Um Containerplätze entbrennt Streit

Der Entsorgungsverband Saar drängt nach Auskunft der Stadtverwaltung darauf, die Containerstandorte für Papier und Glas in St. Ingbert deutlich zu reduzieren. Der Bauausschuss des Stadtrates ist damit nicht einverstanden.

 So sieht ein gepflegter Container-Standort (Mühlwald) mit neuen Papierbehältern aus.
So sieht ein gepflegter Container-Standort (Mühlwald) mit neuen Papierbehältern aus.

Die Zahl der Containerstandorte in St. Ingbert steht auf dem Prüfstand. Wie die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mitteilte, möchte der Entsorgungsverband Saar (EVS), in dessen Auftrag die Stadt die Standplätze vorhält, die derzeit rund 50 Plätze auf etwa die Hälfte reduzieren. Gerd Lang, im Rathaus für Umwelt und Abfallwirtschaft zuständig, geht davon aus, dass sich auf diesem Weg auch die wilden Müllablagerungen, die sich gerne an den Standplätzen für Papier und Glas sammeln, reduzieren lasse. Der Ausschuss des Stadtrates allerdings ist mit einer starken Reduzierung an Containerstellplätzen nicht einverstanden.

Die Diskussion geht zurück auf einen Antrag der CDU-Fraktion. Deren Ausschuss-Sprecher Thomas Magenreuter benannte das Problem voller Container und vermüllter Standorte und hatte von der Stadtverwaltung eine Auflistung der Standplätze und Leerungszyklen eingefordert. Auch die teils in der Stadt vorzufindenden Kunststoff-Papiersammelgefäße interessierten seine Fraktion. Lang erläuterte, mit den Kunststoff-Containern habe die Stadt im vergangenen Jahr einen Modellversuch gestartet. Diese Gefäße lassen sich nach seiner Auskunft besser leeren. Magenreuter verwies darauf, dass die Papiercontainer oft mit gewerblichem Verpackungsmaterial angefüllt seien. Gerd Lang dazu: "Gewerbetreibende können bei uns die 1100-Liter-Umleerbehälter kostenlos bestellen." Das dränge sich als bequemste Möglichkeit eigentlich auf, sei aber offenbar nicht überall bekannt.

Während Lang Verständnis für den EVS zeigt, der nach der Einführung der Blauen Tonne 2009 bei den öffentlichen Containern auf Kostenreduzierung dränge, plädierten einige Ausschuss-Mitglieder für ein Festhalten an der jetzigen Struktur. Heinz Dabrock, Familien-Partei: "Das Zurückbauen von Standorten sehe ich kritisch." Das Argument, damit auch Plätze für wilden Müll zu reduzieren, konnte er nicht nachvollziehen. Der Müll werde dann andernorts abgeladen. Herdis Behmann von der SPD-Fraktion: "Der EVS macht es sich etwas zu einfach. Die Container sollen eine Trennung von Wertstoffen möglich machen. Längere Wege zu Containern verursacht noch mehr Verkehr." Auch Wolfgang Weisgerber und Gerhard Selgrad (beide UCD), waren nicht einverstanden. Selgrad: "Viele alte Leute machen einen Spaziergang zum Container, sie fahren ihre Wertstoffe nicht zum Wertstoffzentrum." Der grüne Beigeordnete Adam Schmitt, zu dessen Aufgabenbereich das Thema Müll gehört, warb für einen sensiblen Umgang mit dem Thema: "Wo weiter Bedarf ist, sollten wir die Container weiter stehen lassen."Besonders akut ist das Problem vermüllter Containerplätze an der Rohrbachhalle und Am Kränkelbruch. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Ortsrat Rohrbach genau mit diesen beiden Standorten. Auch wenn Ortsvorsteher Martin Wirtz in letzter Konsequenz eine Aufgabe der Plätze befürworten würde, ist es fraglich, ob er dafür eine Mehrheit bekommt. Auf Wirtz' Seite schlug sich Jörg Schuh (CDU), der gleichzeitig ein besseres Wertstoff-Konzept fordert. Dagegen hält die große Fraktion der Familien-Partei, deren Sprecherin Petra Baltes befürchtet, dass man sich mit einer Standort-Schließung nur neue Probleme schaffe. Obwohl der EVS, wie Wirtz mittelte, dreimal pro Woche die Container leere, stapeln sich an den Plätzen die Müllberge.

Der Rat beantragte zunächst einstimmig, an den Standorten auf die Folgen der Vermüllung aufmerksam zu machen und für den Wertstoffhof zu werben. Dort gehören schließlich die Herdplatten und Schaltschränke hin, die aktuell an den Containern neben der Rohrbachhalle liegen.