Vergnügliches aus feinen Kreisen

Das Laientheater hat in Altheim eine lange Tradition. Denn hier sorgt schon seit vielen Jahren der Theaterverein Groß+Klein aus Pinningen für unvergessliche und vergnügliche Stunden. Jetzt durfte auch der Nachwuchs ran und zeigte mit der Kriminalkomödie „Foyer der Oper“ sein ganzes Können.

. "Sie haben ganz tolle Fortschritte gemacht und waren viel lockerer als im letzten Jahr", lobte Sabine Fischer ihre "Nachwuchsschauspielerinnen", nachdem der letzte Vorhang zur Aufführung der Kriminalkomödie "Foyer der Oper" nach zwei Akten gefallen war und der berühmte Krimi-Filmregisseur und -produzent Alfred Hitchcock wie so oft in seinen Filmen seinen legendären Kurzauftritt hatte. Die zehn- bis 13-Jährigen des Theatervereins Groß+Klein aus Pinningen hatten sich in zahlreichen Proben auf den Auftritt vorbereitet. Sie unterhielten ihr Publikum im gut besetzten Altheimer Sportheim mit dem Stück von Ulrich G. Engelmanns bestens.

Vor Beginn der Aufführung hatte Emma Walle als Stubenmädchen die Besucher zur Reinlichkeit angehalten, zeigte als "Mädchen für alles" ihre Qualitäten in der Menschenführung. Nachdem sich der Vorhang geöffnet hatte, wurde der Eingangsbereich einer Oper sichtbar. Eine Geschichte um die Londoner High Society begann, das Publikum wurde in die Welt der Schönen, Reichen und der Möchtegerns entführt. Nach und nach treffen die Besucher ein. Da ist der Verleger Henry Smallcattle (Markus Richter) mit seiner dritten Ehefrau Florence (Michelle Sandmeier), der Journalist Jack O'Neil (Anne-Katrin Maurer) und nicht zuletzt Julia Smallcattle (Anna Sandmeier), die erste geschiedene Ehefrau und Mary Anne Smallcattle (Lisa Nomine), Exfrau Nummer zwei. Mit höflichen Floskeln wird sich beschnuppert, nach kräftigem "cheerio" Champus vertilgt und hinter den Rücken getratscht.

Die Gerüchteküche blüht so richtig auf, als Politiker Tony Poterfield (Benedikt Schmitt) und seine Cousine Miss Betty (Lena Lambert) auf der Bildfläche erscheinen. Journalist Jack O'Neil ist ganz angetan von Miss Betty, stößt aber auf wenig Gegeninteresse. Am Rande des Geschehens beobachtet die Serviererin und leicht verrückte Putzfrau Debbie (Emma Walle) das Treiben der feinen Gesellschaft. Während eines Stromausfalls geschieht ein Mord. Sofort übernimmt Sir Peter (Matthias Huppert), Ex-Chiefinspektor bei Scotland Yard, der ebenfalls in der Oper weilt, die Ermittlungen. Das Opfer, Henry Smallcattle, war, wie sich herausstellt, nicht sonderlich beliebt. Doch wer ist der Mörder. Eine schwierige Aufgabe für Sir Peter, die zusätzlich erschwert wird, weil die Leiche nicht mehr aufzufinden ist. Die Ermittlungen ergeben, dass wohl jeder der Opernbesucher ein Motiv gehabt hätte.

Und jeder hatte die Gelegenheit für die Tat, sogar der Ex-Chiefinspektor selbst. Schwierig ist es, Licht in diesen doch recht verwirrenden und nicht ganz einfachen Mordfall zu bringen.

Hat gar der unbekannte ältere Herr (Tim Michaeli), der sich später als Hitchcock outet, etwas damit zu tun? Ständig läuft er mit seinem Notizbuch herum und belauscht alle. Die Lösung des Falles ist dann sehr verblüffend, denn jeder ist ein Täter und die Leiche ist plötzlich wieder putzlebendig.

Das spannende Kriminalstück, bei dem der Zuschauer bis zuletzt nicht wussten, wer denn nun der Schuldige ist, fesselte alle, war trotz der vorhandenen Tragik amüsant und kurzweilig.