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Verlagerung der Motorrad-Parkplätze in der Rickertstraße in St. Ingbert

Bikerplätze in der Innenstadt : Pflanzenpracht statt Motorradgeknatter

Die Motorradparkplätze in der Rickertstraße in St. Ingbert sind weder für Biker noch für Besucher des benachbarten Cafés optimal. Nun machte sich der Ortsrat selbst ein Bild und schlägt eine Verlagerung vor.

Seit rund einem Jahr besteht der Wunsch des Inhabers der „Café-Stube“ in der Rickertstraße, die vor seinem Geschäft befindlichen Motorradparkplätze zu verlegen. Mehrmals war dies Thema im Ortsrat St. Ingbert-Mitte. Bisher war aber weder dem Ortsrat noch der Stadtverwaltung wirklich klar, ob Coskun Karakus in der Parkbucht eine Bestuhlung einrichten oder sie anderweitig nutzen will. Denn sollte dies sein Ansinnen sein, dann sprach sich die Verwaltung bisher gegen eine Verlegung der Parkplätze aus, um durch die Umwidmung einer öffentlichen Fläche bei anderen Ladenbesitzern keine Begehrlichkeiten zu wecken.

Wie es im August vergangenen Jahres in einer Mitteilung aus dem Rathaus hieß, „führen Außenbestuhlungen zwischen vereinzelt verbleibenden Parkplätzen und unmittelbar an der Straße entlang zu Nutzungsproblemen mit dem vorbeifahrenden motorisierten Verkehr und dem kreuzenden Fußgängerverkehr auf den Gehwegen“. Wie bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Ortsrat nun klar wurde, geht es dem Inhaber nicht darum, die Parkbuchten zu bestuhlen. „Ich möchte schöne Pflanzen im südländischen Flair auf den Bürgersteig stellen. Aber wenn jemand gemütlich vor dem Café sitzt, dann ist es laut von den Motorrädern – das stört“, sagt Karakus.

Auch Motorradfahrer können der Verlegung der Parkplätze etwas abgewinnen, wenn auch aus anderen Gründen. „Wir haben ja heute zwei bekennende Motorradfans dabei“, sagte Ortsvorsteher Ulli Meyer mit Blick auf Anwohner Wolfgang Blatt und Ortsratsmitglied Siegfried Stolz-Wagner. Wie Blatt ausführte, seien die Motorradstellplätze an der dortigen Stelle nicht günstig. „Versuchen Sie mal ein 300 Kilogramm schweres Motorrad rückwärts in den fließenden Verkehr reinzuschieben“, bot Blatt seine Maschine für den Selbstversuch an, „die Parkplätze sind absolut nicht motorradfreundlich.“ Außerdem sei die Situation so, dass die Motorräder gegen die Steigung gedrückt werden müssten.

Als optimale Lösung böte sich die Ausweisung der vor der Café-Stube befindlichen Buchten als Behinderten- oder regulärer Parkplatz und die damit verbundene Verlegung der Motorradstellplätze an. Von Blatt kam der Vorschlag, diese auf der Poststraße oder dem Schmelzerparkplatz anzusiedeln, da fremde Motorradfahrer meist sowieso über die Poststraße kämen. Aus seiner Sicht seien es meist Ortskundige, die ihre Motorräder in der Rickerstraße „unter den Augen der Polizei“ abstellten.

Da das Argument der Polizeinähe und damit einer gewissen sozialen Kontrolle aber auch in die Betrachtung einbezogen wurde, einigte man sich darauf, der Verwaltung vorzuschlagen, Motorradparkplätze unter anderem in der Kaiserstraße gegenüber dem Woolworth auszuweisen. Dort machten Ortsrat und Biker einen geeigneten Platz in einem Bereich des Fußweges aus, der allerdings mit einer Absperrung so gestaltet ist, dass keine Fußgänger behindert werden.

Wie allerdings bei Verlegung der bisherigen fünf Parkplätze die Gestaltung des Außenbereichs des Café-Stübchens aussieht, darauf nehme der Ortsrat mit seinem Beschluss keinen Einfluss. „Wir beschließen keine Kübel“, machte Meyer deutlich, dass es dem Gremium lediglich um den Umgang mit den Parkplätzen gehe.