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Über einen holprigen Steinpfad in die Tiefe

Über einen holprigen Steinpfad in die Tiefe

Der RSC St. Ingbert organisiert an diesem Samstag und Sonntag das „Bomb Trails Race“ auf der neugestalteten Strecke im Betzental. Erstmals findet dabei im Saarland eine Bundesnachwuchssichtung zur Kaderfindung im Mountainbike-Bereich statt.

Die Anspannung im Betzental ist groß. Beim Radsportclub (RSC) St. Ingbert wurde in den vergangenen Monaten geschuftet, um die neue Strecke herzurichten. Jetzt gilt der bange Blick dem Wetter. Das darf sich an diesem Wochenende gerne freundlicher darstellen, wenn der RSC in mehreren Mountainbike-Rennen für Hobby- und Lizenz-Fahrer im olympischen Cross-Country etwa 300 Starter aus ganz Deutschland empfängt - und die Saarlandmeisterschaft ausrichtet.

Bei der Präsentation schüttete es wie aus Kübeln, als Frank Lenhart am Waldeingang neben dem Rasenplatz von Viktoria St. Ingbert die neue Strecke anpries. "Charakteristisch ist die Kompaktheit. Alles liegt innerhalb von 600 Metern Länge und 150 Metern Höhe. Dadurch ist die Strecke sehr zuschauerfreundlich", sagte der zweite RSC-Vorsitzende. Maßgebend bei der Gestaltung seien vor allem Anliegen der Sportler gewesen. Es sei ein anspruchsvoller Kurs geschaffen worden, der Fahrern technisch alles abverlange. "Es gibt kaum eine ruhige Passage. Die Strecke ist kräftezehrend, bringt aber auch viel Spaß", sagte Lenhart.

Das konnten Thore Hemmerling und Philipp Lenhart bestätigen. Sie werden beim ersten "Bomb Trails Race", zugleich die erstmalige Bundesnachwuchssichtung im Saarland, alles geben, um bei ihrem Heimspiel gut auszusehen. An diesem Samstag erfolgt um 12 Uhr mit den Eliminator-Sprints der Startschuss, ehe am Sonntag die Cross-Country-Rennen auf dem 3,5 Kilometer langen Kurs folgen. Der 13 Jahre alte Thore, der seit sieben Jahren Mountainbike fährt, strotzte mit Blick auf das Nachwuchs-Bundesliga-Rennen der U 15 um 11.15 Uhr vor Ehrgeiz. "Ich will auf jeden Fall gewinnen, bin topmotiviert und optimistisch", sagte der Führende der U 15-Rangliste. Auch sein älterer Bruder Lars Hemmerling rechnet sich einiges aus. Er geht um 13 Uhr als Ranglisten-Zweiter ins U 17-Rennen, das zu den Höhepunkten des Wochenendes gehört.

Philipp Lenhart will sich nach einer Auszeit neu beweisen. "Mir hat zeitweise ein wenig die Motivation gefehlt. Zuletzt habe ich mir aber den Allerwertesten aufgerissen und viel mehr trainiert als vorher", blickte der 17-Jährige hoffnungsvoll auf das U 19-Rennen um 15.15 Uhr.

Seine Lieblings-Passage auf dem Kurs ist der neue "Rockgarden", wo sich die Fahrer über einen holprigen Steinpfad in die Tiefe stürzen. "Ich kenne in Deutschland keinen längeren ,Rockgarden'", erklärte Philipp Lenhart, der die besondere Atmosphäre im Bereich "X-Bridge" hervorhebt. Dort wurden elf Meter lange und fast 800 Kilogramm schwere Douglasienstämme als Balkenträger der Brücke verwendet.

Deutsche Meisterschaft soll her

"Nach der Veranstaltung wollen wir weitere Bereiche des Waldes erschließen, vor allem um an Höhe zu gewinnen. Ziel ist es, zeitnah deutsche Meisterschaften auszutragen", sagte Frank Lenhart. Er ist stolz auf das Engagement im Club, betont insbesondere den Anteil von Christine und Dirk Hemmerling. Jetzt hoffen sie beim RSC, dass an diesem Wochenende nur der Schweiß in Strömen fließt, damit bei der Feuertaufe neben den Wetterbedingungen auch die Kulisse stimmt.

bomb-trails-race.de