1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Vor 75 Jahren erhielt St. Ingbert sein Stadtwappen

Wappen der Stadt St. Ingbert : Vor 75 Jahren erhielt St. Ingbert ein neues Wappen

Am 11. August 1947 wurde das von Franz Joseph Wack geschaffene Symbol für die heutige Kernstadt offiziell bekanntgemacht.

Am Donnerstag dieser Woche jährt sich zum 75. Mal die Verleihung des St. Ingberter Stadtwappens. Darauf hat Stadtarchivar Dieter Wirth aufmerksam gemacht.

Im Stadtarchiv ist auch nachzulesen, wie es am 11. August 1947 zu dem neuen Wappen kam. In der Sitzung des Stadtrates vom 13. Dezember 1946 gibt der Vorsitzende, Adjunkt Clauss, unter Punkt 2 die Änderung des Stadtwappens bekannt: „Der Kreisdelegierte (Militärregierung) hat verlangt, das Stadtwappen zu ändern. Vorschläge wurden der Regierung eingereicht, die ihrerseits auch Vorschläge ausarbeiten lassen wird.“ Nach kurzer Beratung wird folgender Beschluss gefasst: „Einstimmig sind die Anwesenden damit einverstanden, dass 1. das Stadtwappen geändert und 2. ein Heraldiker mit der Ausführung beauftragt wird.“

Am 28. März 1947 (Fortsetzung der Sitzung vom 20. März) beschließt der Stadtrat unter Vorsitz von Bürgermeister Karl Forster nach Prüfung der eingegangenen Vorschläge: „Entwurf Nr. 1 des Graphikers Wack aus Kaiserslautern wird als Stadtwappen der Stadt St. Ingbert angenommen.“ (22 gegen 2 Stimmen). Mit Bekanntmachung vom 11. August 1947, veröffentlicht im Amtsblatt der Verwaltungskommission des Saarlandes, Nr. 52 vom 6.11.1947, wird der Stadt dieses Wappen verliehen.

Die in dieser Bekanntmachung enthaltene Abbildung zeigt das Wappen mit einer dreitürmigen Mauerkrone, die im Text nicht genannt ist. Am 12. Dezember 1947, also nach der amtlichen Verleihung, hat der Stadtrat nachträglich beschlossen, die vorgesehene dreizinnige Mauerkrone durch eine solche in einfacher Form zu ersetzen.

Der Wappen-Autor Franz Joseph Wack war gebürtiger St. Ingberter. Er wurde dort am 27. August 1905 geboren. Gestorben ist er am 9. Juli 1996 in Kaiserslautern, wo er über Jahrzehnte gelebt hatte.

Der St. Ingberter Heimathistoriker Dr. Wolfgang Krämer urteilte damals zu dem neuen Stadtwappen so: „Man kam zu einer Lösung, die, wenn auch nicht als ideal, so doch als gut und jedenfalls besser als die frühere bezeichnet werden darf. Durch den Wegfall des blau-weißen Rautenwappens mit dem Pfälzer Löwen dominieren nunmehr die Stadtfarben schwarz und rot auch im Wappen selbst. Gleichzeitig wurde ältere Vergangenheit, die der früheren Fassung völlig fehlte, heraldisch festgehalten und der Gegenwart gleichwertig betont. Somit ergibt sich eine schräg von links oben beginnende Diagonale in schwarz mit Symbolen der städtischen Gegenwart und eine von links unten beginnende Diagonale in rot mit den Sinnbildern der dörflichen Vergangenheit. Das Ganze darf, wie gesagt, als eine glückliche und darum wohl endgültige Lösung der Ortswappenfrage gelten.“

Das aktuell gültige Wappen für ganz St. Ingbert wurde durch den Innenminister des Saarlandes am 12. Mai 1976 verliehen. Da nach der kommunalen Neugliederung die Stadt St. Ingbert aufgelöst worden war und zusammen mit weiteren vier Gemeinden zur Mittelstadt St. Ingbert fusioniert wurde, war auch das Recht auf das bisher verwendete alte Wappen erloschen. Man verlieh der Mittelstadt jedoch das ältere Wappen wieder – mit ein paar kleinen heraldischen Änderungen. So fehlt die Mauerkrone.

Es handelt sich um das ursprünglich von König Ludwig II. von Bayern verliehene Wappen ohne Mauerkrone vom 8. Juni 1886. Der weiß-blau geweckte Schrägbalken erinnert an die frühere Zugehörigkeit zu Bayern. Der Löwe entstammt dem Wappen der Grafen von Nassau-Saarbrücken, der Bergmann und die Werkzeuge symbolisieren die Stahlindustrie und den Bergbau in der Stadt.

 Das aktuelle Wappen der Gesamt-Stadt St. Ingbert.
Das aktuelle Wappen der Gesamt-Stadt St. Ingbert. Foto: Wikipedia

Die offizielle Beschreibung dieses Wappens liest sich so: „Drei schräg geteilte Felder. Im mittleren Teil die Bayerischen Rauten (silber und blau) mit schreitendem Löwen in Gold. Im schwarzen Feld ein silbernes Kammrad mit zwei gekreuzten silbernen Hämmern. Im roten Feld, wachsend ein schwarz gekleideter Bergmann, den Schachthut mit Nackenleder und silbernen Schlägel.“