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Verkaufsoffener Sonntag in St. Ingbert

Sonntag mit offenen Läden : Einmal bummeln mit ein bisschen mehr Abstand

Auch ohne Kirmes und auch ohne besondere Attraktionen lockte der verkaufsoffene Sonntag viele Besucher nach St. Ingbert.

Sonntagnachmittag in der Innenstadt von St. Ingbert. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, es handele sich um einen normalen Werktag. Zwei Unterschiede lassen einen dabei stutzen: Nicht alle Geschäfte haben geöffnet und die Menschen schlendern gemütlicher als sonst durch die Straßen: Es ist verkaufsoffen an diesem zweiten Sonntag im Oktober.

Eigentlich wäre jetzt Kirmes. Doch die wurde – wie so vieles – abgesagt. Bei Temperaturen um die elf Grad Celsius und ein wenig Sonnenschein hat es die Menschen, die nicht einkaufen, in die Straßencafés verschlagen. Andere machen eine Pause, ehe es in das nächste Geschäft geht. „Das ist jetzt nicht die Zeit für verkaufsoffene Sonntage“, bringt ein Anwohner der Ludwigstraße sein Unverständnis für die Veranstaltung wegen der stark angestiegenen Infektionszahlen in Sachen Covid-19 gegenüber unserer Zeitung zum Ausdruck. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen.

„Es war schon voll gewesen. Jetzt gerade ist es etwas ruhiger. Ob das alles was mit Corona zu tun hat, kann ich nicht sagen. Jedenfalls sind im letzten Jahr die Leute in Scharen gekommen“, zieht Irene Wagner, die Inhaberin der Boutique Janina in der Ludwigstraße, eine erste Bilanz. In dem Teil der Ludwigstraße, der zur Fußgängerzone zählt, herrscht nicht gerade gähnende Leere. Toll besucht ist aber was anderes. „Heute lief es schleppend an, doch dann ging es wieder gut weiter. Wir sind mit der gesamten Woche sehr zufrieden“, meint Gabi Groß vom OUI Store Ecke Ludwig-/Kaiserstraße. Das Damenmodegeschäft hat eigens die Stammkunden schriftlich zu dem Tag eingeladen. Das gute Wetter sei förderlich für den Umsatz, meinte Gabi Groß. Der gleichen Meinung ist man auch bei fashion companies in der Kaiserstraße. „Das Wetter ist bei uns“, freut sich Viola Kieslmann. Die ausgefallene Kirmes tue hier keinen Abbruch, so die Mitinhaberin des Geschäfts. Man sei zufrieden und die Leute würden das Angebot annehmen, wenn auch dieses Jahr alles irgendwie anders sei. „Ich finde es schön. Es ist erstaunlich, dass sich die Leute in den Geschäften an die Abstandsregel halten“, zeigte sich Isabella Wannemacher, die gerade vor dem Lokal „De Eisler“ ihren Crémant genoss, von der Disziplin der St. Ingberter angetan. „Viele Geschäfte haben nicht offen. Das wäre, wenn die Kirmes stattgefunden hätte, sicher anders“, mutmaßte sie.

Da war durchaus was dran, wenn man sich die einzelnen Straßen und die Geschäfte ansah. Läden wie H & M oder Woolworth hatten nämlich offen. Im vorderen Teil der Kaiserstraße war es am ruhigsten. Ludwig- und Rickertstraße waren etwa gleich stark frequentiert. Anfang und Ende der Fußgängerzone in der Kaiserstraße waren etwas leerer als das Epizentrum in der Mitte um die Engelbertskirche.

Claudia Deutsch (links) und Viola Kieslmann von fashion companies waren mit dem Besuch des verkaufsoffenen Sonntags in St. Ingbert zufrieden. Foto: Jörg Martin

Ein Umstand der sicher auch an der dortigen Dichte der Lokale und der Außenbestuhlung lag. „Ich verstehe diesen ganzen Unmut nicht. Die Leute müssen doch auch mal raus und ihre Kontakte pflegen. Die halten sich an die Abstandsregeln und manche haben sogar draußen ihre Masken auf. Mehr kann man doch nicht tun“, brachte Thomas Hartmann aus Homburg seine Meinung zum Ausdruck.