Vier Instrumente am Römerweg von St. Ingbert nach Mandelbachtal

Musikschule St. Ingbert : Ein Klangwanderweg in der Biosphäre

Vier neue, großformatige Instrumente sind am Römerweg von St. Ingbert nach Mandelbachtal errichtet worden.

„Der Horizont ist offen und Kultur öffnet Horizonte“, sagte St.Ingberts neuer Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) anlässlich der Einweihung der „Klangwelt Biosphäre - der Klangwanderweg durch die Biosphäre Bliesgau“. Über 50 Interessierte hatten sich mit Meyer auf den Weg gemacht zu den vier neuen, großformatigen Instrumenten, die nach einer Idee des St. Ingberter Musikschullehrers Hermann Müller in Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum (BBZ) und dem Biosphären-Zweckverband sowie mit Unterstützung des Kulturförderprogramms „Trafo“ entstanden sind. „Ich baue unheimlich gerne, auch wenn man das einem Cello-Lehrer nicht unbedingt zutraut“, erzählte Müller über die Anfänge und die Fortschritte. „Zwei Jahre lang haben wir nun mit etwa 40 Schülerinnen und Schülern gebaut. Und ganz wichtig: Es ist dabei nicht ein einziger Tropfen Blut vergossen worden.“

Massive, witterungsfeste und zum Teil sehr imposante Instrumente sind entstanden. Ein Xylophon, ein Röhrenphon mit acht bis zu fast drei Meter hohen Edelstahlrohren, ein Lithophon mit Klangkörpern aus Granit sowie ein Metallophon - praktisch eine Holzwand mit exakt gefertigten und gestimmten Klangplatten aus Metall. „Wir wollten klangvolle Musikinstrumente bauen“, betonte Müller, „nicht irgendwelche Gegenstände, die Geräusche machen“. Das ist nahezu perfekt gelungen.

Beim Metallophon weicht nur eine Metallplatte ganz leicht von Idealton ab - für das ungeübte Ohr nicht wahrnehmbar. „Herr Müller hat uns alle motiviert und wir hatten so viel Spaß daran, dass wir einfach nicht mehr aufhören konnten. Die Idee, die vier Instrumente zu kombinieren und auf einen Weg zu packen, kam erst ziemlich spät“, erzählte die 16-jährige Lena Schulte, Cellistin und jetzt auch Instrumentenbauerin. Denn dem Geschick und der akribischen Sorgfalt von Lena ist das herausragende Klangergebnis des Metallophons zu verdanken. „Uns war wichtig, dass die Instrumente widerstandsfähig sind gegen Umwelteinflüsse, aber auch gegen Vandalismus“, sagte die Schülerin. „Am Wichtigsten allerdings ist: Man kann darauf richtig Musik machen.“

Kombiniert mit Celli, Klarinette, Contrabass und anderen „handelsüblichen“ Instrumenten erschufen die Großinstrumente am Wegesrand ein besonderes Erlebnis. „Es klingt in die Biosphäre und irgendwie klingt die Biosphäre zurück“, sagte eine Besucherin beeindruckt.

Mit 10 000 Euro wurde das Projekt von Landkreis unterstützt, viele der Arbeiten in der Werkstatt des BBZ unter Leitung von Werkmeister Karlo Emmerich ausgeführt. Doch es bedurfte auch einiger Anstrengungen im Hintergrund, ehe die Stellplätze festgelegt und alle Genehmigungen vorhanden waren. „Es ist auch ein Stück interkommunale Zusammenarbeit“, sagte Mandelbachs Bürgermeisterin Maria Vermeulen (SPD).

Denn mit dem neuen Klangwanderweg ist die Biosphäre Bliesgau um eine weitere Attraktion reicher. „Nichts verbindet St.Ingbert und das Mandelbachtal so wie der Römerweg“, schloss Ulli Meyer, „und mit diesem Musikprojekt stellt der Weg eine weitere Verbindung her: nämlich die Kultur.“ Und die öffnet Horizonte.

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