Verleihung der Tierheimplakette fürs Katzenhaus Oberwürzbach

Tuerheimplakette : Engagement der Katzenfreunde wird belohnt

Das Katzenhaus Oberwürzbach bekam als Erstes der Tierhäuser im Saarland die Tierheimplakette des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, war dieser Tage auf Tierheimtour in Rheinland-Pfalz und im Saarland unterwegs. Er schaute sich mit seinem Team die Haltungsbedingungen in den einzelnen Häusern an und ließ sich darüber informieren, vor welchen Herausforderungen die Akteure stehen und welche Unterstützung sie bekommen. Sein Weg führte ihn auch ins Katzenhaus Oberwürzbach, das vom Verein der Katzenfreunde Wadgassen unterhalten wird.

In diesem Jahr feiert der Verein seinen 40. Geburtstag und Beatrice Speicher-Spengler, seine Vorsitzende, freut sich besonders, dass es pünktlich zum Jubiläum eine spezielle Ehrung fürs Katzenhaus gab. Denn Schröder verlieh ihm als Würdigung des besonderen Engagements vieler Mitstreiter die Tierheimplakette des Deutschen Tierschutzbundes. Allein das rechtfertigt schon das große Medieninteresse. Dies umso mehr, weil das Katzenhaus in der Farrenbergstraße 1 das erste Tierhaus ist, das im Saarland so gewürdigt wurde. 103 andere derartige Einrichtungen außerhalb des Saarlandes dürfen sich bereits mit der Plakette schmücken. „Ich habe die verschiedensten Varianten der Tierheimhaltung gesehen. Aber diese hier, mitten im Wohngebiet, ist schon sehr besonders“, sagte Schröder, „ich bin froh, dass ich es nun einmal live sehen kann.“

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der rund 800 000 Tierschützer vertritt, machte gemeinsam mit Umweltminister Reinhold Jost einen Rundgang durch das Haus, das derzeit 53 Katzen beherbergt und im vergangenen Jahr umfassend renoviert wurde. In seiner Rede betonte er, er möchte – nicht nur während seiner Tour durch die beiden Bundesländer – den Scheinwerfer auf den karitativen Tierschutz richten. „Der wird aber von den Instanzen, die ihn leisten sollten, nicht so anerkannt, wie es sein sollte“, so Schröder, „der karitative Tierschutz übernimmt eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft und hilft gut mit, wenn es irgendwo Bedarf gibt. Jedes Einzelschicksal der Tiere nimmt uns stark mit. Wir wünschen uns da mehr Unterstützung von den Kommunen. Der Tierschutz muss viel leisten und ist der Ausputzer städtischen Versagens. “

Reinhold Jost bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Oberbürgermeister Hans Wagner, denn in St. Ingbert klappe die Zusammenarbeit mit Katzenhaus und Stadt mittlerweile gut. Er würdigte aber vor allem die Arbeit der rund 20 Ehrenamtlichen, die sich in Oberwürzbach für ausgesetzte oder streunende Samtpfoten engagieren: „Ihr Engagement ist getragen von gegenseitigem Vertrauen aller, auch etwas für unsere Mitgeschöpfe zu tun.“ Man habe im Saarland ein gutes Netzwerk für die unterschiedlichsten Tierarten sowie „verlässliche Mitstreiter, die sich auch an komplizierte Sachverhalte heranwagen“. Obwohl der größte Teil des Tierschutzes von Ehrenamtlern getragen werde, erwarte man von ihnen trotzdem eine hochprofessionelle Arbeit. Deshalb investiere das Land einiges an Geld, um den Tierschutz im Saarland zu unterstützen. Das Katzenhaus erfülle alle an ein Tierheim gestellten Anforderungen und setze bei der Hygiene und in seuchenrechtlichen Fragen Standards, weshalb es die Tierheimplakette in Oberwürzbach mehr als verdiene. „Tierschutz ist nicht irgendwas, sondern es ist ein Grundrecht“, so Jost.

Beatrice Speicher-Spengler dankte allen Helfern und Sponsoren und erzählte, dass die Renovierungsarbeiten durch eine Crowdfunding-Aktion finanziert wurde, deren Summe von 4274 Euro ebenfalls am Mittwoch von der Bank 1 Saar übergeben wurde. Der Tierschutzbund rundete die Summe auf 5000 Euro auf und legte als Geschenk zur Verleihung der Tierschutzplakette noch eine Palette Katzenfutter im Wert von 1000 Euro obendrauf. Die Freude beim Team des Katzenhauses war riesig, denn es ist auch eine Anerkennung für „täglich 15 Stunden Arbeit im Haus, die man von außen nicht sieht“. Jost lobte den Einsatz der „Mann- und Frauschaft“ und hob besonders die guten räumlichen Bedingungen für die Vierbeiner hervor, von denen das Katzenhaus allein im vergangenen Jahr 319 in gute Hände vermitteln konnte: „Die Katzen haben hier Auslauf und die Mitarbeiter Bedingungen, dass sie zum Arbeiten gern hierher kommen“.

Neben der Auszeichnung fürs Katzenhaus gab es auch Streicheleinheiten für deren Bewohner von Minister Reinhold Jost und Thomas Schröder. (von links). Foto: Cornelia Jung

Wie Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund abschließend sagte, „braucht der Karitative Tierschutz vor allem mehr Anerkennung und Unterstützung in ideeller und finanzieller Form“. Die Auszeichnung ist ein Teil davon. Geld wird aber immer gebraucht, denn die Katzenfreunde kümmern sich in großem Maße auch um die tierärztliche Versorgung und Kastration von streunenden Katzen.

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