Ulli Meyer als OB-Kandidat der CDU in St. Ingbert

OB-Kandidat : Ulli Meyer setzt auf Teamgeist

Am 26. Mai findet neben der Kommunal- und Europawahl auch die Abstimmung über den Oberbürgermeister statt. Drei Kandidaten stehen in St. Ingbert zur Wahl. Wir stellen sie vor.

Ulli Meyer war zu dem Gespräch in unserer Lokalredaktion nicht allein gekommen. Warum Bürgermeisterin Nadine Müller mit am Tisch saß, hatte Meyer schnell erklärt. „Ich trete bei der Oberbürgermeister-Wahl in St. Ingbert als Kandidat für alle an und stehe auch nicht auf einer Liste der CDU.“ Das Motto seines Wahkampfes „Zusammen.Arbeiten.“ stehe aber natürlich auch für die Zusammenarbeit innerhalb der Christdemokraten. So war auch betonte Gemeinsamkeit mit Nadine Müller ein Symbol und kein Zufall.

Die Spitzenkandidatin der CDU für den St. Ingberter Stadtrat hielt sich im Gespräch eher zurück und gab das eine oder andere Stichwort zu den Themen, die womöglich wahlentscheidend sein könnten. Die Baumwollspinnerei, Thume Eck, die Tischtennishalle und die Innenstadtentwicklung gehören dazu. „Die CDU-Fraktion ist sich mit Ulli Meyer einig: Erste Aufgabe wird es nach der Wahl sein, viele begonnene Dinge in der Stadt fertig zu bringen“, sagte Müller. Der CDU-OB-Kandidat wiederum erkennt ein Grundbefinden bei vielen St. Ingbertern. „Es geht nichts voran und es fehlt an Einigkeit und Zusammenarbeit.“ Mehrere Vorhaben für die nähere Zukunft sind auch Vergangenheitsbewältigung. „Die Stadt könnte besser da stehen“, sagt der 45-Jährige.

Mehr als „es gibt unterschiedliche Nuancierungen und alle drei wollen wir ins Amt“ war Meyer zu seinen Mitbewerbern oder gar deren Aussichten nicht zu entlocken. Das Rennen mit drei ambitionierten Kandidaten macht Meyer offenbar Spaß, „da klärt sich das Wasser“. Dass es einen Amtsbonus gibt, räumt der CDU-Kandidat aber ein. „Der Amtsinhaber geht immer als Favorit ins Rennen.“ Dass er selbst seit zehn Jahren als Ortsvorsteher in St. Ingbert-Mitte mit unzähligen Terminen und Veranstaltungen zu tun gehabt hätte, sei aber auch kein Nachteil. Doch auch einen langgedienten Ortsvorsteher hätten die Bürger in den vergangenen Wochen noch überraschen können. „Im Wahlkampf merke ich nochmals, wie breit St. Ingbert aufgestellt ist und wie viele Hobbys und Engagements an einen OB-Kandidaten herangetragen werden.“ Neue Ideen und Blickwinkel auf die Bereiche Wirtschaft, Kultur, Senioren, Bildung und Innovation in der Mittelstadt hätten auch die Begegnungen und Gespräche in der Reihe „CDU-Zukunftswerkstatt“ gebracht.

Und was für ein Oberbürgermeister würde der Jurist gerne sein? Hier wählt Ulli Meyer für die Beziehung zwischen Oberbürgermeister und Stadtrat ein Bild aus dem Fußball: „Als OB will ich der Trainer sein, aber der Stadtrat muss das Spiel machen. Um im Bild zu bleiben: Erfolge hat man nur im Team, wenn Trainer und Mannschaft zusammenarbeiten.“

Generell sei es eine Aufgabe eines OB, mit allen demokratischen Kräften zusammenzuarbeiten. Mit mehreren anderen Parteien und Gruppierungen gäbe es gute Kontakte und einen politischen Austausch. Auch hier kann Meyer aus seiner Sicht auf die Erfahrungen als Ortsvorsteher in St. Ingbert-Mitte zurückgreifen. „Hier sind sechs Fraktionen vertreten und die versuchte ich möglichst immer in Diskussionen und Entscheidungen einzubinden.“ Insofern sieht der 45-Jährige aufgrund dieser Erfahrungen kein Problem darin, dass nach der Kommunalwahl am 26. Mai im St. Ingberter Stadtrat noch mehr Vielfalt herrschen könnte. Eine Sonderrolle spiele jedoch die AfD. „Populismus zu Lasten anderer Menschen bringt die Stadt nicht voran“, stellt Ulli Meyer klar.

Auf Nachfragen gewährten der OB-Kandidat und die CDU-Spitzenfrau auch einige Einblick in die Wahlkampf-Führung. Ein Strategieteam der St. Ingberter CDU habe sich schon vor gut einem Jahr gefunden, das sich „mit der Kandidatensuche strategisch und sachlich mit Themen auseinandergesetzt habe“, so Müller. In der zunehmend heißeren Wahlkampf-Phase sieht Meyer die Volkspartei CDU „gut aufgestellt und strukturiert“. Bei den vielen Aufgaben im Wahlkampf, etwa Aufhängen von Plakaten, dem Verteilen von Flyern oder an Wahlkampfständen sei „eine Mannschaft am Werkeln, auf die man sich verlassen kann“.

Für die Schlussphase des OB- und Kommunalwahlkampfes kündigten Ulli Meyer und Nadine Müller auch noch neue Wahlplakate mit dem OB-Bewerber und Spitzenkandidaten der CDU an – nicht zuletzt in den Ortsteilen. „Auch die Fortentwicklung der Ortsteile zählt zu unseren zentralen Themen.“

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