Symbiose privat und in der Kunst

St. Ingbert. Von diesem Sonntag bis Freitag, 28. September, ist in der Rathausgalerie "Symbiose" die Ausstellung des Künstlerehepaares Cilli und Günther Willeke zu sehen. Die Kunst des Ehepaares Willeke ist von zwei pulsierenden Gegensätzen geprägt: zwischen Abstraktion und Realismus sowie zwischen der Strenge der Komposition und der Freiheit der Form

St. Ingbert. Von diesem Sonntag bis Freitag, 28. September, ist in der Rathausgalerie "Symbiose" die Ausstellung des Künstlerehepaares Cilli und Günther Willeke zu sehen. Die Kunst des Ehepaares Willeke ist von zwei pulsierenden Gegensätzen geprägt: zwischen Abstraktion und Realismus sowie zwischen der Strenge der Komposition und der Freiheit der Form. Die Vernissage ist an diesem Sonntag um elf Uhr.Die Symbiose der beiden Künstler bezieht sich nicht nur auf ihr gemeinsames Leben sondern auch auf ihr künstlerisches Schaffen. Beiden wohnt dieses Pendeln zwischen der gesehenen und der gefühlten Welt inne. Die strengen Abstraktionen Günther Willekes und die abstrakt, vegetativen Formen Cilli Willekes stehen dabei aber nur scheinbar im Widerspruch zueinander. Sie sind zwei Möglichkeiten die innere Welt zu ergründen. Beide verfolgen das gleiche Ziel. Sie ergänzen sich, ohne sich zu kopieren. Cilli Willeke: "Mein Werk ist geprägt von lyrisch naturhaft empfundener Darstellung." Diese Art der Beschreibung charakterisiert sowohl ihre Natur Gemälde als auch ihre abstrakte Kunst. Günther Willeke: "Mein Werk ist geprägt von drei Elementen: Form - Farbe - Komposition" besser als mit dieser scheinbar einfachen Äußerung kann man das Werk Günther Willekes nicht charakterisieren. Diese Aussage ist bezeichnend für sein gesamtes Oeuvre. Lyrisch ist das Werk Cilli Willekes. Im Besonderen, wenn sie sich in ihren floralen Motiven verliert. Der ewige Kreislauf der Natur steht dabei im Vordergrund ihres Werkes. Fast erscheinen diese Bilder als Vorstufen zu ihrem abstrakten Werk. Abstrakt und lyrisch ist aber auch das Werk Günther Willekes, wenn er sich in die Landschaftsmalerei begibt. Aber er verliert sich nicht im Vegetativen. Günther Willeke abstrahiert die Natur und bringt sie in eine andere Ordnung. Ein weiteres verbindendes Element ist die Musikalität mit der sie ihr Werk verbinden. Farben kann man in ihren Bildern regelrecht "Hören".

Im Werk des Ehepaares lässt sich die folgende Beobachtung Feststellung Goethes erkennen: "Die Künste selbst, sowie ihre Arten, sind untereinander verwandt, sie haben eine gewisse Neigung, sich zu vereinigen, ja sich ineinander zu verlieren." Sich ineinander zu verlieren ist eine durchaus als positiv zu betrachtende Fähigkeit. Wenn dieses wie im Falle Cilli und Günther Willeke auch noch im künstlerischen gelingt, so kann man von einer gelungenen Symbiose reden. red

Öffnungszeiten der Rathausgalerie: Montag bis Donnerstag, von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Zur Person

Cilli Willeke, geboren 1929 in Bous. Ihre Karriere begann nach einem Privat-Studium bei dem Maler Jakob Schug in den 40er Jahren. Beschäftigung ab 1946 in einem kunstgewerblichen Atelier. Von 1947 bis 1949 arbeitete sie als Keramik Malerin bei Villeroy und Boch. Seit 1973 Mitglied der Künstlergruppe Untere Saar in Saarlouis. Sie ist Gründungsmitglied des "cercle artistique Limes" und Mitglied im BBK.

 Ausschnitte aus Werken des Ehepaares Willeke, zu sehen ab diesem Sonntag in der Rathausgalerie. Foto: Veranstalter
Ausschnitte aus Werken des Ehepaares Willeke, zu sehen ab diesem Sonntag in der Rathausgalerie. Foto: Veranstalter

Günther Willeke, geboren 1928 in Griesborn. Seine Karriere begann 1943 bis 1946 mit einer Lehre als Dekorationsmaler. 1948 bis 1949 besuchte er die Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Sein Dozent war Karl Kunz, dessen zeichnerisches Talent ihn sehr beeindruckte. Er ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe Untere Saar und seit 1971 Mitglied derselben. Zwischen 1980 und 1985 war er Lehrer an der Schwalbacher Malschule - und an der Gründung des "Kunstforum" Saarlouis beteiligt. Zwischen 1985 und 1998 war er Vorsitzender der Künstlergruppe "Untere Saar" (mit zweijähriger Unterbrechung) und Gründungsmitglied des Kunstvereins "Cercle artistique Limes". red