Pfuhlwiese: Ulli Meyer bittet um Weitsicht

Pfuhlwiese : Ulli Meyer bittet um Weitsicht

Die Pfuhlwiese ist als Sumpfgebiet mit Hanglage nicht ideal, trotzdem bat der Ortsvorsteher die Anwohner, eine Bebauung nicht auszuschließen.

Dass der erste Dampf aus der Diskussion um die Bebauung der Pfuhlwiese erst mal raus zu sein scheint, wie es Ulli Meyer formulierte, merkte man den sachlichen Gesprächen bei einer Bürgerinformation am vergangenen Dienstag an. Außerdem waren es nicht mehr ganz so viele Anwohner, die sich vom Ortsvorsteher über die neuesten Erkenntnisse eines entsprechenden Gutachtens in Kenntnis setzen ließen, das einige Tage zuvor im Rathaus vorgestellt worden war. Das mochte aber auch dem Umstand geschuldet sein, dass die Einladung auf die Pfuhlwiese an der Betzentalstraße recht kurzfristig ausgesprochen wurde.

Deutlich machte Meyer vor allem, dass der Supermarkt, den manche schon an dieser Stelle entstehen sahen, in den erneuten Ausführungen der Gutachter gar nicht mehr auftauche. „Dass wir das nicht wollen, haben wir auch als Ortsrat deutlich gemacht“, so Meyer. Ebenfalls, dass eine Wohnbebauung sich an den Gebäudestrukturen in der Nachbarschaft orientieren und auf Hochhäuser oder eine verdichtete Errichtung eines Wohnkomplexes verzichtet werden solle. Auf der Prioritätenliste sei die Pfuhlwiese etwas nach hinten gerutscht, denn sie müsste erst erschlossen werden, ein Bebauungsplan müsste her, die Topografie sei als Hanglage nicht ideal, nur 25 Prozent der Fläche seien in städtischer Hand und vor allem sei die „grüne Lunge“ ein Sumpfgebiet, woher die Bezeichnung Pfuhlwiese herrühre. Dieser Ort sei wegen des hohen Landschaftsverbrauches einfach keiner für einen Nahversorger. Meyer bat die Mitstreiter der Bürgerinitiative trotz persönlicher Betroffenheit um Weitsicht. Man solle sich die Option einer allgemeinen Bebauung offen halten, denn der Flächennutzungsplan, der in den nächsten Jahren auf den Weg gebracht werde, habe über Jahrzehnte Gültigkeit. Ein genereller Ausschluss von Bebauung könne künftige Generationen behindern, sich an geänderte Verhältnisse anzupassen. Aus heutiger Sicht solle erst dann an solche einer Randlage an Bebauung gedacht werden, wenn die innerstädtischen Möglichkeiten ausgeschöpft und die Leerstände beseitigt seien, so die Meinung der Anwohner dieses Viertels. Außerdem habe die Studie den zentralsten Punkt nicht bedacht. Das sei die Funktion der Wiese als Grünfläche und Frischluftschneise. „Sind unsere Bedenken überhaupt in das Papier eingeflossen?“, wurde Ulli Meyer gefragt, der das verneinte. Aber auch, wenn das Gutachten nicht darauf eingehe, sei daraus kein Automatismus dafür eine Bebauung abzuleiten, entgegnete er. Die Mitglieder der Bürgerinitiative hoffen, dass sich ein ganzheitliches Bild des in ihren Augen wertvollen Grünfleckens ergibt, wenn alle Bestandteile, die für einen Flächennutzungsplan nötig sind, später zusammengeführt werden.

Peter Michael Lupp, in der Biosphäre aktiv, schlug dagegen eine Studie vor, wie es geschafft werden könne, St. Ingbert lebendig zu halten. Statt zu bauen, müsse man das Bürgerbewusstsein schärfen, an Modellen für eine attraktive Stadt mit Wohnqualität arbeiten, die ökologisch tragfähig ist. Vor allem dürfe es nicht darauf hinauslaufen, dass am ehesten die Interessen jener Bürgerinitiative gehört werden, die „am lautesten schreie“. Als im vergangenen November bei einem ersten Treffen der Anwohner die Bau-Entwürfe diskutiert wurden, kamen bei einer anschließenden „Hofplauderei“ Gespräche in Gang, die die Menschen dort noch enger zusammenschweißten.

Nun wolle man am 30. Mai ab 18 erneut zum Nachbarschaftstreffen auf dem potenziellen Bauplatz Pfuhlwiese einladen, auch, um auf die Bedeutung dieser grünen Oase für das Umfeld aufmerksam zu machen. Motto ist die Wortspielerei „Wiese bleibt wie se ist“.

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