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Torsten Schlicher hat den coolsten Job in St. Ingbert.

Wo Hitze ein Fremdwort ist : Dieser Mann hat St. Ingberts coolsten Job

Torsten Schlicher arbeitet als Logistik-Leiter im Tiefkühllager und wärmt sich bei minus 24 Grad auf.

Hochsommer. 38 Grad im Schatten. Die bisher heißesten Tage des Jahres stehen bevor. Wer da mit Thermojacke und Fleece-Mütze zur Arbeit geht, ist schon etwas sonderlich. Oder arbeitet bei vendis. So wie Torsten Schlicher. Minus 27 Grad, das ist die Normaltemperatur, in der der vendis-Logistikleiter arbeitet. Das sind dann in diesen Tagen reichlich über 60 Grad Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen. Ein echt cooler Job also.

Die Gastronomie, viele Bäder, Kioske und Geschäfte beliefert vendis täglich mit Lebensmitteln. Von Fleisch über Gemüse bis zum gerade jetzt besonders beliebten Speiseeis. Ab morgens um fünf wird verladen. Im riesigen Tiefkühllager in der Dudweilerstraße arbeiten dann drei Kollegen. „Ich weiß, das glaubt uns keiner, aber wir schwitzen bei unserer Arbeit genauso wie jeder andere im Job“, erzählt Schlicher. Seit fünfzehn Jahren hat er sich mit der Kälte arrangiert. „Der Hochsommer ist für die, die in der Warenannahme arbeiten, eine Herausforderung. Dort ist man eigentlich immer in der Kälte, bloß, wenn ein Lkw-Fahrer sich verhaspelt und man raus muss, dann muss man schon aufpassen, dass der Kreislauf nicht wegsackt.“

Kurios, was der Gesetzgeber vorgibt: Alle zwei Stunden müssen sich die Tiefkühl-Mitarbeiter aufwärmen können. Dazu muss ein Raum vorhanden sein, in dem es wärmer ist als minus 24 Grad. Kein Problem in diesen Tagen.

Nein, Eis isst Torsten Schlicher nicht mehr. Höchstens ab und zu im Kühlhaus. „Bei minus 27 Grad schmeckt Eis ganz anders“, erzählt er. Da kommt es schon fast an etwas Warmes zum Essen ran. Und wenn dann die Kühllaster geladen werden, die die Kunden im regionalen Umkreis anfahren, denkt er schon mal an den am weitesten gelegenen Kunden der St. Ingberter vendis. Ein Café in Saint Tropez erhält sein Speiseeis aus St. Ingbert. Womit wir wieder im Hochsommer angekommen wären.