Umbruch bei der SGH

St. Ingbert. Die Spielgemeinschaft Handball (SGH) St. Ingbert, aktueller Tabellenfünfter der Saarlandliga, steht vor einem personellen Umbruch. Die SGH St. Ingbert ist eine seit 2005 bestehende Spielgemeinschaft aus der SG Hassel, Abteilung Hallensport, und dem Handballsportverein (HSV) St. Ingbert. Das bedeutet, die SG Hassel, Abteilung Hallensport, kann nicht alleine handeln

St. Ingbert. Die Spielgemeinschaft Handball (SGH) St. Ingbert, aktueller Tabellenfünfter der Saarlandliga, steht vor einem personellen Umbruch. Die SGH St. Ingbert ist eine seit 2005 bestehende Spielgemeinschaft aus der SG Hassel, Abteilung Hallensport, und dem Handballsportverein (HSV) St. Ingbert. Das bedeutet, die SG Hassel, Abteilung Hallensport, kann nicht alleine handeln. Der Vorstand der SG Hassel, Abteilung Hallensport, besteht jetzt seit Anfang dieser Woche aber nur noch aus dem Abteilungsleiter Albrecht Hauck. Das teilte Pressesprecherin Christa Strobel mit.

Anfang Februar war bereits Schriftführer Thomas Baumgarten zurückgetreten. Am Dienstag traten nun Schatzmeister Dieter Strobel, die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Christa Strobel, sowie die Beisitzer Klaus Weiland und Christian Schauer zurück.

Grund scheinen nach SZ-Informationen interne Differenzen zu sein. Albrecht Hauck, seit 2011 Abteilungsleiter Hallensport der SG Hassel und Spielleiter der SGH St. Ingbert, spricht von persönlichen Gründen, die ihm gegenüber in E-Mails angegeben wurden, ansonsten habe sich niemand genau geäußert. "Die Rücktritte betreffen nicht den Gesamtvorstand", sagt Hauck, sondern seien abteilungsintern. Daher seien der Verein und die Spielgemeinschaft weiter handlungsfähig. Eine ordentliche Mitgliederversammlung solle es in rund drei Wochen geben, erzählte Hauck.

Auch Klaus Weiland, Geschäftsführer beim HSV St. Ingbert, möchte eine baldige Versammlung. Er beklagt Abläufe, die von Hauck verzögert worden seien, sieht "unsere Interessen nicht gewahrt". Es könne nicht mehr vernünftig geplant werden, auch in Bezug auf die kommende Saison. Hauck hingegen sagt, die Planungen seien in drei Wochen abgeschlossen. Die Mannschaft mit Spielern "aus den eigenen Reihen" würde stehen.

Auch auf dem Feld gibt es einige Abgänge. Zum Saisonende werden sowohl Trainer Mirko Schwarz als auch Teile des Spielerkaders die SGH verlassen. Das bestätigte Schwarz, der in der kommenden Spielzeit bei der VTZ Saarpfalz als Jugendkoordinator anheuern und dort auch die zweite Herrenmannschaft (ebenfalls Saarlandliga) trainieren wird, auf SZ-Anfrage. Für den 32-Jährigen, der die SGH seit dem Abstieg aus der Oberliga in die Saarlandliga vor zwei Jahren trainiert und seitdem in die erweiterte Spitze der Liga geführt hat, wären Neuzugänge zur kommenden Saison Voraussetzung für eine weitere Zusammenarbeit gewesen. Dies konnte der Verein offenbar nicht gewährleisten.

"Die Liga wird in der nächsten Saison noch besser besetzt sein", so Schwarz, "ohne qualitative Verstärkungen hätte das Ziel in der kommenden Runde vermutlich Mittelfeldplatz lauten müssen. Das wäre mir - gerade nach der tollen Entwicklung der vergangenen zwei Jahre - einfach schwergefallen."

Schade und in manchen Fällen voreilig findet Hauck hingegen die Entscheidung einiger Spieler, die SGH ebenfalls zu verlassen: "Den Jungs geht es sicher nicht ums Geld, teilweise wechseln sie ja zu Vereinen, in denen gar nichts gezahlt wird. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sie sich durch von außen geschürte Gerüchte über die finanzielle Situation der SGH haben verunsichern lassen. Da wurde sogar behauptet, dass es hier überhaupt nicht mehr weitergeht. Das ist kompletter Unsinn, alle Verbindlichkeiten, die der Verein hatte, wurden mittlerweile beglichen." Bei einer Steuer-Nachzahlung im Januar hatte die SGH einen "schmerzlichen Betrag" (Weiland) zahlen müssen.

Die Abgänge umfassen neben Torhüter Jadran Pesic und Philipp Michel, die Trainer Schwarz zur VTZ Saarpfalz folgen, auch Marc Hoffmann und Thijs van Donkersgoed, die sich dem TV Kirkel anschließen. Der Wechsel von Thorsten Blaumeiser zum TBS Saarbrücken stand schon länger fest. Auch Sebastian Diener, der aus beruflichen Gründen nach Frankfurt zieht, wird nicht mehr zur Verfügung stehen.

Ein Nachfolger auf dem Trainerposten scheint dafür aber bereits gefunden. Aus Vereinskreisen wurde bekannt, dass Martin Schwarz, der in der Hinrunde noch als Spieler für die SGH am Ball war, aussichtsreichster Anwärter sei. Foto: strobel