Viel Schnee, wenig Salz

St. Ingbert/Bliestal. Sollte der Wetterbericht, der Schneeschauer voraussagt, recht behalten, ist die Schneeschaufel auch am Wochenende ein wichtiges Accessoire. Um Eis und Schneemassen auf Gehwegen und Einfahrten den Kampf anzusagen, setzen die meisten Hauseigentümer auf Salz. Doch das ist derzeit schwer gefragt und in einigen Geschäften in der Region bereits vergriffen

St. Ingbert/Bliestal. Sollte der Wetterbericht, der Schneeschauer voraussagt, recht behalten, ist die Schneeschaufel auch am Wochenende ein wichtiges Accessoire. Um Eis und Schneemassen auf Gehwegen und Einfahrten den Kampf anzusagen, setzen die meisten Hauseigentümer auf Salz. Doch das ist derzeit schwer gefragt und in einigen Geschäften in der Region bereits vergriffen. Marktmanager Nazir Mirsei vom St. Ingberter Rewe-Markt fühlt sich von den Lieferanten im Stich gelassen: "Wir haben gar kein Streusalz mehr und müssen mit Lieferproblemen kämpfen." Dass bereits Mitte Dezember, also noch vor dem astronomischen Winterbeginn am 22. Dezember, das Streusalz vergriffen ist, ist ungewöhnlich. "Das Problem ist, dass schon viele vorgekauft haben", versucht Mirsei das Phänomen zu erklären.Tatsächlich scheint der harte Winter 2009/2010 das Verhalten der Bürger beeinflusst zu haben. "Die Kunden kaufen Streusalz ohne Ende", beobachtet Verkäufer Patrick Daniel Hüther vom Bauzentrum Ruland/Kallenborn in Blieskastel. Die Zeit bis Montag muss man in dem Bauzentrum ohne Streusalz über die Runden bringen. Dann soll eine neue Lieferung kommen. "Die Lieferanten haben uns gesagt, dass sie uns anliefern", ist Hüther optimistisch. Aber auch er spricht von Verzögerungen, besonders die 25-Kilo-Säcke seien gefragt. "Vielleicht gibt es Probleme beim Abpacken", spekuliert Hüther über mögliche Gründe für die Verspätungen. Die hohe Nachfrage nach Streusalz hat auch bereits Auswirkungen auf die Preise. "6,11 Euro kostet bei uns ein 25-Kilo-Sack. Da liegen wir ziemlich gut", so Hüther. Auch Heike Wendel, kaufmännische Angestellte bei Baustoffe Jungfleisch GmbH in St. Ingbert, spürt die Preiserhöhung deutlich und weiß: "Wenn ich jetzt noch Streusalz bekomme, wird es teuer." Die Preise hätten bereits jetzt das Niveau der Salzpreise von diesem Februar und März erreicht. Eine neue Streusalzlieferung erwartet Heike Wendel in der nächsten Woche. Was besonders knapp sei, ist die Sackware, Streusalz in 25- oder 50-Kilo-Säcken. Bereits im August habe sie Schreiben von ihren Lieferanten bekommen mit Angeboten für Streusalz. Bei einem Rundruf bei den Firmen, die Baustoffe Jungfleisch beliefert, sei prompt bestellt worden. "Viele haben aufgrund des letzten Winters auch mehr bestellt", erinnert sich Wendel. In ihrer Firma können die St. Ingberter auch loses Salz kaufen. Wer mit einem Kilo-Eimer in die Firma kommt, zahlt dafür 60 Cent. "In Saarbrücken sind es schon 80 Cent", weiß Wendel. Sie hat den Verdacht, dass irgendwer Salz hortet, um solche Situationen heraufzubeschören und dann auszunutzen. Bei Obi in St. Ingbert wird das Streusalz ebenfalls knapp. Aber man erwartet bereits für Montag neue Lieferungen.