Uniformen als Gastgeschenk

Das Zollmuseum in Esch steht kurz vor der Schließung. Vertreter des Museums waren zu Besuch im Zollmuseum Habkirchen und brachten drei gut erhaltene luxemburgische Zolluniformen mit.

Habkirchen. Das Zollmuseum Habkirchen hatte kürzlich Besuch aus Luxemburg. Vertreter des dortigen Zollmuseums waren zu Gast und kamen nicht mit leeren Händen. Nico Dusseldorf und Jean-Pierre Reuter vom Museum in Esch brachten drei gut erhaltene luxemburgische Zolluniformen aus dem 20. Jahrhundert mit. Die älteste Uniform ist von 1919, alle drei werden künftig im Zollmuseum Habkirchen ausgestellt werden. Anlass des Besuchs war die bevorstehende Schließung des Museums in Esch, das von der luxemburgischen Zollverwaltung betrieben wird, aber sehr marode ist. Für mindestens sieben Jahre soll es geschlossen werden, die drei Uniformen wurden vorher noch dem Museum in Habkirchen zugesagt und jetzt persönlich vorbeigebracht.

Manfred Nagel, als Leiter des Habkircher Museums, nahm sie in Empfang und bekam vom saarländischen Zoll auch noch neue Stücke. Diana Weis und ihre Kollegen Franz-Josef Fries und André Backes vom saarländischen Zoll begleiteten die Luxemburger Kollegen und kamen auch nicht mit leeren Händen. "Der deutsche Zoll hat ein zentrales Museum in Hamburg, doch regional werden wir das Museum in Habkirchen auch weiterhin unterstützen", sagte Weis, die Sprecherin des Hauptzollamts. Sie brachte eine Original-Uniform der Bundespolizei und moderne Rauschgifttests, sowie mehrere Geräte zur Bestimmung von Alkoholkonzentrationen in Bier oder Branntwein mit.

Diese Geräte aus Glas können zum Beispiel in Bier eingetaucht werden und der Alkoholgehalt ist danach auf einer Skala ablesbar, was wichtig für die Besteuerung ist. Die Drogentests hatte sich Manfred Nagel für sein Museum gewünscht, weil er nur die Vorgängerversionen unter seinen Exponaten hatte. Nun hat er auch die neusten Tests, um sie den Besuchern zu zeigen. Das Zollmuseum Habkirchen ist damit um einige Ausstellungsstücke reicher und wächst. Das kleine Museum an der Freundschaftsbrücke ist ein Original-Zollhaus und blickt mit seinen Exponaten auf 300 Jahre bewegte Grenzgeschichte an der Saar zurück. Manfred Nagel, ein profunder Kenner der Materie, führte die Luxemburger Kollegen natürlich auch durch die Ausstellung. Das Zollmuseum ist jeden 3. Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Gruppenanmeldungen bei Manfred Nagel, Tel. (0 68 04) 554, der im Auftrag des Heimat- und Geschichtsvereins das Museum leitet und Führungen anbietet.

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