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Vom Ferienarbeiter zum landesbesten Azubi

Vom Ferienarbeiter zum landesbesten Azubi

Eigentlich wollte Ole Ohnesorg studieren. Doch alles kam natürlich anders als gedacht. Aus einem Ferienjob, der ihm viel Spaß machte, wurde eine Ausbildung. Seinen Traum vom Studium, den hat er aber noch nicht begraben.

"Mein kleiner Sohn Lars, der im Oktober 2012 auf die Welt kam, hat mich wahnsinnig motiviert", erzählt Ole Ohnesorg, der unter anderem aus diesem Grund seine Ausbildung zum Gießereimechaniker Fachrichtung Druck- und Kokillenguss als Landesbester abgeschlossen hat. Ohnesorg wurde deshalb als Landesbester Azubi von IHK-Präsident Dr. Richard Weber und Wirtschaftstaatssekretär Jürgen Barke im E-Werk geehrt.

Ursprünglich war ein Studium geplant, doch der Zufall brachte den heute 22-Jährigen dann zur Willy Voit GmbH & Co. KG. "Mein Vater arbeitet dort in der Personalabteilung. Nach meiner Realschulzeit habe ich dort in den Ferien gearbeitet und war begeistert. Eine Bewerbung habe ich direkt nach dem Ferienjob geschrieben und nachdem ich das Bewerbungsgespräch und den Einstellungstest geschafft hatte, fing im September 2010 die Ausbildung an", erklärt Ohnesorg. Begeistert hat den ehemaligen Azubi vor allem das Schrauben und Werkeln, aber allein das Arbeiten mit solch riesigen Maschinen hat ihn beeindruckt. Vor seiner Ausbildung besuchte der 22-Jährige die Realschule Schmelzerwald in St. Ingbert. "Auf der Realschule hatte ich eher mittelmäßige Noten, in der Berufsschule war das dann ganz anders. Dort hat der Unterricht viel mehr Spaß gemacht als früher, das war gar nicht miteinander zu vergleichen. Als mein kleiner Sohn dann da war, habe ich mich noch mehr angestrengt", beschreibt der stolze Papa. Söhnchen Lars war auch einer der Gründe, warum der 22-Jährige seine Abschlussprüfung um ein halbes Jahr vorzog: "Ich wollte einfach Geld verdienen. Mit einem kleinen Kind ist das auch nötig." Momentan besucht Ohnesorg die zwölfte Klasse der Fachoberschule für Technik. "Wenn ich mein Fachabitur nachgeholt habe, würde ich gern studieren. Mit dem Studium für Gießereitechnik bleibe ich sogar meinem Ausbildungsberuf nahe", erzählt der Landesbeste. Er hat mit der Ausbildung seinen Traumberuf gefunden, möchte aber über das Studium mehr in Richtung Forschung gehen: "Die Technik des Gießens ist zwar schon seit Jahrhunderten bekannt, aber ich denke, da gibt es noch einiges, was man durch Forschung verbessern könnte", erklärt Ohnesorg, der in seiner Freizeit aktiv beim TV St. Ingbert an Geräten turnt.