zu schnappen. Im Buch vorkommende Schimpfwörter wie "Dinositter", Pippibeutelträger" oder "kackdoofer Lehrerliebling" sorgten für Lacher oder wenn man sich bildlich vorstellte, wie Buch-Held Max aussieht, wenn er "glüht wie ein Toaster auf Stufe 5". Im Text gab es Wörter, die für einen Viertklässler durchaus schwierig zu lesen sind: qualifizieren, Fußballtesttraining, Schwarzwurschthalle, geistesgegenwärtig, Saucentröpfchen oder auch Oberschenkelhalsbruch , um nur einige zu nennen.

Am Ende fiel trotz der durchweg sehr guten Leseleistung aller Teilnehmer die Wahl der Erstplatzierten, die im Mai zum Landesentscheid nach Saarbrücken darf, ziemlich eindeutig aus. Es ist Josefine Frommer von der Südschule St. Ingbert . Ihre Lese-Kollegen freuten sich mit ihr, gratulierten und auch die anwesenden Gäste fanden einhellig, dass sie sich den ersten Platz redlich verdient hat.