Sexuelle Belästigung am Uniklinikum Homburg Urteil ist gefallen: HNO-Chefarzt Bernard Schick kommt mit Geldstrafe davon

St. Ingbert · Seit dem 18. Januar musste sich Professor Bernhard Schick (56), der Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Uniklinikum, wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen vor dem St. Ingberter Amtsgericht verantworten. Nun hat Richterin Antje Sattler ihr Urteil gefällt.

 HNO-Chefarzt Professor Bernhard Schick während des Prozesses vorm Amtsgericht St. Ingbert, links Sabrina Müller, eine seiner beiden Rechtsbeistände. Foto: Eric Kolling

HNO-Chefarzt Professor Bernhard Schick während des Prozesses vorm Amtsgericht St. Ingbert, links Sabrina Müller, eine seiner beiden Rechtsbeistände. Foto: Eric Kolling

Foto: Eric Kolling

Mit einem teilweisen Schuldspruch ist der Prozess gegen HNO-Chefarzt Bernard Schick am Donnerstag, dem neunten Verhandlungstag, zu Ende gegangen. Zuvor hatte die Verteidigung von Professor Bernhard Schick einen Freispruch gefordert. Die Staatsanwaltschaft forderte 120 Tagessätze für alle drei Vorwürfe. Die Nebenanklage forderte mindestens 100 Tagessätze. Ab einer Anzahl von mehr als 90 Tagessätzen gilt man offiziell als vorbestraft. Im Falle von Schick wird das nicht der Fall sein: Der HNO-Chefarzt wurde vom Gericht zu einer Geldstrafe von genau 90 Tagessätzen verurteilt – er wird damit nicht als vorbestraft gelten.

Vorgeworfen worden waren dem seit 2009 am UKS tätigen Schick drei Fälle aus dem Jahr 2017. Er soll laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, die beiden – in Ausbildung befindlichen – Medizinerinnen Andrea S. und Friederike G. (Namen geändert) je einmal bei Operationen unsittlich an Brüsten, G. dazu während einer Visite an Rücken und Po berührt haben. Im Falle der Vorwürfe von G. wurde Schick am Donnerstag schuldig gesprochen – im Fall Andrea S. gab es einen Freispruch.

Vorwürfe gegen Bernhard Schick: Prozess kam nach Einspruch

Die Staatsanwaltschaft hatte nach Abschluss der Ermittlungen einen Strafbefehl über eine mittlere fünfstellige Geldstrafe erlassen, gegen den Schick Berufung eingelegt hatte. So war es zum öffentlichen Prozess gekommen, in dessen Verlauf zahlreiche Zeugen, vor allem ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der HNO-Klinik in Homburg befragt worden waren.

Schick hatte bei seiner Einlassung zum Prozessauftakt am 18. Januar die Vorwürfe energisch abgestritten und erklärt: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass hier im öffentlichen Raum alles zur Wahrheitsfindung getan wird und es Rechtsfrieden für mich, meine Frau und meine Kinder gibt.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Weiterer Bericht folgt

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