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Vermeintlich rechte Bands geben Konzert in Hassel

Benefizkonzert vermeintlich rechter Bands : Brennstoff entzündet Debatte

Der Name scheint hier Programm: Die Band Brennstoff und das geplante Benefizkonzert in Hassel entzündeten in dieser Woche eine Debatte. Werden etwa rechte Bands in der alten Schulturnhalle auftreten? Und warum war das bei der Unterzeichnung des Mietvertrages niemandem im St. Ingberter Rathaus bewusst?

Fest steht jedoch, wie die Stadtverwaltung betont, dass keine der angekündigten Gruppen verboten ist, viele sich aber in einer Grauzone bewegten. Dies sei bei Vertragsabschluss nicht ersichtlich gewesen. Das wirft eine weitere Frage auf: Inwieweit sind die Verantwortlichen gezwungen nachzuprüfen, wer eigentlich genau der Mieter ist, und welche Hintergründe es gibt? Die Halle werde zwar oft Privatleuten zur Verfügung gestellt. In der Vergangenheit meist für Geburtstage oder andere Feierlichkeiten dieser Art, heißt es aus dem Rathaus. Ein Rockkonzert mit sieben oder acht Bands ist allerdings eine ganz andere Hausnummer. Da ist ein genaueres Hinschauen schon angebracht und das sprichwörtliche Zünglein an der Waage.

Ein Versäumnis, das nun am kommenden Montag in der Sondersitzung des Hassler Ortsrates korrigiert wird. Immerhin ist der Vorwurf „rechts zu sein“ nicht mal eben so eine Lappalie, sondern ein Stigma, das haften bleibt. Das hat „Brennstoff“ in der Vergangenheit anscheinend schon öfter um den einen oder anderen Auftritt gebracht – trotz Beteuerung, gegen jede Form von Extremismus zu sein. „Wir machen Musik und keine Politik!!!!“, schreibt die Gruppe auf einer Internetseite.

Titel wie „Für Dich“ oder „Noch immer“ lassen nicht gerade auf rechte Tendenzen schließen. Einen faden Beigeschmack hingegen hinterlassen „Böse Jungs“, „Schlag auf Schlag“ oder „Saargebiet“ auf demselben Album der Band. Googelt man die Gruppe, erscheinen unter den ersten zehn angezeigten Beiträgen auch ein Wikipedia Eintrag zum Thema Rechtsrock-Bands sowie ein Artikel der „Welt“ über Nazi-Bands. In keinem dieser Beiträge wird allerdings Brennstoff explizit erwähnt. Es unterstreicht jedoch die Vermutung der Stadtverwaltung und der Hassler CDU-Ortsratsfraktion, dass die Gruppe sich zumindest in einer Grauzone bewegt.