Verein aus St. Ingbert fördert ein Dorf im Benin

Hilfe für Benin : Die Menschen in Kikélé haben jetzt auch Licht

Als nächstes Projekt plant der Verein „Perspektiven für Benin“ den Bau von privaten Toilettenanlagen in dem westafrikanischen Dorf.

Anfang Februar kam aus dem Dorf Kikélé in Benin die Nachricht, dass nun alle Haushalte mit elektrischem Solarstrom für Licht und Steckdosen versorgt sind. In rund zwei Jahren hat der Verein „Perspektiven für Benin“ es geschafft, durch Geldspenden und eine großzügige Sachspende des St. Ingberter Unternehmens C.M.C. das gesamte Dorf mit rund 5000 Einwohnern nach Sonnenuntergang zu beleuchten. Zuvor war es zu der Tageszeit im Dorf stockdunkel. Hier und da brannte zuvor gerade mal ein Feuer im Freien.

Die Bevölkerung von Kikélé zeigt sich gegenüber den Spendern sehr dankbar, dass sich durch das Engagement des Vereins die Lebenssituation dadurch stark verbessert hat, nachdem auch alle 560 Haushalte im letzten Jahr über den Verein mit energieeffizienten Kochstellen ausgestattet worden waren, auch mit Hilfe von Spenden aus dem Saarland, vielen anderen Bundesländern und auch aus Frankreich. Dazu wurden durch eine Großspende einer St. Ingberter Familie Abwasserkanäle angelegt, um in der Regenzeit eine Unterspülung der Häuser zu verhindern, die meist aus Lehm gebaut sind. Auch zwei weitere Brunnen wurden finanziert.

Niemand hier in Mitteleuropa kann sich so richtig vorstellen, meinten die beiden Vorsitzenden des Vereins, Hans Peter Thiel und Waltraud Latz, im Gespräch mit unserer Zeitung, wie groß der Unterschied zwischen dem Leben hier in Deutschland und dem in westafrikanischen Benin ist, in einem der ärmsten Länder unserer Erde. Thiel, der mehrfach vor Ort war, hat die Armut hautnah kennen gelernt.

Zusammen mit dem Verein „W.E ONG“ in Kikélé und seinem Präsidenten Nabiou Soumanou plant der St. Ingberter Verein die dringend notwendigen Projekte. Die „W.E ONG“ setzt sie mit Hilfe der Spenden um und legt Rechenschaft über jeden eingesetzten Euro um. „Transparenz ist uns wichtig“, so Schatzmeister Gerd Wagner. „So können wir jedem Spendenden nachweisen, wofür das Geld eingesetzt worden ist.“

Jetzt plant „Perspektiven für Benin“ den Bau privater Toilettenanlagen mit zwei Kabinen, nachdem bereits fünf öffentliche Toilettenanlagen (mit vier Kabinen) durch Spenden fertig gestellt sind. Das unhygienische Verrichten der Notdurft im Freien mit all den gesundheitlichen und umweltbelastenden Folgen soll ein Ende haben. Geplant sind rund 60 Anlagen, jeweils eine für jede Häusergruppe. Die Bevölkerung wird wie bereits beim Bau der öffentlichen Toiletten kräftig mithelfen. Der Verein setzt bei seinen Maßnahmen sehr stark auf Nachhaltigkeit. So sind auch beim Toilettenprojekt die Pflege und Langlebigkeit der Anlagen bereits in die Planung mit einbezogen worden. Für dieses ehrgeizige Projekt sammelt der Verein jetzt weitere Spenden ein.

Mehr Informationen über Tel. (06894) 9 90 66 86 oder (06894) 25 94 oder (0170) 8 32 50 13.

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