Über die Folgen des Übergewichts

Das Bild des sympathischen Dicken aus den 50er Jahren hat sich inzwischen ins Gegenteil verkehrt. Zu schwerwiegend sind die Folgen, die Übergewicht mit sich bringen kann, wie Experten nun erläuterten.

Übergewicht und Adipositas sind weit verbreitet und gehen mit einer deutlichen Steigerung des Gesundheitsrisikos einher. Betroffene Menschen haben eine verkürzte Lebenserwartung.

Unter dem Motto "Psychisch krank und übergewichtig. Ursachen-Risiken-Hilfen" fand nun in der Reihe "Saarpfälzisches Adipositasforum" eine weitere Veranstaltung im Homburger Forum statt. Im Mittelpunkt standen zwei Fachvorträge und die Möglichkeit zu einem Austausch zwischen den Professionen und Institutionen.

Eingeladen zu dieser Fachtagung hatten das Adipositas-Netzwerk Saar sowie die Arbeitsgemeinschaft Gesundheits chancen des Netzwerks "Saarpfalz mit peb" des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises zusammen mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. "Ein hoch komplexes Thema", stellte die Ministerin für Soziales, Gesundheit und Frauen und Familie, Monika Bachmann , fest: "Das Bild des sympathischen Dicken aus den 50er Jahren hat sich heute ins Gegenteil verkehrt", wies sie auf die Stigmatisierung krankhaft übergewichtiger Menschen hin, die ausgegrenzt und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Isolation und Vereinsamung führten zu Depressionen, Angststörungen und einer weiteren Gewichtszunahme durch mehr Essen. "Ein Teufelskreis, unterstrich Bachmann. "Gesundheit ist das wertvollste Gut, das wir haben", setzte sich Theophil Gallo , erster Beigeordneter des Saarpfalz-Kreises, für eine stärkere gesundheitliche Aufklärung ein. Man habe zu diesem Forum medizinische Experten , Fachleute aus der Praxis, aber auch Betroffene eingeladen, erklärte Angelika Thönnes vom Adipositas-Netzwerk Saar. Bei Patienten mit chronischem Verlauf einer psychischen Erkrankung seien häufig eine Adipositas, ein metabolisches Syndrom und eine Insulinresistenz zu finden. Die erforderliche Psychopharmaka-Therapie, die Veränderung des Ess- und Bewegungsverhaltens sowie die Gewichtszunahme stünden dabei in enger Wechselwirkung. Stigmatisierungserfahrungen verschlechterten die seelische Befindlichkeit, führten Betroffene weiter in den sozialen Rückzug und gefährdeten ihre Teilhabe. Welche therapeutischen Möglichkeiten stehen zur Verfügung, welche neuen Wege sollte man gemeinsam gehen, welche Chancen haben settingbezogene Präventionsmaßnahmen? Mit diesen Fragen beschäftigte man sich bei dieser Fachtagung. So referierte Professor Matthias Riemenschneider von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum in Homburg über "Möglichkeiten der Gewichtskontrolle bei modernen Antipsychotika". Privatdozent Matthias Frank, Leiter der inneren Medizin am städtischen Klinikum Neunkirchen, beschäftigte sich mit dem Thema "Psyche, Diabetes und Lebensqualität".

Abgerundet wurde das Forum mit Praxisbeispielen aus den Blieskasteler Werkstätten und begleitetem Wohnen für psychisch kranke Menschen der Caritas Neunkirchen.