Neue Geschäftsidee Unverpackt-Laden öffnet in St. Ingbert

St. Ingbert · Wer ein Produkt kaufen will, füllt sich die gewünschte Menge in mitgebrachte Gläser, Tupperware-Behälter oder Stofftüten ab und zahlt nach Gewicht an der Kasse. Das ist die Idee des neuen Ladens.

 Birgit Klöber und Philipp Jochum in ihrem Unverpackt-Laden in Saarbrücken. Bald wollen sie auch einen in St. Ingbert eröffnen.

Birgit Klöber und Philipp Jochum in ihrem Unverpackt-Laden in Saarbrücken. Bald wollen sie auch einen in St. Ingbert eröffnen.

Foto: Sebastian Zenner

Birgit Klöber und Philipp Jochum mögen keine unnötigen Verpackungen – schon gar kein Plastik. Deshalb wollen sie im Herbst dieses Jahres in der Alten Bahnhofstraße 12 in St. Ingbert einen „Unverpackt-Laden“ eröffnen, in dem die Kundschaft die Produkte in eigens mitgebrachte Behältnisse abfüllen kann. Inzwischen ist auf der Internetseite www.startnext.com/unverpackt-igb eine Spenden-Sammelaktion gestartet, mit der die Erstausstattung finanziert werden soll. Sie dauert bis zum 14. Juli an, mitmachen kann jeder.

Doch wie kommt das Unverpackt-Konzept nach St. Ingbert? Birgit Klöber hatte vor drei Jahren mit der „Nachfüllbar“ in Saarbrücken den ersten Unverpackt-Laden des Saarlandes eröffnet. Nach einem Vortrag über ihre Arbeit lernte sie 2019 Monika Martin vom St. Ingberter Bioladen Kornblume kennen. „Sie sagte mir, dass sie dieses Jahr in Ruhestand gehen wird und fragte mich, ob ich jemanden kenne, der den Laden übernehmen wollte“, erinnert sich Klöber und ergänzt nach kurzer Pause: „Wie das Schicksal so spielt, stand wenig später Philipp vor mir und sagte, dass er gerne einen Unverpackt-Laden betreiben möchte.“ Typisch saarländisch kam so das Eine zum Anderen.

Philipp Jochum stammt aus Sulzbach, hat Lebensmitteltechnik (Bachelor) und Lebensmittelwirtschaft (Master) studiert. Er setzt sich als Mitgründer und 1. Vorsitzender des saarländischen Ernährungsrates für ein umweltfreundlicheres, sozialeres, lokaleres und transparenteres Ernährungssystem ein. „Mein Wunsch ist es, den Bürgerinnen und Bürgern von St. Ingbert alternative Wege des Konsums aufzuzeigen und sie für unverpacktes Einkaufen zu begeistern“, sagt der 35-Jährige, der in Teilzeit für das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz arbeitet.

„Mir war aber immer klar: Wenn ich einen weiteren Laden übernehmen werde, dann in meiner Heimatstadt St. Ingbert“, sagt Jochums Geschäftspartnerin Birgit Klöber, die mittlerweile in Dudweiler wohnt. Im neuen Laden wird Trockenware wie Nudeln, Reis, Getreide oder Müsli sowie ökologische Waschmittel, Körperpflege- und Hygieneprodukte und ein großes Sortiment an biologischen und saisonalen Lebensmitteln, Gewürzen, Süßigkeiten, Ölen und regionalen Spezialitäten zu finden sein.

Die Produkte regionaler Anbieter – beispielsweise aus dem benachbarten Bliesgau – werden dabei bevorzugt. Wer etwas davon haben möchte, wird sich die gewünschte Menge in mitgebrachte Gläser, Tupperware-Behälter oder Stofftüten abfüllen und nach Gewicht an der Kasse bezahlen. Wer keine eigenen Behälter dabei hat, kann wiederverwendbare im Laden erwerben. Darüber hinaus werden auch Workshops und Vorträge rund um die Themen Ernährung und Nachhaltigkeit angeboten.

Bis es soweit ist, müssen neben bürokratischen Aufgaben auch die Renovierung des Ladenlokals bewältigt werden. Selbst dies geschieht umweltbewusst, nämlich per Upcycling. So wird die Wiederverwendung und Aufwertung eines Abfallprodukts zu einem neuen Zweck bezeichnet. In diesem Fall handelt es sich um die alten Regale, die von einem Schreiner so restauriert und umgebaut werden, dass die Behälter der unverpackten Lebensmittel und sonstiger Artikel darauf oder darin ihren Platz finden können. Im Oktober soll alles fertig sein und die Kundschaft in den Laden strömen. „Die Menschen wissen mittlerweile, was es heißt, unverpackt einzukaufen. Von daher habe ich keine Bedenken“, sagt die 54-jährige gelernte Restaurantfach- und Industriekauffrau und ergänzt: „Ich freue mich schon auf die Eröffnung.“

Mehr Infos auf der Facebook- und der Instagram-Seite von „Unverpackt St. Ingbert“.

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