Tiefgarage in St. Ingbert überflutet

Feuerwehreinsatz : Lange Feuerwehr-Einsätze in der Tiefgarage

Ursache für den Wasserschaden waren überlastete Grundwasserpumpen nach Wartungsarbeiten.

Die St. Ingberter Feuerwehr hat am Samstag eine Bilanz ihres langen Einsatzes wegen eines erheblichen Waserschadens in der Tiefgarage in der Fußgängerzone gezogen (wir berichteten). Am Donnerstagabend hatte die Integrierte Leitstelle die Feuerwehr zu einem Wasserschaden in der Kaiserstraße beordert. Vor Ort stellte der Einsatzleiter im Kellerbereich des Gebäudes auf einer Fläche von rund 40 Quadratmetern sowie in der Tiefgarage (800 Quadratmeter) einen Wasserstand von etwa 10 Zentimetern klarem Wasser fest. Da in diesem Gebäude auch ein Personenaufzug betrieben wird, wurden zuerst der Aufzugsschacht und Aufzug nach Personen kontrolliert. Parallel dazu setzten die Einsatzkräfte erste Tauchpumpen im überfluteten Bereich ein.

Da diese Erstmaßnahmen wegen des vielen Wassers wenig Erfolg zeigten, wurden weitere Einsatzkräfte alarmiert, die mit weiteren Fahrzeugen und Pumpen an die Einsatzstelle anrückten. Danach liefen zeitgleich fünf Tauchpumpen mit einer Förderleistung von rund 2500 Litern pro Minute. Gleichzeitig wurde nach der Ursache des Wassereinbruches gesucht. Erst als ein rund zwei Meter tiefer Pumpschacht geleert war, konnten die stationären Notpumpen begutachtet werden. Hierbei stellten die Einsatzkräfte fest, dass beide Pumpen ausgefallen und auch die Elektrik zeitweise überflutet war. Weiterhin drückte an der Pumpstation massiv Wasser aus einem Kanalrohr. Dieses Rohr hatte sich gelöst, da die Pumpstation den Wassermassen und dem Druck nicht mehr standhalten konnten. Der Betreiber der Tiefgarage konnte nicht sagen, ob diese Wassermassen normal waren. Also setzte die Wehr die Station notdürftig in Stand und überließ die endgültige Reparatur einer Fachfirma. Auch die stationäre Notpumpe konnte wieder in Betrieb genommen werden. Gegen 20.30 Uhr beendeten die Feuerwehrleute vorerst den Einsatz und rückten wieder ins Gerätehaus ein. Doch am Freitagmorgen um kurz vor acht Uhr wurden sie erneut zur Tiefgarage gerufen. Wieder standen der Kellerbereich und die Tiefgarage unter Wasser. Dieses Mal etwas höher als am Vorabend. Zusätzlich stand der Aufzugsschacht unter Wasser. Der Aufzug wurde außer Betrieb gesetzt. 15 Einsatzkräften setzten wiederum mehrere Pumpen mit einer Gesamt-Förderleistung von 2000 Litern pro Minute in Gang. Über Stunden pumpten diese das Wasser aus dem Keller.

Erneut setzte eine stundenlage Ursachenforschung zusammen mit dem Betreiber, einer Fachfirma für Pumpenbetrieb, dem Abwasserbetrieb der Stadt und den Stadtwerken ein. Die Trinkwasserleitungen wurden durch die Stadtwerke kontrolliert. Der Abwasserbetrieb filmte mit einem Filmwagen den kanalisierten Wollbach neben dem Gebäude.

Die Pumpenfirma stellte fest, dass die Elektronik der Pumpen ausgefallen war und eine stationäre Pumpe nicht mehr funktionierte. Am Ende wurde analysiert, dass es durch eine Aneinanderreihung von unglücklichen Zufällen zu dem Wasserschaden gekommen war. Infolge einer Wartung funktionierte eine Pumpe in der Tiefgarage, die anstehendes Grundwasser abpumpen und dieses in den Wollbach ableiten sollte, nicht mehr richtig. Die Grundwasser-Massen bahnten sich ihren Weg in den Pumpenschacht, der als Sammelbecken gedacht ist. Diese Abpumpstation war für diese Massen nicht ausgelegt und konnte somit nicht richtig abpumpen. Daher fiel diese Pumpstation auch aus. Erst am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr war der Einsatz für die St. Ingberter Feuerwehr endgültig beendet.