Unaufgeregt und ohne Pathos

Ormesheim. Die Vielfalt der kulturellen Aktivitäten in Ormesheim war anlässlich der Schließung des Saales Niederländer ein großes Thema in diesen Tagen. Und hätte es noch eines Beweises bedurft, wie groß die kulturelle Bandbreite in Ormesheim tatsächlich ist, das Kirchenkonzert am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche St. Mauritius wäre dieser Beleg gewesen

Ormesheim. Die Vielfalt der kulturellen Aktivitäten in Ormesheim war anlässlich der Schließung des Saales Niederländer ein großes Thema in diesen Tagen. Und hätte es noch eines Beweises bedurft, wie groß die kulturelle Bandbreite in Ormesheim tatsächlich ist, das Kirchenkonzert am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche St. Mauritius wäre dieser Beleg gewesen. Unter der Gesamtleitung von Timo Uhrig präsentierten der Katholische Kirchenchor St. Mauritius und der Männergesangverein 1888 Ormesheim gemeinsam mit Musikern des Sinfonieorchesters des Landkreises Kaiserslautern sowie des Orchestervereins "Harmonie" Ormesheim ein grandioses Konzert in der voll besetzten Pfarrkirche.Weiterhin wirkten mit: Jennifer Stratmann an der Harfe, Sebastian Müller an der Orgel, und als Solisten präsentierten sich Lena Maria Kosack (Sopran) und Dominic Kron (Bass). Bereits im vergangenen Jahr hatte der junge Dirigent Timo Uhrig mit einem eindrucksvollen Weihnachtskonzert gezeigt, was die beiden Chöre unter seiner Leitung zu leisten imstande sind. In diesem Jahr brachte man das Requiem in d-moll, opus 48, von Gabriel Fauré zur Aufführung. Mitunter düster und schwer wie das passende Wetter dieser Jahreszeit erklang das Requiem in vielen Teilen, durchaus aber auch sehr kraftvoll wie etwa das Sanctus.

Der Chor hatte seit August mit dem Dirigenten geprobt, "eine relativ kurze Zeit für einen Laienchor", wie der Dirigent seine Sängerinnen und Sänger lobte. Gleichwohl präsentierten sich die beiden Chöre gemeinsam auch in diesem Konzert als sehr ein leistungsstarker und harmonischer Klangkörper. Timo Uhrig glänzte durch ein präzises, aber sachliches Dirigat, das unaufgeregt ohne jeglichen Pathos und "große Gesten" auskam. Der junge Dirigent hat die Chöre sicher und behutsam bis an ihre Grenzen gefordert, ohne sie aber zu überfordern.

Sicher und behutsam

Die beiden jungen Solisten überzeugten trotz ihrer noch relativ frischen Karrieren mit einer hervorragenden Gesamtleistung. Auch die Musiker waren eine gute Stütze, wenngleich die Hörner an einer Stelle etwas indisponiert wirkten. Aber das schmälerte keineswegs den hervorragenden Gesamteindruck. Nach dem Requiem dann die Kantate "Ich habe genug" von Bach, hier eine Glanzleistung des jungen Solisten Dominic Kron, der an einigen wenigen Stellen Gefahr lief, vom Orchester überdeckt oder in den Hintergrund gedrängt zu werden. Aber man hat eben nur ganz wenig Zeit, sich für ein solches Konzert zusammenzufinden, da bleiben gerade einmal zwei Tage des gemeinsamen Probens. Am Ende dann der Psalm 150 von César Franck, man merkte den Chören an, wie eine große Belastung abfiel und man mit Begeisterung den Erfolg genoss. Stehende Ovationen und lang anhaltender Applaus für ein sehr beeindruckendes Konzert war der Lohn für die intensive Probenarbeit. Ein herausragendes Konzert!