Versorgung für beide Seiten sicher

Für Umweltministerin Anke Rehlinger ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Trinkwasser ein „lebendiges Beispiel der Zusammenarbeit Europas.“ Sie brachte einen Zuschuss mit nach Altheim.

Vor etwa einem Jahr, genau am 21. September 2012, wurde die "Kooperationsvereinbarung zur gegenseitigen grenzüberschreitenden Trinkwasserversorgung" zwischen den Stadtwerken Bliestal und dem Syndicat Intercommunal des Eaux de Volmunster abgeschlossen. Schon damals hat die saarländische Umweltministerin Anke Rehlinger das Projekt als lebendiges Beispiel der Zusammenarbeit Europas bezeichnet und ihre Unterstützung zugesagt. Mit dem beispielhaften Projekt würden nicht nur Normen und Richtlinien zusammenwachsen, mit dem "technischen Projekt" würde auch ein lebendiges Beispiel der Zusammenarbeit Europas symbolisiert. "Die grenzüberschreitende gegenseitige Besicherung der Trinkwasserversorgung ist das erste Projekt dieser Art in Europa und schafft eine dauerhafte Versorgungssicherheit für beide Seiten", wiederholte die Ministerin, die jetzt nach Altheim gekommen war, um einen Zuschussbescheid in Höhe von 203 000 Euro zu den anstehenden Arbeiten zu überbringen. Die beteiligten Unternehmen auf deutscher und französischer Seite werden zukünftig über einen gemeinsamen Hochbehälter auf französischer Seite ihre Trinkwassernetze unabhängig voneinander betreiben. Kommt es jedoch bei einem der Kooperationspartner zu einer Mangellage in der Trinkwassergewinnung, wird der andere das benötigte Trinkwasser zur Verfügung stellen, erläuterte Geschäftsführer Bernhard Wendel von den Stadtwerken Bliestal. Damit dies technisch überhaupt möglich sei, würden auf deutscher Seite 1,35 Millionen Euro und auf französischer Seite 3,43 Millionen Euro in Trinkwasseranlagen investiert. Dazu gehörten auf deutscher Seite ein Umbau im Wasserwerk Altheim sowie die Verlegung neuer Wasserleitungen in Altheim und Riesweiler sowie der Neubau des Hochbehälters auf französischer Seite in der Gemeinde Ormersviller. Baubeginn soll hier am 4. November sein. "Mit dem heute gewährten Zuschuss der Umweltministerin in Höhe von 203 000 Euro ist die Finanzierung des Projektes gesichert", so Wendel. Zur Unterstützung der Finanzierung wurden auch Fördermittel aus dem Förderprogramm Interreg der Europäischen Union in Höhe von 492 000 Euro beantragt. Anselm Römer vom zuständigen Wirtschaftsministerium war ebenfalls nach Altheim gekommen und er lobte das "wegweisende" Projekt an der Grenze auch wegen seiner Nachhaltigkeit für die Bürger.

Dieses Vorhaben sei ein großes Projekt im Reigen der 147 Projekte mit Gesamtsummen von 212 Millionen Euro, die in diesem EU-Programm zu fördern wären. Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, die gleichzeitig auch Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke ist, freute sich über das Projekt in ihrer Heimatregion, mit dem für rund 5500 Menschen auf beiden Seiten der Landesgrenzen die Versorgung mit Trinkwasser in Mangelsituationen gesichert würden.

Zum Thema:

HintergrundAuf deutscher Seite profitieren rund 3000 Einwohner in den Orten Altheim, Böckweiler, Brenschelbach, Medelsheim, Peppenkum, Pinningen, Riesweiler, Seyweiler und Utweiler von dem Vertrag, auf französischer Seite die Dörfer Breidenbach, Epping, Lengelsheim, Nousseviller-lès-Bitche, Ormersviller und Volmunster mit rund 2500 Einwohnern. Auf der gesamten Fläche von rund 100 Quadratkilometern gibt es 260 Kilometer Wasserleitungen. Das jährliche Versorgungsaufkommen an Trinkwasser in dem Gebiet beträgt rund 350 Millionen Kubikmeter. fb