Viel Fußball auf Howwels-Bühne

Die Fußball-WM hinterließ deutliche Spuren in der Fastnacht auf dem Hobels: Das jetzt schon legendäre Mertesacker-Interview etwa gab Stoff fürs Motto. Und WM-Hits untermalten diverse Polonaisen in einem auch ansonsten tollen Programm.

Die "Howwelser Fastnacht" der Pfarrei St. Josef bescherte am Samstagabend erneut ein ausverkauftes Pfarrheim. Das Interview von Per Mertesacker nach dem Achtelfinaleinzug, wo er den nervigen Reporter fragte, ob er glaube, unter den letzten 16 Mannschaften sei eine Karnevalstruppe, diesen Satz machte der Elferrat zum Motto und zog zu den Klängen der WM-Fanfare in deutschländisch anmutenden Howwels-Trikots mit Kommunionkindern als "Einlaufkinder" an den Händen in den Saal ein.

Nach der Howwels-Hymne ("Ein Haus voll Glorie schauet", von einem Blasorchester intoniert) begann auch gleich eine Fan-Party mit La-Ola-Wellen und Polonaisen zu den WM-Hits aus Brasilien. Da war sofort Stimmung unter den toll verkleideten Gästen. Funkenmariechen Luisa Welsch begeisterte ebenso wie die Juniorengarde der DNZ mit ihrem Tanz "Rom", passend zum WM-Sieg 1990. Der Heilige Armin (Pfarrer Armin Hook) betrat als Erster die Bütt und reimte sich durch St. Ingberts Kirchen- und Stadtgeschehen.

Ganz andere Probleme beschäftigten den "Handwerker" Thomas Oster vom KV Oberwürzbach, der eigentlich nur eine Muffe reparieren wollte, aber… Dann war wieder Fußball angesagt. Die Howwelser Elferratsmannschaft mit ihrer Spielertrainerin Anke Fatscher führte ein Fußballspiel auf, das mit dem 1954er-Siegtor-Jubel endete. Bei der anschließenden Siegesfeier trat sogar Helene Fischer , die ein wenig Pfarrer Hook ähnelte, höchstpersönlich auf. Da waren alle atemlos.

Atemlos vor Begeisterung war dann auch das Publikum beim Auftritt der Garde des KVO. Fast 25 junge Damen faszinierten in Zauberer-Outfits die staunenden Muggel. Konrad Weisgerber, diesmal nicht politisch, trat als Dancing Queen auf, erzählte von Tanzstundenerlebnissen und wagte sogar einen kleinen Strip. Dann schaute die Ehrengarde der DNZ vorbei, zeigte ihren Tanz und musste gleich wieder weg zum nächsten Termin. Zwar erst zum zweiten Mal im Programm, jedoch sind die Tramps von de Palz bereits nicht mehr wegzudenken.

Tramps von de Palz

Armin Hook und Roland Roschy nahmen zur hellen Freude der Booze wieder kommunalpolitische Themen unter die Lupe. Der Saal tobte. Seine Büttenpremiere auf dem Hobels gab Ortsvorsteher Ulli Meyer, der als Stadtschreiber gemeinsam mit seiner Familie lustige Rathaus-Anekdoten preisgab. Endlich trat nach vielen Jahren nochmal der Singende Elferrat auf. Themen wie Klo-Häuschen, Zusammenlegung von Saarland und Pfalz, Förster Bodos Schwenker und die Ice Bucket Challenge lieferten genügend Stoff für freche Texte (das Pastoralteam wurde nominiert und ließ sich auf der Bühne widerstandslos Eiswürfel aus Styropor über den Kopf schütten).

Und es kamen weitere Gäste. Laura Wallacher als Tollbertia des MGV Frohsinn ließ es sich nicht nehmen, bei ihrer karnevalistischen Rundreise auch den Howwels zu besuchen. Ein wichtiges Thema durfte an diesem Abend natürlich nicht fehlen. Wo wohnt denn nun der Rambaud? In Dengmerd oder in Perl? Diese Frage mit all ihren Begleiterscheinungen verpackte Roland Roschy in seiner "Weihnachtsgeschichte" in Anlehnung an das Lukas-Evangelium. Und wieder folgte eine Rakete, die Leute waren aus dem Häuschen.

Und dann gab's Party pur, denn die Frohsinns-Krätzjer traten auf und gaben so richtig Vollgas. Längst saß keiner mehr auf den Stühlen, und nachdem Roland und Fabian Roschy die neue Hobels-Hymne gesungen hatten, ging es noch Stunden in der Sektbar weiter.