Umfrage: Schornstein soll bleiben

Der Schornstein auf dem Gelände der ehemaligen Becker-Brauerei soll erhalten bleiben. Dieser Meinung ist die Mehrheit der Leser, die diese Woche an einer Umfrage im sozialen Netzwerk Facebook teilgenommen haben.

Mal ohne, mal mit: SZ-Leser Markus Kempf hat mit einem Bildbearbeitungsprogramm den Schornstein auf dem Brauerei-Gelände wegretuschiert. „Vielleicht eine Entscheidungshilfe“, meint er. Foto: Markus Kempf. Foto: Markus Kempf

Muss er bleiben oder kann er weg? Über den Abriss des alten maroden Schornsteins auf dem ehemaligen Gelände der Becker-Brauerei ist eine heftige Diskussion entbrannt. Innovationspark-Geschäftsführer Stefan Braun hält einen Abriss des 1938 gebauten Hochschornsteins für unumgänglich. Nachdem Brauns erster Antrag auf Abriss am Mehrheitsentscheid des St. Ingberter Stadtrates gescheitert war, hat er nun erneut den Abriss des Schornsteins beantragt. "Sollte der Stadtrat diesem Antrag nicht zustimmen, so müsste die Stadt das Grundstück inklusive Schornstein übernehmen, da mir eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr zuzumuten ist", so Braun vor Kurzem gegenüber unserer Zeitung.

Die Diskussion ob der Becker-Schornstein zum St. Ingberter Stadtbild gehört und deshalb erhalten bleiben muss oder ob der 55-Meter-Koloss abgerissen werden soll, beschäftigt viele Bürger in der Stadt. Auf der Facebookseite der St. Ingberter Zeitung haben bis zum gestrigen Redaktionsschluss 196 Personen über den Schornstein abgestimmt. 130 Bürger stimmten für einen Erhalt des Schornsteins. 50 würden ihn lieber abgerissen sehen. "Dengmad ohne de Becker Schorschde is wie Paris ohne sei Turm!", schrieb ein Facebook-Nutzer. Darauf antwortete eine Bürgerin: "Nur, dass Paris mehr Geld hat, als St. Ingbert und die Summe, die für die Sanierung benötigt wird, für viele andere soziale Maßnahmen besser Verwendung findet." Ein Anderer stimmt dem zu: "In einer Zeit, wo wegen Geldmangels Schulen, Schwimmbäder et cetera geschlossen werden und die Ruinen das Stadtbild dann auch nicht verschönern, weg damit. Ein Schornsteinschützer argumentiert: Alle die für den Abriss sind sollten sich mal die Bedeutung des Wortes Denkmal durch den Kopf gehen lassen! Wenn wir anfangen den Erhalt unserer Geschichte finanziellen Interessen unterzuordnen sind wir wirklich eine ‚arme' Gesellschaft!". Ein anderer Bürger schlägt scherzhaft vor den Schornstein einer neuen Funktion zuzuführen: "Zum Beispiel als Spaghettitrockenturm, gibt dann bei der zu erwartenden Nudellänge bestimmt einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde."

Auf der Facebook Seite der St. Ingberter Zeitung können sich alle Bürger über dieses und andere aktuelle lokale Themen informieren, mitdiskutieren und Themen anregen.

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