Ulli Meyer tritt sein Amt als Oberbürgermeister von St. Ingbert an

Kostenpflichtiger Inhalt: Feierliche Amtseinführung : Neuer Oberbürgermeister tritt sein Amt an

Der CDU-Politiker Ulli Meyer nahm in der Stadthalle seine offizielle Ernennungsurkunde entgegen. Neben einer besseren Kommunikation in der Verwaltung, will er St. Ingbert zu einen künftigen IT-Zentrum machen.

„Diese Kette wiegt – und sie wiegt schwer. Sie ist leichter, wenn wir sie gemeinsam tragen“: Die Antrittsrede des neuen Oberbürgermeisters von St. Ingbert war ein Plädoyer für die Zusammenarbeit. In der Verwaltung, aber auch im Stadtleben und mit den Vereinen. In der voll besetzten Stadthalle bekam Ulli Meyer (CDU) am gestrigen Donnerstag, 24. Oktober, innerhalb einer Betriebsversammlung sowohl seine Ernennungsurkunde als auch die Kette der Stadt St. Ingbert. „Das ist der Tag, auf den man hingearbeitet hat“, freute sich der neue Verwaltungschef. Von Kindesbeinen an sei er mit der Mittelstadt verbunden. Folgerichtig dankte er seiner Mutter und gedachte seinem Vater, die ihn mit der Vereinswelt bekannt machten und ihn immer unterstützten.

Einen Abend vorher erst sei er von seiner letzten Amtshandlung aus Berlin zurückgekehrt und habe seine bisherige Arbeit im Finanzministerium Revue passieren lassen. Wehmut habe er empfunden, da er nun „Menschen zurücklasse“. Gleichzeitig freue er sich auf seine neue Aufgabe. In 25 Jahren im Ortsrat habe er bereits viele Berührungspunkte mit den Angestellten der Verwaltung gehabt. „Die Mitarbeiter sind freundlich und kompetent“, so sein Fazit. Er wolle seine drei Maximen beibehalten: die Rechtmäßigkeit – „Ich bin Jurist“ –, den Nutzen für die Stadt und das Handeln im Zweifel für Bürger, Vereine und die Unternehmen. Er könne sich gut vorstellen, dass mancher Mitarbeiter sich Gedanken mache, ob sich nun etwas ändere: „Ich hab‘ ja auch schon mal einen neuen Chef bekommen.“

Diesen Gedanken wollte er zerstreuen: „Ich brauche Ihre Sachkompetenz. Ich brauche Ihre Argumente.“ Denn fachlich, so der OB, würden die Mitarbeiter ihm überlegen sein. Es gehe ihm keinesfalls um persönliche Eitelkeiten. Man solle ihm nicht sagen, was man denke, was er hören möchte. „Dieses Vertrauen muss wachsen“, sagte Ulli Meyer. Man brauche eine kritische Diskussion innerhalb der Verwaltung, die im Anschluss die Realität der Bürger verbessere. Mit ausgetauschten Argumenten könne St. Ingbert wachsen. Auch sollten mehr Entscheidungen in den Geschäftsbereichen getroffen werden.

Neben einer verbesserten Kommunikation sei es einer seiner Schwerpunkte für die Amtszeit, den Blick auf die Zukunft zu richten, etwa auf das 50-jährige Bestehen der Mittelstadt, das 2024 ansteht. Es sollen Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Große Hoffnung setzte er dabei in die Cispa-Erweiterung und generell in die IT-Branche. „St. Ingbert soll das Herz der IT-Wirtschaft werden“, sagte er. Ein Kassensturz müsse zudem erfolgen. Dabei zähle: „Maß halten.“ Die Stadt könne eine attraktive Wohnstadt mit Nähe zu Saarbrücken werden. Dazu gelte es, ein besseres Baulückenmanagement zu installieren und Bauruinen zu beseitigen: die TT-Halle, das Thume Eck oder die Baumwollspinnerei etwa. Mit „Fridays for Future“ solle ein Jugendforum initiiert werden. Alle Arbeiten wolle er strukturiert angehen.

Nach seiner Ernennung war für „den Neuen“ aber noch nicht Schluss. Sein strammes Programm am ersten Arbeitstag als Verwaltungschef der Mittelstadt führte ihn in die ehemalige Grundschule nach Rentrisch. Dort laufen die Arbeiten zum Umbau zu einer Kindertagesstätte. Zum Mittagessen kehrte er in die Dependance Hassel der Freiwilligen Ganztagsschule ein. Den Besuchen am Bahnhof in Rohrbach und des Caritas-Altenzentrum St. Barbara folgte als Schlusspunkt der Treff mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Oberwürzbach (Bericht folgt).

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