Viel Beifall für „Projekt Mitgefühl“

St Ingbert · Schüler der Albertus-Magnus-Realschule engagieren sich ehrenamtlich in Seniorenheimen der Region. Die erste Jahresbilanz ist auch aus Sicht der Schüler positiv. Für das Projekt der Schule selbst gab es bereits eine Auszeichnung.

 Zahlreiche Schüler der St. Ingberter Albertus-Magnus-Realschule nehmen an dem Projekt Compassion teil und kümmern sich ehrenamtlich um alte Menschen in Altenheimen. Foto: Jörg Jacobi

Zahlreiche Schüler der St. Ingberter Albertus-Magnus-Realschule nehmen an dem Projekt Compassion teil und kümmern sich ehrenamtlich um alte Menschen in Altenheimen. Foto: Jörg Jacobi

Foto: Jörg Jacobi

Es wird gespielt, gebacken, gebastelt und vorgelesen: Über 100 Schülerinnen und Schüler der St. Ingberter Albertus-Magnus-Realschule engagieren sich seit einem Jahr für ältere Menschen, die in Altenheimen leben. Compassion heißt das Projekt, das Schulleiter Thomas Bonerz entwickelt hat (wir berichteten). Genauer gesagt gibt es das Projekt Compassion andernorts als zeitlich begrenztes Praktikum. Bonerz aber war es wichtig, dass die Schüler sich für etwas zeitlich Unbegrenztes engagieren. "Anfangs waren 147 Schüler von Klassenstufe acht bis zehn mit von der Partie, derzeit sind es 107", sagt der Schulleiter im Gespräch mit unserer Zeitung. Jetzt, nach einem Jahr ehrenamtlichem Engagement, zogen Schüler und Lehrer im Rahmen eines Workshops Bilanz. Was läuft gut, was ist verbesserungswürdig? Über das Engagement in elf Altenheimen sprachen die Schüler mit ihren sechs betreuenden Lehrern und dem Rektor.

"Wir wünschen uns, dass die Schülerinnen und Schüler mit ihrem dauerhaften Einsatz eine dauerhafte Bindung zu den älteren Menschen haben", so der Schulleiter. Es sei bei Schülern dieses Alters eigentlich nicht zu erwarten, dass sie die Mühe auf sich nehmen und bei der Stange bleiben, betont eine der betreuenden Lehrerinnen, Susanne Scheer.

"Es macht uns Spaß und den alten Leuten auch", sagt Carolin Fuhrmeister, eine der teilnehmenden Schülerinnen. Die 15-jährige möchte später auch gerne in einem sozialen Beruf arbeiten. Vor allem rät sie jüngeren Mitschülern, sich für dieses Projekt zu engagieren.

Auch die 16-jährige Celine Krämer möchte ihre Berufung zum Beruf machen, wenn auch eher in einem Krankenhaus. "Ich bin kein Typ für einen Bürojob", sagt sie. Sie findet es schön, den älteren Menschen mit ihrem Engagement eine Freude bereiten zu können. Auch wenn es dabei nicht immer nur um Freude bereiten geht. Celine hat auch schon miterlebt, wie ein Mann, der ihr zugeordnet war, im Sterben lag. Doch die Schülerin wusste, dass sie trotzdem weiter machen will. Für solche Fälle gibt es laut Schulleiter Bonerz auch ein Betreuungsteam für die teilnehmenden Schüler.

Es müssen nicht immer die ganz harten Situationen sein, die für die Schüler anstrengend sind. "Die jungen Leute lernen in diesem Projekt schon ganz schön einzustecken", so Lehrerin Scheer. Sie berichtet beispielsweise von dem Versuch einiger Schüler, mit den Senioren spazieren zu gehen. Gar nicht so einfach. Während der eine seine Jacke vergessen hat, muss die andere noch einen Keks einpacken. Bis der Spaziergang dann los geht, können schon mal 20 Minuten ins Land gehen. Davon hat die 14-jährige Janina Müller hingegen bisher noch nicht viel mitbekommen. Sie arbeitet momentan eher an einer internen Zeitung des Altenheimes, dem sie zugeteilt ist, mit. Das macht sie von zu Hause aus. "Das möchte ich jetzt aber ändern. Ich möchte gerne mit den Senioren direkt Kontakt haben. Ich denke, da haben sie mehr davon."

Auch der teilnehmende Milan Jost wünscht sich eine fest zugeordnete Person. Bis jetzt hat der 14-Jährige mehreren älteren Leuten vorgelesen.

Aber egal, ob eine festzugeordnete Person oder nicht. Schüler wie Lehrer sind stolz auf ihr Projekt und feilen im Rahmen ihres Workshops weiter daran.

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HintergrundFür ihr ehrenamtliches Engagement wurden die Schülerinnen und Schüler der St. Ingberter Albertus-Magnus-Realschule, die an dem Projekt Compassion (Mitgefühl) teilnehmen, jetzt ausgezeichnet. Die jungen Leute wurden von der Sparkasse Saarpfalz als Regionalsieger des Schülerwettbewerbes "Sei Dein eigener Held" ermittelt. Mit dabei sind auch die Sparkassen Saarbrücken, Merzig und Neunkirchen, die jeweils ihren eigenen Sieger gekürt haben. ywi

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