Unterwegs für die Flutopfer

Versunkene Autos, schwimmender Hausrat, verzweifelte Menschen – wochenlang hielt die Elbe-Flut das Land in Atem. Auf sie folgte eine Welle von Hilfsaktionen. Das Albertus-Magnus-Gymnasium beteiligte sich gestern mit einem Solidaritätslauf durch die Stadt.

Zur ersten Unterrichtsstunde am Montagmorgen holten die Albertus-Magnus-Gymnasiasten der Klassen fünf bis zehn einmal nicht das Mathematik-Buch, den Schulatlas oder den Zeichenblock hervor - eher schnürten sie die Wanderstiefel. Denn ab 7.30 Uhr machten sich die knapp 500 Schüler auf eine etwa sieben Kilometer lange Tour durch St. Ingbert. Magdalena aus der neunten Klasse war dabei: "Wir sind von der Schule aus nach Schüren gelaufen, von dort zum Wombacher Weiher, durch die Gustav-Clauss-Anlage und die Fußgängerzone dann wieder zurück zur Schule." Angelehnt an das Prinzip des 24-Stunden-Solilaufs im Mühlwaldstadion oder den Hungermärschen, suchten sich die Schüler Sponsoren, die pro Kilometer einen beliebigen Geldbetrag spenden. Magdalena gewann dafür ihre Eltern, die Oma und eine Cousine. Nach etwa drei Stunden kehrte sie wieder zur Schule zurück.

Der scheidende Schulleiter Hans-Georg Ochs war froh, dass die Veranstaltung gut über die Bühne ging, denn eine lange Vorlaufzeit habe es nicht gegeben. "Die Idee kam spontan aus Schüler- und Lehrerkreisen." Das Albertus-Magnus-Gymnasium hat viel Erfahrung mit Aktionen dieser Art. Ochs erinnert sich: "Wir waren schon im Jahr 2002 für die Geschädigten des Elbe-Hochwassers unterwegs. Dann gab es einen Spendenlauf für die Überlebenden des Tsunamis in Südostasien 2004 und 2007 haben wir für den Wiederaufbau der Josefskirche gesammelt."

Wieviel Geld jetzt für die Flutgeschädigten zusammen gekommen ist, war am Montag noch nicht klar - an wen das Geld geht, indes schon. "Wir überlassen es der Caritas und vertrauen darauf, dass das Geld entsprechend eingesetzt wird." Ochs verwies bei der Erläuterung auch auf Hochwasserschäden, die man nicht sieht. "Viele sind traumatisiert, schließlich ist es das zweite Mal innerhalb von elf Jahren, dass sie wieder komplett von vorne anfangen müssen."

Hans-Georg Ochs dachte aber nicht nur an die Flut-Geschädigten. Auf dem Schulhof verteilten die Schüler der elften Klasse Kuchen, den der bald ehemalige Schulchef gesponsert hatte.

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HintergrundDer Erlös des Solidaritätslaufs des AMG fließt diesmal nicht direkt nach Radebeul. Leer geht die Partnerstadt St. Ingberts aber nicht aus. Ein Benefizkonzert des Freundes- und Förderkreises für Kirchenmusik spülte mehr als 1200 Euro auf das Spendenkonto der Stadt St. Ingbert. obe