Von Swing bis zum Bossa Nova

Homburg. Mit der Uni Big Band stellte sich beim Jazz-Frühschoppen eine Top-Formation aus Homburg vor. Die hat nicht nur in der Universitätsstadt Homburg einen ausgezeichneten Ruf, wie die respektable Zuschauerkulisse auf dem historischen Marktplatz belegte. Bandleader Oskar Barth stellte eine toll eingestellte Big Band vor

Homburg. Mit der Uni Big Band stellte sich beim Jazz-Frühschoppen eine Top-Formation aus Homburg vor. Die hat nicht nur in der Universitätsstadt Homburg einen ausgezeichneten Ruf, wie die respektable Zuschauerkulisse auf dem historischen Marktplatz belegte. Bandleader Oskar Barth stellte eine toll eingestellte Big Band vor. Immerhin, mit dem ersten Regen hatte Petrus bis zur Pause nach dem ersten Set gewartet, beim letzten gab es noch einmal eine kalte Dusche, die die Besucher unter die großen Schirme und unter die Markisen der Gaststätten am Marktplatz flüchten ließ. Professor Dr. Rudolf Bock, selbst Jazzer und passionierter Saxofonist, führte durch das abwechslungsreich aufgestellte Programm. Er hatte auch immer wieder wissenswerte Infos zu den Musikstücken parat. Und er freute sich über die Treue der Big-Band-Mitglieder zu ihrer Formation. Namentlich nannte er da Johanna Green. Die Trompeterin musste aus Berufs- und Studiengründen nach Hamburg umziehen. Bei der Uni Big Band spielt sie dennoch weiter mit und ist bei Anlässen wie dem Homburger Jazz-Frühschoppen zur Stelle.Mit dem "Moten Swing" hatte die Big Band den Frühschoppen eröffnet. Merkmal einer gut aufgestellten Big Band ist die Bläserreihe. Die findet sich bei der Homburger Uni Big Band ganz vorn. Am stärksten vertreten sind hier die Saxofone mit normalerweise sieben Musikerinnen und Musikern. Komplettiert werden die Bläser mit vier Trompeten und vier Posaunen. Das macht schon eine Menge her in dieser Big Band, und die spielte das auch trefflich aus. Da ging bei "Chattanooga Choo Choo" wirklich ein kraftvoller Eisenbahnzug mit Dampflok ab.

Richtig schön Tempo hatte "How high the moon", nicht minder "Jeepers Creepers", und mit "The Girl from Ipanema" holte die Uni Big Band auch einen Bossa Nova ins Programm. "Das musste ich einfach miterleben", sagte Manfred Wagner. Seit rund 40 Jahren wohnt der gebürtige Höcher schon in München. Jetzt war er in der Heimat zu Besuch und nutzte die Gelegenheit zum Besuch des Jazz-Frühschoppens. "Dass hier eine Big Band spielt, war ein glücklicher Zufall, denn Big Band Jazz und Swing mag ich besonders", verriet Wagner.

Angetan war nicht nur er von Sängerin Margit Weiss. Sie ist seit Jahren die Stimme der Uni Big Band und beherrscht dieses Metier mindestens so gut wie viele Profis. Bei "Somewhere over the Rainbow" kam schon mal Gänsehaut auf. Ein echter Regenbogen blieb allerdings nach Platzregen, Blitz und Donner aber aus. Dieser Jazz-Prophet zählt doch im eigenen Land, wie der Applaus und das Durchhaltevermögen der Zuhörer angesichts des launischen Wetters zeigte. smi

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