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Umbau der Louise-Scheppler-Kita geht voran

Kita Baustelle in St. Ingbert : Es geht voran in der Louise-Scheppler-Kita

Der Umbau läuft bereits seit März 2019. Aufgrund der Corona-Pandemie musste man sich einigen Herausforderungen stellen.

Zirka 1,9 Millionen Euro kostet der Umbau der Louise-Scheppler-Kita: Das Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirchengemeinde hat vorher eine Privatwohnung sowie Gemeindesäle umfasst und wird nun zum zweiten Gebäude der Kita umgebaut. Hier soll der Kindergarten mit drei Gruppen und insgesamt 75 Kindern einziehen.

Das alte Kita-Gebäude, das direkt hinter diesem steht, soll dann als reine Krippe genutzt werden, für die ganz Kleinen bis zu drei Jahren. Bezahlt wird die Maßnahme vom Saarländischen Ministerium für Soziales, dem Kreis, der Stadt und der Kirchengemeinde. Ein durchdachtes Konzept, das aber schon jetzt viel Durchhaltevermögen und Einsatz von allen Beteiligten fordert. „Das Haus steckt voller Überraschungen“, sagt Architekt Gerhard Müller in leicht ironischem Ton zu den Umbauarbeiten.

Pfarrerin Michelle Scherer (links) und Kita-Leiterin Nina Walle im zweiten Stock vor den neu hochgezogenen Wänden der Kita. Foto: Sarah Tschanun

Nachdem sich in den Decken und in den Wänden ungeahnte Schwierigkeiten verbargen (wir berichteten), die nun aber behoben wurden, kommt die neueste Herausforderung auf ihn und sein Team von Handwerkern zu: Ein Kran zur Errichtung eines Stahltreppenhauses muss aufgestellt werden – nur wo?

Vor dem Gebäude ist die Josefstalerstraße im Weg, die dann voll gesperrt werden müsste. Hinter dem Gebäude steht das aktuelle Kita-Haus samt Spielgelände. Hier fand der Architekt zum Glück genug Spielraum: „Dem Kran müssen leider ein paar Büsche und Teile eines Baumes zum Opfer fallen“. Hinzu kam natürlich die Corona-Pandemie, die mit ihren Abstands- und Hygieneregeln zu Verzögerungen führte. Neben Firmen, die ihre Priorität aufgrund der aktuellen Lage unter anderem auf Krankenhäuser legen mussten, wirkte sich auch das fehlende Personal auf die Baustelle aus.

„Dafür hatten wir natürlich Verständnis, in dieser Ausnahmesituation“, erklärt Michelle Scherer, die Pfarrerin der Gemeinde. Sie führt mit der Kita-Leiterin Nina Walle durch das dreigeschossige Baustellen-Haus und zeigt den fertigen und hochmodernen Lift mit Glasfront: „So können die Kinder auch von außen in den Fahrstuhl schauen.“

Sieben Kinder waren hier in der ersten Woche in der Notbetreuung. Mittlerweile sind es 33. Da vier Gruppen mit jeweils zehn Kindern betreut werden dürfen, gebe es noch sieben freie Plätze. „Die Kinder, die von Anfang an da waren, sind jetzt unsere kleinen Profis“, erzählt Kita-Leiterin Nina Walle stolz, „sie bringen den Neuen alles bei und zeigen einen tollen Lerneffekt.“

Dabei haben sich die Betreuer einige kreative Ideen überlegt, um den Kleinen spielerisch zum Beispiel die Hygieneregeln beizubringen: „Wir singen einmal ‚Happy Birthday’ durch beim Hände waschen. So können sie sich merken, wie lange man das machen muss.“

Auch die Baustelle sei „gar kein Problem“ gewesen. „Die Kinder finden das eher interessant, und auch der Lärm stört gar nicht.“ Besonders glücklich ist Nina Walle heute, weil sie ein Auge auf ein paar Paletten geworfen hat, die bei der Baustelle gebraucht wurden – und diese nun auch bekommen kann: „Wir bauen damit eine kleine Matschküche für die Kinder.“

Der aktuelle Stand der Räume kann als fortgeschritten beschrieben werden. Was nun noch kommt, ist die Innenausstattung, die Verkleidung der Wände und zuvor noch die Elektrik sowie die Heizung. Highlight des Hauses wird die große Küche mit Kinderrestaurant im Erdgeschoss. Abgetrennt wird Beides voneinander durch eine Glasfront. So können die kleinen Restaurantbesucher der Köchin beim Kochen der frisch zubereiteten Mahlzeiten zuschauen. Und sogar selbst auch mal Hand anlegen, denn in der Küche wird es eine extra Arbeitsfläche in Kinderhöhe geben.

Auch in der Notbetreuung wurde täglich frisches Essen serviert. „Tatsächlich haben wir Erzieher und auch die Kinder die Notbetreuung sehr genossen. Klar war es anders, die Kinder spüren ja, dass bei Mama und Papa gerade alles anders ist als sonst. Aber durch die kleine Anzahl in den Gruppen konnten wir uns viel intensiver um sie kümmern“, betont die Kita-Leiterin zu den Effekten der Ausnahmesituation.

Selbst zu den Kindern zu Hause habe sie Kontakt gehalten, per Video, Geburtstagsgrüßen und Gesprächen mit den Familien. „Wenn die Kinder wieder zum Normalbetrieb kommen, bringen alle ihre eigene Schatzkiste mit. Das war einer unserer Aufträge für die Kinder, die zu Hause bleiben mussten: Eine Schatzkiste basteln und alles reintun, was sie gerade beschäftigt in dieser speziellen Zeit.“ So können die Erlebnisse in der Zeit der Trennung von der Kita zusammen besprochen und verarbeitet werden.