Vom Bowling bis zur Stadtrallye

Langeweile ist ein Fremdwort für Schulkinder in St. Ingbert. Zumindest in den Herbstferien. Denn eine Vielzahl von Ferienprogrammen boten vor allem den jüngeren Schülerinnen und Schülern jede Menge spannende Aktivitäten.

Die Herbstferien ließen keinen Raum für Langeweile. Schulkinder konnten die Ferienprogramme der Volkshochschule, der Freiwilligen Ganztagsschule, des Kinderhauses oder der Stadtjugendpflege besuchen. Man stimme sich bei den Programmen ab und versuche auch, den einzelnen Altersklassen Rechnung zu tragen, sagte Thea Holzer von der Abteilung Familie und Soziales. Am vergangenen Freitag besuchte Oberbürgermeister Hans Wagner zwei der städtischen Angebote. Am Nachmittag "platzte" er in eine Runde Minigolf der Sechs- bis 13-Jährigen, die am Ferienprogramm der Stadt teilnahmen.

Die ließen sich nur kurz für ein Foto mit dem Stadtoberhaupt ablenken, das eine süße Stärkung verteilte. Die Jugendpfleger Jörg Henschke und Julia Beck hatten in der zweiten Ferienwoche mit 40 Kindern alle Hände voll zu tun. Dabei waren die fünf Tage gefüllt mit jeder Menge Erlebnissen, angefangen von der Stadtrallye mit Besuch der Kinowerkstatt, über den Besuch von "Gondwana", dem Pirmasenser "Dynamikum", einer Bowling-Bahn bis hin zum Badespaß im Hallenbad. "Doch der Höhepunkt war das Eislaufen", so Betreuerin Julia Beck. Nicht ganz so "verspielt" ging es bei den "Weltverbesserern" zu, die sich im VHS-Zentrum mit dem Thema "Kinderrechte und Migration" befassten.

"Wir haben ein eigentlich sperriges Thema mit Leben gefüllt", so Frank Ehrmantraut. Vom Regen bekamen die engagierten Kinder kaum etwas mit. "Das Wetter ging. Wir haben jede Minute genutzt", sagte Betreuerin Jutta Klicker. Das merkte man der Präsentation der Ergebnisse an, die die Kinder Hans Wagner bei Vorträgen präsentierten. Dabei bekamen die Ferienkinder nicht nur Einblicken in die zehn Kinderrechte , sondern auch in die Situation von Geflüchteten in St. Ingbert . Sie bereiteten ein Interview zum Thema vor, das sie mit dem Leiter der Stabsstelle Integration führten und aßen gemeinsam mit Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchteten. "Sie haben von sich erzählt und uns zugehört. Es war schön, es waren viele nette Menschen da. Das war ein Höhepunkt", so ein Teilnehmer. Man sei beeindruckt gewesen von der syrischen Gastfreundschaft, habe eine Flüchtlingsunterkunft besucht, sich einen Film über "Die gefährlichsten Schulwege der Welt" angesehen, gebastelt, dem Frauenbüro, der Schloßberghöhle und einer Kirche in Homburg einen Besuch abgestattet. "Wir schauen, dass viele Aufgaben in der Gruppe zusammen erfüllt werden, das Gemeinsame steht im Vordergrund", sagte Jutta Klicker.

Marika Flierl, Leiterin des Geschäftsbereiches Kultur, Bildung und Familie, verwies darauf, dass bei diesem Programm die Nachhaltigkeit und die Schulung sozialer und emotionaler Kompetenzen im Mittelpunkt stünde. "Jeder Lehrer wäre stolz auf euch. Ihr tragt einen großen Teil zur Herzensbildung bei", lobte sie und Hans Wagner freute sich über die Bereitschaft der Kinder, sich in ihren Ferien mit kritischen Dingen auseinanderzusetzen.

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