Theater-AG beherrscht ihr Metier aus dem Effeff

Theater-AG beherrscht ihr Metier aus dem Effeff

Das Bühnenlicht fiel einmal aus. Aber das ist kein Problem für die jungen Schauspieler des Blieskasteler Von-der-Leyen-Gymnasiums. Wo es klemmt, helfen sie sich mit Improvisation. „Luzifers Nöte“ begeisterte das Publikum.

Die Theater-AG des Von-der-Leyen-Gymnasiums führte mit 21 Akteuren die Komödie "Luzifers Nöte mit der Demokratie und der Autobahn" von Rolf Stemmle auf. Dabei erwies sich das Notquartier Schlösschenkeller, das die in Renovierung befindliche Aula ersetzen musste, als echter Glückstreffer. Zwar ließen sich Auf- und Abgänge schwerer organisieren als auf der großen Bühne, dafür eignete sich der Raum akustisch bestens für die jungen Darsteller.

Vor allem die Schauspieler aus den unteren Klassen konnten mit sauberer Diktion und Textsicherheit für sich einnehmen: Jill Buchstaller (Klasse 5) beispielsweise bedauerte als Pfortenengel Bonifazius so liebenswürdig die an der Schwelle zwischen Himmel und Erde stehenden Seelen, dass ihr niemand übel nehmen konnte, nicht für den Himmel vorgesehen zu sein. Ihr höllisches Pendant, der Pfortenteufel Klebrig alias Florian Lichius (Klasse 5), wies daraufhin routiniert in die Regularien des Höllenlebens ein: "Bitte wählen Sie die dunkle Pforte und wenden Sie sich bei Fragen an die Rezeption!"

Weitaus mehr Theater-Erfahrung konnten die Hauptdarsteller Tobias Brockmann als König Luzifer, Jiyan Rauch als Königin Abraxe, Lea Hsu als Poet, Frederic Schanne als Autofabrikant und Natalie Wobito als seine Gattin aufweisen, die alle die elfte oder zwölfte Klasse besuchen. Ihrer Gestik und Mimik merkte man die jahrelange Schulung durch die Regisseurinnen Silke Schmeiser und Monika Wack ebenso an wie das geistesgegenwärtige Improvisieren, wenn die Anschlüsse nicht ganz so kamen wie erwartet oder überraschend das Bühnenlicht ausfiel.

Einen großen Anteil am Gelingen des Abends hatte Johanna Greff (Klasse 7), die den Vertrauten Luzifers spielte. Dieser Sekretär, Zeremonienmeister und Oberhofmarschall erweist sich in Luzifers Reich als unverzichtbarer Strippenzieher. Er macht den Satan auf die im Höllenvolk brodelnde Unzufriedenheit angesichts der immer gleichen Folterungen aufmerksam; er nutzt die Kontakte des einstmaligen Werksdirektors, um mit Sportwagen zur Ablenkung der Verdammten durch geeignete Spiele beizutragen (sinnloses Rasen auf der neu errichteten Höllenautobahn); er organisiert auch die ersten Wahlen der Unterwelt, als das Bestreben nach Demokratie sich selbst in der Hölle Bahn bricht. Leider entfalten sich nicht all seine Pläne nach Wunsch, so dass er zurückbleibt, als Luzifer mit seiner Gattin angesichts der revoltierenden Menge nur noch einen Ausweg sieht: Er beantragt Kirchenasyl.

Zahlreiche weitere Rollen in höllisch rot-schwarzen Kostümen - vom Dienerteufel über einen Zirkel von Ausdruckstänzerinnen bis hin zu den Moderatoren der Wahlsondersendungen - vermittelten einen lebhaften Eindruck davon, dass auch ein Unterweltsfürst es nicht gerade leicht hat und gelegentlich in Teufels Küche geraten kann. Den hochamüsanten Theaterspaß bot die Arbeitsgemeinschaft an zwei Abenden in ihrer ausgezeichnet besuchten Spielstätte. Die aus der Abiturklasse stammenden Schauspieler, die in diesem Jahr zum letzten Mal mitwirkten, dankten den beiden AG-Leiterinnen für die fruchtbare Zusammenarbeit der letzten Jahre mit liebevoll selbstgebastelten Geschenken.